Deutschland
Tag 194+x – Es gibt so viele coole Plätze auf der Welt mit Korallenriffen, Regenwäldern, Gletschern, Wüsten, Wildlife etc. und ich lebe ausgerechnet hier und sehe jeden Tag den gleichen Schreibtisch? Ja, denn Deutschland hat auch einiges Positives.
Ich musste die letzten Tage für mich sehr vieles erst einmal sortieren – und ich bin noch immer dabei. Als ich am ersten Tag in Deutschland gefragt wurde, ob ich weiterreisen wolle, kam ganz spontan ein „Nein“. Aber keine 24 Stunden in meiner eigenen Wohnung zurück, habe ich direkt Flüge gesucht und ich denke, ich werde im Spätsommer einen Kurztrip innerhalb Europas machen.
Heute möchte ich mal beginnen und meine Notizen öffnen und aus dem Nähkästchen plaudern, was mich neben der Schönheit der Natur und der Welt bewegt hat in den unglaublichen sechs Monaten meiner Welt- und inneren Reise. Vor allem aber möchte ich heute meine Gedanken bei und zu meiner Rückkehr in Deutschland festhalten.
**Positives in Deutschland**
Es gibt überall Obdachlose auf der Welt, auch in fortschrittlichen Städten wie Sydney, Auckland, San Diego etc. Hierzulande gibt es diese auch, aber signifikant weniger und das liegt an unserem starken Sozialsystem, das wir haben.
Wir können uns aber auch glücklich mit unseren Arbeitsverträgen schätzen. Alle, mit denen ich mich unterhalten habe, staunten über unsere 30 (respektive 24) Tage Tarifurlaub, geschweige denn ein 6-monatiges Sabbatical. Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass auch Krankentage und die zugehörige medizinische Versorgung sowie die Rente (vermutlich) gezahlt werden etc. Ich würde überall auf der Welt arbeiten, aber vorzugsweise nur als Entsendung mit einem deutschen Vertrag.
Deutschland ist ein relativ sauberes Land, in dem bereits viel (aber nie genug) für die Umwelt getan wird. Wir haben Mülltrennung, eine geordnete Müllentsorgung und -verwertung und vor allem sehr viele Mülleimer, woran ich es mal – für dieses Posting ausreichend – festmachen will. Natürlich haben wir in einigen Sektoren Aufholbedarf, aber dazu müssen wir bestimmte Attitüden ändern (s. unten).
Für viele ist das Tempolimit eine Red Flag. Für mich ist das unverständlich. Aber was in Deutschland bzw. auch in Europa so ziemlich best in the world ist, sind die Straßen. Warum hierzulande so oft über Schlaglöcher gemotzt wird, ist für mich unverständlich. Es zeugt davon, dass kaum Erfahrung auf internationalen Straßen besteht. In manchen Ländern habe ich mich doch ziemlich umgeguckt und bin hier und da Slalom über Schotterpisten mit Schlaglöchern gefahren. Und das teilweise zu Top Sightseeing-Spots.
Der deutsche Pass ist einer der mächtigsten der Welt. Wir sind privilegiert, damit in rund 190 Länder visa-free einreisen zu können. Dessen müssen wir uns mal bewusst werden. Ich habe Menschen aus aller Herren Länder getroffen und bei einer von mir ausgesprochenen Einladung nach Europa/ Deutschland hieß es nur „fast unmöglich wegen des Visums“. Ich könnte diese Personen jedoch vice versa besuchen, (nahezu) wann und wie ich will.
Wer in Deutschland Alkohol trinken will, kann es hier fast ungehindert machen. Auch in der Öffentlichkeit ist es kein Problem. Es ist nicht unbedingt positiv, aber zeigt, welch unglaubliche individuelle Freiheit hier herrscht. In anderen Ländern (mitunter in Ozeanien) gibt es Alkohol-Sperrzonen. Allerdings sind diese häufig nett als Bitten formuliert statt mit Hinweis auf „VO 35b“ o.ä. wie es dann hier wäre. Aber wir haben diese Freiheit, dass wir solche Hinweise gar nicht erst brauchen. Im Übrigen ist in Europa auch Tabak ein ziemlich großes Ding…
Wir haben in Europa und speziell in Deutschland wahrscheinlich die weltweit größte Freiheit. Ich habe im Laufe meiner Reise eine Versinnbildlichung der Aspekte der Kulturen gefunden und ziehe die Restaurantkultur, den Straßenverkehr und die Schönheitsideale heran. Natürlich sind es subjektive Erfahrungen, aber ich berichte hier ja schließlich von eben meinen Erfahrungen. Die Freiheit drückt sich für uns darin aus, dass wir im Restaurant „freie Platzwahl“ haben statt „wait to be seated“. In den USA wird es einem abgenommen, da man wohl vermutet, dass der Kunde es sonst nicht kann (vgl. Rechtssystem in den USA), in Japan, um diese schwierige Entscheidung aus Respekt nicht auf den Kunden abzuwälzen. Hier aber sind wir frei und können selbst entscheiden. Es zeigt sich auch in dem Schönheitsideal, das ich in Europa an Kleidung und Attitüde festmache. Frauen haben hier eine starke Stellung und können ihre Meinung kundtun und dürfen arbeiten, wählen und Auto fahren – nicht überall auf der Welt ist dies möglich. Auch hier wieder die Fußnote des Schließens der Restlücke.
Allerdings habe ich seit ich in Europa bin, auch einiges Negatives bemerkt. Insbesondere auf Deutschland bezogen sind das die nachfolgenden Dinge.
**Negatives in Deutschland**
Zurück in Europa bemerkte ich plötzlich wieder die Wochentage. Am Sonntag war vieles geschlossen. Als mitunter gelernter Wirtschaftsjurist kann ich mir die Erklärung natürlich selbst geben. Aber ist es wirklich etwas Sinnvolles für alle? In allen anderen Kulturen – außer in Europa – konnte ich rund um die Uhr shoppen, wenn ich etwas zu trinken und essen wollte.
Eines der größten Probleme unserer Kultur ist das unnötige Problematisieren und das Fokussieren auf Probleme. Das Identifizieren von Problemen war hierzulande vor Jahrzehnten essentiell. Denn so konnten sie erkannt und analysiert werden. Jedoch wurde dann ein wesentlicher Schritt gemacht: Die Lösung des Problems. Und so haben wir „Made in Germany“ als ein Qualitätsmerkmal etablieren können. Diese Fähigkeit ist uns abhanden gekommen, wir stecken im Prozess des Identifizierens von Problemen fest, machen sie größer und suchen dann bei Anderen die Schuld. Ein schönes Beispiel, da es mir passiert ist: Ich wurde im Supermarkt förmlich umgerannt und natürlich musste es diskutiert werden und ich beschuldigt werden. Eine Diskussion, an der ich mich nicht beteiligte. In anderen Ländern wurde sich gegenseitig(!) entschuldigt und gelächelt und das war es. Wir diskutieren und blähen die Dinge bis zur Unendlich- und Unkenntlichkeit auf.
Es schläft auch kein Land mehr auf den Bäumen. Überall gibt es Internet, WhatsApp, Instagram etc. Egal, ob es in Afrika bei den Massaiis ist, den Maori in Neuseeland oder irgendwo auf den Fijis etc. Es war sehr angenehm, die Verträge für Ausflüge etc. darüber zu machen statt über ausgedruckte zu faxende Formulare, um es mal etwas pointiert auszudrücken. Auch hier kenne ich natürlich die Hintergründe, finde sie aber enorm lästig und hinderlich und als ein Ausdruck der absoluten Mistrauenskultur – eben dem Schaffen von Problemen.
Die Bezahlung geht nahezu überall inzwischen bargeldlos. Meistens nutzte ich sogar ApplePay, um online zu bezahlen. Bargeld war nur noch selten Trumpf: in abgelegenen Gegenden in Lateinamerika und eben wieder in Deutschland („Kartenzahlung erst ab 20)“).
Aber es ist nicht nur das Internet, das überall präsent ist. Es ist auch ein anderes Mindset und Verständnis für den Klimawandel. Die Menschen, die ich getroffen habe, sind mitunter direkt davon betroffen und können aus erster Hand berichten, dass plötzlich Dürren oder starke Regenfälle herrschen, wie sie noch nie dort erlebt worden sind. Niemals käme jemand von ihnen auf die Idee, ein Lachsmilie zu setzen. Ein Symptom der Ignoranz und Arroganz des globalen Nordens. Uns geht es noch zu gut, wir sind noch nicht stark genug betroffen, können nicht von Geschichten berichten, dass die Existenz vernichtet wurde oder extrem harte Zeiten anstehen, in denen ums Überleben gekämpft wird – auch weil es kein ausreichendes Sozialsystem gibt. Genau solche Geschichten habe ich aber gehört von MAPA („most affected people and area“), die für mich nun ein Gesicht und einen Namen haben.
Insgesamt kam mir die westliche Wirtschaftswelt wie eine Parallelwelt vor. Da auch ich in diesem System lebe und auch ich bei LinkedIn connected bin, habe ich dann und wann auch dort reingeschaut. Aber die Beiträge „Sichern Sie…“ „Steigern Sie….“ etc. erschienen mir extrem skurril. Die Welt da draußen sieht anders aus und das nicht nur zum kleinen Teil. Wir leben in einer Insel des Wohlstands, aber andere Kulturen holen vor allem auch enorm auf. Mit Ignoranz und dem Ausruhen auf Lorbeeren der Vergangenheit werden wir unseren Vorsprung verspielen, wenn es nicht schon zu spät ist hier in der „alten Welt“. China zeigt es bereits und deren Einfluss in Asien ist enorm. Dort ist aber auch ein hoher Einfluss der Sowjetunion – korrekt, nicht Russland, sondern der Sowjetunion. Wir sollten uns Gedanken machen, den Fokus richtig zu legen.
Ich bin inzwischen seit rund zehn Tagen in Deutschland und seit rund einer Woche in meiner Heimatstadt. In den ersten Momenten bin ich natürlich auch den üblichen Bürokratie-Monstern begegnet, die sinnbildlich für Deutschland stehen. In Nürnberg sah ich den ersten „Fahrkartenautomaten“ – ein Monstrum eines Automaten, das selbst die Automaten in Japan in den Schatten stellt. Dort hatte man aber eine Menge Auswahl an Produkten und ein einfaches System. Hier wird der Kunde mit Tarifzonen etc. erschlagen, in Sydney beispielsweise konnte ich einfach „tappen“ und fahren. Der optimale Tarif wurde schon berechnet, die Fahrt war zuverlässiger und die Kosten waren geringer.
Im ersten Hotel zurück in Deutschland wurde ich – wie auch im Restaurant – gefragt, ob ich eine Quittung benötige bzw. ob ich geschäftlich oder privat unterwegs sei. Es könnte ja sein, dass ich bei einer Steuererklärung, die nur ein Spezialist noch ansatzweise verstehen kann, etwas absetzen könnte…. Deutschland, Deine Paragraphen…
Aber auch der Straßenverkehr ist ein komplettes Sinnbild und Ausdruck deutscher Kultur. Es wird gerast und gedrängelt, was das Zeug hält. Und wenn sich einer nicht an die StVO hält, wird das mit einem langanhaltenden Hupen auch zum Ausdruck gebracht. Die üblichen Gesten dürfen dabei nicht fehlen. Das beschleunigt das Abstellen des Fehlers natürlich ungemein – nicht! Was war ich da froh in Ozeanien, wenn ich im Linksverkehr mal wieder rechts unterwegs war und freundlich darauf hingewiesen wurde von einem anderen Verkehrsteilnehmer und nicht „Verkehrsgegner“, wie es hierzulande so oft erscheint.
Ich habe oft spaßig gesagt, dass wir in Deutschland für alles, was irgendwo auffällt, einen Arbeitskreis gründen, der eine VO und/ oder ein Gesetz entwirft. Um die Ausnahmen zu regeln, wird auch dafür ein Gesetz geschaffen. Und wenn wir es dann alles rund haben, kommen wir zum deutschen Lieblingskind: Es werden Schilder aufgestellt, die genau das alles regeln. So fern ist es gar nicht von der Realität.
Was auch auffällt ist, dass in Deutschland kaum Gelegenheit gegeben wird, sich zu connecten. Am liebsten würde jeder noch einen Zaun um sich herum bauen, damit er ja nicht angesprochen werde oder gar als potenzieller Freund behandelt werde. Es ist eine gewisse Attitüde, die genau das zum Ausdruck bringt.
Deutsche erkenne ich im Ausland sehr schnell und ich würde sagen, nach dieser interkulturellen Erfahrung noch schneller und zuverlässiger als schon zuvor. Sie suchen mit ihrem Blick die Problemstellen im System, machen daraus Sollbruchstellen und reiten darauf herum. Ich verstand nicht jede Sprache der Personen, die um mich herum waren, aber Mimik und Gestik sprachen Bände und hier und da konnte ich ja auch ein wenig was verstehen. Wann und wo sind wir falsch abgebogen und haben den Spaß verloren?
Vor allem aber: Womit sind die Deutschen eigentlich so unzufrieden? Warum machen wir uns selbst das Leben so schwer, indem wir Probleme suchen und sie wieder und wieder wälzen statt sie zu lösen? Ein Blick in die politische Landschaft zeigt, dass dadurch ein unnötiger Nährboden für Populismus entsteht. Diese „Art des Versuchs der Politik“ habe ich vor der Reise schon verabscheut und jetzt noch mehr – sofern das möglich ist. Ich bin aber noch offener und toleranter geworden und ich denke auch ein Stück weit resilienter durch die vielen Erfahrungen, die ich sammeln konnte.
Was mache ich mit diesen Erkenntnissen? Ich will Deutschland besser zu schätzen wissen, aber versuchen, hier und da weniger deutsch zu sein. Es sei denn, es gibt wirkliche Probleme, denn manchmal hilft es, Probleme auf den Tisch zu bringen. Jedoch will ich immer einen Schritt weiter gehen, um dann wieder zufrieden und glücklich mit einer Lösung sein zu können.
Abschließend kann ich sagen, dass ich nicht stolz darauf bin, deutsch zu sein. Ich habe dafür selbst nichts geleistet. Ich schätze mich lediglich glücklich, hier geboren zu sein und einen deutschen Pass und damit nahezu unendliche Möglichkeiten zu haben. Ich bin aber ein Stück weit stolz darauf, diese Freiheiten für mich optimal genutzt zu haben und alleine eine 6-monatige Weltreise gemacht zu haben. Diese hat mir andere Sichtweisen auf andere und auch die eigene Kultur ermöglicht und vermittelt.
Negatives
Tag 194+x – Während der Reise habe ich viel berichtet und erzählt. Vor allem habe ich alle positiven Dinge und Orte aufgezeigt und nur selten Negatives beleuchtet. Das eigentlich nur dann, wenn es wirklich nervig war. Häufig hatte ich für kleine nervige Dinge schon Formulierungen im Kopf, aber diese wurden dann von tollen Erlebnissen wieder klar beiseite geschoben.
Ich möchte nun mal in zwei Teilen von negativen Erlebnissen berichten, da auch diese zur Reise dazu gehören. Ich will sie gar nicht überbetonen, aber nur eine vollständige Geschichte erzählen.
Es gab Dinge, die nicht so geklappt haben, wie ich es mir vorgestellt habe. Mitunter lag es einfach am Wetter, an der Natur. So ist es und es gehört einfach dazu.
Am Taj Mahal stand ich sehr früh auf, um den Sonnenaufgang zu sehen. Leider lag ein dichter Nebel über dem Ort und es war stundenlang nicht wirklich etwas zu erkennen.
In Tokyo wollte ich das Team.labs besuchen. Ich hatte Sakura und die unendlichen Besucherströme unterschätzt. Es war auf Wochen hin ausverkauft.
Auch hat der Besuch eines Sumo-Stalls nicht geklappt, da Trainingspause war bzw. sie grad an den Tagen an anderen Orten waren.
Den Fuji konnte ich nicht sehen, erst vom Flieger aus klappte es. In Fujikawaguchiko blieb ich extra zwei Nächte. Aber der Fuji zeigte sich nicht ein einziges Mal.
Auch in Japan blieb mir der Ausflug nach Nara verwehrt. Zwar war ich nicht weit davon entfernt und auch schon auf dem Weg. Aber letztlich gab es bei der Bahn eine Vollsperrung und ich trat vorzeitig den Rückweg nach Kyoto an.
Dinge, die nicht geklappt haben, sind schade. Es gab aber auch echte negative Erlebnisse.
So hatte ich in Kambodscha einen gleichen, aber dennoch falschen Rucksack vom Flughafen mitgenommen und es erst im Hotel bemerkt. Also wieder zurück und dort getauscht. 2 Stunden Fahrt, $50 und ein verpasster Sunset. Den Ärger mit dem Gepäck hatte ich vermutlich dann aber nicht alleine… sorry!
In Australien brach ein heftiges Unwetter über Lakes Entrance ein. Bäume fielen um und es kam zum Blackout. Ich blieb zum Glück unbeschadet.
In den Grampians wüteten Waldbrände und ich musste dieses Ziel streichen. Besser so.
Auf den Fijis fuhr ich von Flughafen zum Hotel und es wurde – wie dort üblich – schnell stockfinster. Kurz vor meinem Ziel rammte ich sehr langsam fahrend eine Kuh. Mir passierte nichts, das Auto blieb auch heile und die Kuh konnte davonlaufen.
Auf den Fijis wüteten starke Regenfälle, die die Straßen unpassierbar machten. Ich musste umplanen und einen Fahrer/ Guide nehmen.
Mein kürzester Flug – Oahu nach Kauai – dauerte grad einmal 40 Minuten, wurde aber wegen extremer Unwetter um mehr als 10 Stunden über Nacht verschoben. Die Unwetter wüteten dann auch vor Ort noch und beeinflussten meine Planung.
Flüge waren ohnehin oft verspätet. Allerdings beeinflusste es nicht das große Ganze.
In México hat mein Magen extrem rebelliert und keine herkömmlichen Medikamente halfen. So musste ich zum Antibiotikum in meiner Reiseapotheke greifen.
Costa Rica hat mir einen Kostenschock verpasst. Teuer war mir bewusst, aber nicht in diesem Maße.
Einige Unterkünfte, speziell in Großstädten wie Sydney, Melbourne und Rom, waren erschreckend schlecht isoliert und mitunter total verdreckt. Vor allem in Rom mit Schimmel. Auch in Wadi Rum hatte ich extrem schlechte Erfahrungen gemacht.
In Santa Marta, Kolumbien, war das Thema Sicherheit präsent. In direkter Nachbarschaft des Hotels war ein sehr zwielichtiges Etablissement, aus dem wohl nicht jeder aufrecht herauskommt.
In Cartagena hatte ich seltsame Stiche/ Bisse am Bein. Auch hier war ich froh über meine Reiseapotheke.
In NYC, also ziemlich zum Ende der Reise hin, hatte ich mir auf einmal wieder Blasen an den Füßen gelaufen. Die Füße waren aber ohnehin froh über die Rückkehr nach Deutschland.
Die Reise war super. Würde ich alle positiven Erlebnisse aufschreiben, würde ich 100 Seiten füllen. Tatsächlich sind es 101 Seiten im DOC mit meinen gesammelten Dailies. Das Negative kann ich auf zwei Postings verteilen. Das zeigt schon, wie gut die Verteilung ist.
Nerviges
Tag 194+x – Wie gestern schon begonnen, will ich heute die ungeblümte Wahrheit fortsetzen und ein zweites (finales) Posting mit nicht ganz so tollen und eher herausfordernden Erlebnissen beitragen. Heute will ich auf nervige, vermisste und verlorene Dinge eingehen. Auch das gehört zur Reise dazu.
Die Reise war eines der besten Erlebnisse und Abenteuer meines Lebens und ich überlege mir grad schon meine nächsten Ziele, wahrscheinlich noch alles in diesem Jahr. Aber ich bin mir auch bewusst, dass es nicht wieder so eine tolle Langzeitreise wird, die genial war. Nervige Dinge gehören allerdings auch dazu. Bei mir waren es die folgenden.
Ich hatte gerade zu Beginn das Gefühl, dass ich Sightseeing „machen muss“, um ja nichts zu verpassen. Zum Ende hin dann aber auch wieder, da ich es bald nicht mehr machen kann.
Meine Füße litten wortwörtlich unter den gut trainierten Beinen. Durchschnittlich 15k bis 20k Schritte – im Peak 42k – hinterließen ihre Spuren, ich bin keine 20 mehr. Das wurde mir sehr deutlich bewusst.
Bei meinem bewusst so gewählten Setting der Route war ich häufig verwirrt, wo ich grad bin. Damit einher geht auch das ständige Packen und Zimmer Checken beim Verlassen.
Leitungswasser war nicht immer Trinkwasser. Vermutlich in der Hälfte der Zeit musste ich die Zahnbürste mit Wasser aus der Flasche, die eben auch vorhanden sein musste, spülen bzw. anfeuchten.
Warmwasser kam nicht überall aus der Dusche. Manchmal kam sogar überhaupt kaum Wasser aus der Leitung. Vor allem in Lateinamerika war es häufig so.
In vielen Orten gab es Promoter, die mit „Happy Hour“ lockten. In manchen Orten waren sie sehr penetrant und hier und da meinten sie, dass Berührungen ihre Erfolgsaussichten steigern könnten.
Als alleinreisender offensichtlich europäischer bzw. ausländischer Mann sollte ich aber nicht nur auf ein Bier hier und da rein geholt werden… das war schon mitunter erschreckend, wie offen mancherorts die Prostitution betrieben wird.
Als Alleinreisender hatte ich aber auch hier und da einen Tisch zu nehmen, der nicht wirklich schön war. Die anderen wären zu groß für mich alleine.
Spanisch sprechende Menschen gaben sich teilweise keinerlei Mühe, sie zu verstehen. Ein Beispiel war in Kolumbien als ich den Preis für das Pferd wissen wollte. Anstatt langsam zu sprechen, holte er andere ran und ließ übersetzen, was ich aber dann beim zweiten Mal hören auch verstanden hatte. Zumal er dann langsamer sprach.
Einige Dinge habe ich auch einfach nur vermisst. Das war vor allem mein Bett bzw. das dunkle Schlafzimmer und mein Badezimmer mitsamt Dusche, Wanne und meinen Hygieneartikeln.
Ja, ich freute mich sogar auf meine Waschmaschine und diese nutzen zu können. Vor Ort war es nicht immer möglich, den Service zu nutzen, wenn es am nächsten morgen weiterging. Die Wäsche im Becken war nicht möglich, wenn es nicht trocknen konnte.
Aber ich vermisste es auch, mal wieder andere Klamotten als die immer gleichen fünf T-Shirts zu tragen, ein frisches Brot mit Käse und ganz allgemein Veggie-Produkte.
Ich vermisste aber auch Kälte, sprich unter 20 Grad tagsüber und vor allem nachts. Denn Hitze über so einen langen Zeitraum hinweg, wie ich es hatte, kann schlauchen. Aber auch das Schlafen mit eingeschalteter AC ist nicht immer die beste Idee – wenn auch notwendig.
Ich habe glücklicherweise nichts verloren bzw. vergessen bei meiner Reise. Aber manche Dinge sind kaputt gegangen und mussten dann ausgetauscht werden.
Meine erste Sonnenbrille ist irgendwann komplett auseinandergefallen. Aber sie sah eh nicht so gut aus wie die neue.
Meine erste Cap war irgendwann nicht mehr waschbar, sondern komplett vom Schweiß verfärbt. In Melbourne war es dann Zeit für eine Neue.
Meine mitgenommene Badeshorts war einfach nicht schön. Diese hatte ich dann auf den Fijis ersetzt. Für diese Erkenntnis hätte ich aber nicht wirklich erst im die halbe Welt fliegen zu brauchen.
Socken habe ich mit fünf Paar (nur kurze) definitiv zu wenige mitgehabt, in Toronto holte ich mir neue. Gab dann Blasen in NYC… super… im Gegenzug konnte ich zwei Paar entsorgen. Besser für die Füße und die Nase.
Meine Trekking-Schuhe waren fast täglich im Einsatz. Die Sohle hielt erstaunlich gut, aber eine Schlaufe der Schnürsenkel ist gerissen und ich musste improvisieren. Das ging zumindest gut.
Etwas traurig bin ich wegen meiner Spiegelreflex, die zwischenzeitlich komplett defekt war. Inzwischen läuft sie zumindest sporadisch.
Mein Lycrashirt habe ich sehr gerne getragen. Es liegt allerdings vermutlich noch immer in einer Wäscherei in Toronto…
Bei meinem Handy haben sich das Case, das Gorilla-Glas und das Ladekabel auf den letzten Metern in Jordanien verabschiedet. Das war immerhin halbwegs leicht austauschbar.
Mein orangenes Nackenkissen lag im Laufe der Reise irgendwann mehr auf dem Boden irgendwelcher Flughäfen, Fähren etc. und definitiv nicht mehr um meinen Hals. In Jordanien landete es dann schließlich am Airport im Mülleimer.
Viele der Punkte sind keine echten Probleme, sondern lediglich Luxusprobleme. Aber häufig ist es auch „nur für eine Nacht“ ertragbar, nur machen 194 mal „nur für eine Nacht“ auch ein halbes Jahr.
Auch hier kann ich mich wieder auf einige Zeilen beschränken und das Positive überwiegt. Es sind auf jeden Fall auch wertvolle Erfahrungen, die hier und da künftige Planungen beeinflussen werden. Ich will auch gar nicht deutsch sein und es problematisieren und Schuldige suchen (s. Posting vor einigen Tagen). Ich nutze es positiv für mich.
Nach nun einigen etwas kritischeren Beiträgen fokussiere ich mich nun wieder auf die positiven Resümees. In den kommenden Tagen habe ich auch dazu noch Postings im Hinterkopf bzw. teilweise schon vorbereitet und teile diese gerne wieder mit Euch. Da kommen noch einmal neue Sichtweisen, die ich bisher so nicht direkt angesprochen habe.
Kulinarisches
Tag 194+x – eine Reise durch die Kulturen ist vor allem auch eine Reise durch die Küchen dieser Welt. Mit dem heutigen Posting will ich Euch den Mund ein wenig wässrig machen 😋 Mahlzeit!
Ich habe sehr vieles probiert. Vor allem wollte ich immer möglichst die landestypische Küche probieren. Und das habe ich auch sehr oft gemacht. Wenn du mich fragst, wo’s am leckersten ist, habe ich klare Antworten.
In Japan ist das weltweit beste Essen anzutreffen. Es ist nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch ein Augenschmaus, denn das Essen wird wie Origami auf dem Teller angerichtet. Das Sushi in Japan ist übrigens nicht mit dem Sushi hier zu vergleichen.
Dicht dahinter folgen Indien und Italien. Die italienische Küche kennt jeder hierzulande. Und authentisch vor Ort ist es einfach ein Gedicht. Indien bietet eine extrem leckere Küche und ist vor allem für Vegetarier die Nummer 1.
Überall versuchte ich vor allem, traditionell zu essen. Damit sind nicht nur die Stäbchen gemeint, sondern auch in der Hocke zu essen oder ebenso sitzend eine Tee-Zeremonie mitzumachen, waren ein Erlebnis. Ich saß aber auch in Indien auf dem Fußboden und aß mit den Fingern oder vom Bananenblatt in Malaysia. Ich konnte auch besondere Dinner genießen wie das Sound of Silence am Uluru oder das traditionelle Essen, das bei den Māori und den Beduinen im Boden zubereitet wurde. Die etlichen Lounges an den Flughäfen sahen mich regelmäßig als Gast, es war allerdings selten ein kulinarisches Highlight.
In Tansania habe ich eine Cooking Class gemacht bzw. gemeinsam mit den Locals gekocht und überall konnte ich dem Streetfood nicht widerstehen. Ich habe sehr Unterschiedliches gegessen, vor allem versuchte ich, mich zu Beginn vor allem noch vegetarisch/ pescetarisch zu ernähren. Aber gerade in Lateinamerika wurde ich gefragt: „Fleisch oder Hühnchen?“ Es war nicht immer einfach.
Ich habe wirklich sehr verschiedene Sachen probiert. Um nur einige der Highlights zu nennen: ich aß in Tansania Bananensuppe, in Indien leckeres Naanbrot, in Südostasien unterschiedlichstes Streetfood, häufig Fish & Chips in Ozeanien, in Neuseeland edle Austern, das beste Sushi, Ramen, Hôtô, Gyoza, Tempura und Mochi in Japan, feurige Tacos in Mexico, würziges Poutine in Toronto, knusprige Wings in Buffalo und in Jordanien traditionell zu Eid Lamm. Überall auf der Welt gab es – für mich allerdings nicht bevorzugt – Pizza, Burger, Sushi und Smoothies und meistens auch vegetarische Optionen bzw. ganze Gerichte. Smoothies habe ich dann sogar zum Index für das Preisniveau eines Landes erhoben, mein Smoothie-Index.
Aber auch Getränke habe ich sehr unterschiedliche genossen. Neben gelegentlichem lokalen Bier und Spirituosen war ich auf einigen Kakao- und Kaffeeplantagen in Tansania, Hawaii, Costa Rica und Kolumbien und habe frischen Kaffee und Schokolade selbst gemacht und/ oder verköstigt. Das gab nicht nur interessante kulturelle Einblicke, sondern war auch kulinarisch interessant.
Ich habe aber auch bestimmte Rezepte für mich mitgenommen und werde meine eigene Küche – wenn ich wieder richtig angekommen bin – neu ausrichten. Insbesondere die folgenden Rezepte und Inspirationen werde ich definitiv mal ausprobieren:
– Naan Brot/ Curry aus Indien
– Dragon Fruit Juice/ Smoothie aus Südostasien
– Pad Thai/ Lao aus Laos bzw. Thailand
– Mango Sticky Rice aus Laos
– Egg Coffee aus Vietnam
– Pho mit Tofu aus Vietnam
– Matcha Latte aus Japan
– Ramen mit Tofu aus Japan
– Shuba Shuba aus Japan (sollte es nur in vegetarisch geben…)
– Tacos aus México
– Enchiladas aus México
– Quesadillas aus México
– Ginger-Lemon-Mint-Drink aus Lateinamerika
– Palmito-Salat mit Erdbeeren aus Costa Rica
– Karibische Soße aus Costa Rica
– Frische Zitronenlimonade aus mehreren Gegenden
– Dattelsaft aus Jordanien
– Mandi/ Kabsa aus Jordanien
Es gibt aber auch ein paar Produkte, die ich immer wieder konsumiert hatte und die ich mir mal hier in Deutschland suchen werde:
– Cadbury Schokolade Twirl aus Ozeanien
– Bundaberg Mango und Guava Schorle und Ginger Beer aus Ozeanien
– Ramune Limonade aus Japan, die ich aber häufiger in Ozeanien konsumiert habe
– Kiwiberries aus Neuseeland
– Yuzu aus Japan
– Yuba aus Japan
– Koloa Rum Coconut von Hawaii
– Maynards Fuzzy Peach aus Toronto
– Canadian Dry Ginger Ale aus Toronto
– Kona Big Wave Golden Ale aus NYC bzw. von Hawaii
OK, die Produkte gingen nicht wirklich mit dem Vorsatz, sich gesund zu ernähren, konform. Aber zurück in Deutschland will ich mich definitiv wieder bewusster ernähren. Impulse und Ideen für leckere Rezepte habe ich sehr viele aus aller Welt mitgenommen und ich hoffe, meine Küche sinnvoll, schmackhaft und gesund zu erweitern. Auch kulinarisch war die Weltreise also ein echter Volltreffer. Es ist ein Wunder, dass ich nur 5kg in diesen 6 Monaten zugenommen habe. Aber ich bin auch sehr weit und viel gelaufen – nicht nur von Restaurant zu Restaurant…
UNESCO-Stätten
X Tage nach der Rückkehr – Auf meiner Weltreise wollte ich die Schönheit der Natur und der Welt allgemein entdecken. Und das habe ich definitiv gemacht. Insgesamt habe ich 27 UNESCO-Stätten besucht, darunter 5 Weltwunder.
In Tansania habe ich bereits aus dem Flieger den Kilimanjaro erblicken können. Es war ein faszinierender Anblick.
Indien wartete mit einem der New 7 Wonders (N7W), dem Taj Mahal. Allerdings versteckte es sich im Nebel. Auch in Indien konnte ich die Pink City Jaipur und die Anlage Jantar Mantar besuchen. Es gibt viele Details dort zu entdecken.
Südostasien bot dann keine Weltwunder, aber dafür vor allem das beeindruckende Angkor Wat, eine riesige, die weltweit größte, Tempelanlage, die ich an zwei Tagen erkundete. In Laos ist die Stadt Luang Prabang mit seinen vielen Tempeln sehr schön anzusehen. Vietnam bot direkt drei Stätten: die zerklüftete Ha Long/Cat Ba Bay, das traditionelle Trang An und die gelbe Altstadt von Hoi An.
In Sydney wartete das berühmte Opernhaus auf mich. Es war ein toller Platz inmitten der Metropole, der zum Verweilen einlud. Im roten Herzen des Landes verzauberte der Uluru, ein wirklich magischer Ort, an dem die Kultur der Aborigines zu erleben ist. Die Blue Mountains in der Nähe von Sydney luden zum Wandern in toller Natur ein.
Den Tongariro NP in Neuseeland habe ich nicht in seiner vollen Größe erkunden können. Aber den majestätischen Anblick des Vulkans habe ich dennoch genießen können.
Japan besticht mit seiner starken und überwältigenden Kultur. Das alte Kyoto hat auch mich in seinen Bann gezogen. Den Fuji-san konnte ich jedoch leider nur vom Flieger aus sehen – aber immerhin.
Angekommen in México erwartete mich dann schließlich das zweite N7W meiner Reise. Ich erkundete die Maya-Stadt Chichén Itzá.
Kolumbien hat eine sehr pittoreske Kaffee-Landschaft, die ich rund um Salento und Minca zu sehen bekam. Aber auch die weitläufige Befestigungsanlage und Altstadt in Cartagena luden zum Verweilen ein.
In NYC habe ich es mir nicht nehmen lassen, die Freiheitsstatue von der Staten Island Ferry aus zu sehen. Das gehört für mich zu einem Besuch der Stadt dazu und sie verkehrt gratis.
Zurück über den großen Teich konnte ich das einzig erhaltene antike Weltwunder bestaunen: die Pyramiden von Gizeh, die ich auch von meinem Hotel aus gut sehen konnte. Auf meiner Fahrt vom Flughafen erspähte ich das historische Kairo.
Jordanien ist eine Perle im Orient. Ich konnte hier ein weiteres N7W bestaunen: Die Felsenstadt Petra. Aber auch Wadi Rum ist überwältigend. Die Wüste bietet skurrile Landschaften, die an den Mars erinnern.
Zurück in Europa wandelte ich auf den Spuren antiker mediterraner Kulturen und besuchte die Akropolis und das letzte der N7W auf meiner Reise: Das Kolosseum inmitten des antiken Roms.
Schließlich blieben noch zwei Städte zu erkunden. Den Vatikan mitten in Rom und das historische Prag als würdiger Abschluss meiner Reise durch etliche UNESCO-Stätten.
UNESCO-Stätten sind schöne Plätze auf der Welt. Wer diese besucht, sieht definitiv faszinierende kulturelle bzw. landschaftliche Orte. Es gab aber noch weitere Orte, die mich beeindruckt haben, wie das Wildlife in Costa Rica, die Na Paali State Coast auf Kauai und etliche Orte auf Neuseeland, die mich komplett eingefangen haben, die auch ohne UNESCO-Stätte zu sein, einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Tiere
Einige Tage nach der Rückkehr – wenn ich hier aus dem Fenster schaue, sehe ich die heimische Flora und Fauna. Wir haben so gut wie keine gefährlichen Tiere hierzulande. In Australien fragte ich mich regelmäßig, ob das Gegenüber mich gleich anspringen und mir etwas anhaben wird. Es kam bekanntlich nicht so, ich habe auch keine gefährlichen/ ekligen Tiere dort gesehen. Ich habe allerdings eine Vielfalt an imposanten exotischen Tieren gesehen, die ich mir kaum hatte erträumen lassen.
In Tansania bin ich direkt bei der Ankunft auf Safari in den Arusha NP gegangen und wurde mit wunderbaren Tieren erfreut, die ich sehen konnte: Affen, Hippos, etliche Flamingos, Zebras und Giraffen. Es war atemberaubend, sie in den Weiten des Nationalparks zu beobachten
In Indien war es dann ganz normal, dass Kamele auf der Straße herumliefen. Und natürlich auch die heiligen Kühe.
Australien hat dann mit dem Wildlife richtig losgelegt. Einige dieser Tiere waren aus nächster Nähe zu sehen wie Koalas und Kängurus, andere waren Respekt einflößend wie Emus. Ich habe in Australien zudem Robben und Echidnas beobachten können.
Neuseeland bot mir Haie und Keas. Auf der Insel selbst (traditionell) eine Menge Vögel und Schafe (importiert durch den Menschen). Ursprünglich war es übrigens eine reine Vogelinsel.
Nahezu überall gab es Geckos, auf den Fijis dann etliche davon und auch sehr viele Kröten in meinem Resort – dem Gecko’s Resort. Auf einer Schnorcheltour habe ich dann unzählige Fische und Korallen gesehen, so wie auch Seesterne und Muscheln. Vor allem aber umkreisten – wohl nur harmlose – Haie unser Boot, was sehr beeindruckend war.
Auf Hawaii sah ich dann wie erwartet recht große Schildkröten und Mönchsrobben am Strand. Ein toller Anblick, zumal sie recht gemütlich und gemächlich nur am Strand lagen. Natürlich durften auch etliche Hühner hier nicht fehlen.
Lateinamerika hat schließlich mit seinem Wildlife alles Vorherige in den Schatten gestellt. Vor allem Costa Rica hat mit seiner Biodiversität bestochen, aber auch Kolumbien und México hatten etwas zu bieten. Ich habe Krokodile, Pelikane, Kolibris, riesige Schmetterlinge, Landkrabben, Frösche, Faultiere, Nasenbären, Waschbären, Leguane, Krebse, Papageien, diverse weitere Vögel, Tausendfüßler und Tucans sehen können. Wow, das waren wirklich extrem viele exotische Tiere.
In Nordamerika war es nicht mehr so ausgefallen. Aber immerhin gab es noch Black Squirrel, einen Skunk, Gray Squirrel und schließlich sogar Schildkröten im Central Park zu sehen.
Der Orient bot dann wieder viele Kamele, wie es zu erwarten war. In Europa zurück war diese Artenvielfalt dann vorbei.
Tiere in ihrer freien Wildbahn zu sehen, ist schlichtweg majestätisch. Ich wollte die Schönheit der Natur sehen und sie hat alles gegeben, um mich mit ihrer Fauna zu begeistern. Ich war zu Gast in deren Wohnzimmern und durfte sie beobachten. Es waren für mich unvergessliche Momente.
Bedenklich ist es allerdings, dass einige dieser Tiere vom Aussterben bedroht sind. Es ist traurig, dass in einigen Jahrzehnten vielleicht nicht mehr die Chance besteht, alle diese faszinierenden Tiere zu beobachten. Wir sollten schleunigst umdenken.
Städte
Über 200 Tage seit dem Start, über 2 Wochen seit der Rückkehr – Die letzten Tage habe ich viel zu meinen persönlichen Erfahrungen mit Menschen und Natur geteilt. Heute möchte ich mit Euch mal teilen, was aus meiner Sicht eine lebenswerte Stadt ausmacht. Ich habe neben der Natur auch viele Städte besucht. Um eine kleine Auswahl quer durch die Kulturen zu nennen waren es unter anderem: Jaipur, Kuala Lumpur, Ha Noi, Hoi An, Sydney, Melbourne, Christchurch, Wellington, Auckland, Tokyo, Kyoto, Honolulu, San Diego, Cartagena, Toronto, NYC, Amman, Athen, Rom und Prag. Ich habe also wirklich ein sehr buntes Spektrum an Städten in vielen Kulturen und unterschiedlicher Größe besucht. Es waren Hauptstädte dabei, Millionenmetropolen, aber auch kleine verschlafene Orte mit wenigen Tausend Einwohnern. Da ich die Städte im Vorfeld natürlich mit Bedacht gewählt habe, habe ich mich in (fast) allen auch sehr wohl gefühlt.
Interessant war es vor allem in Christchurch. Diese Stadt auf der Südinsel Neuseelands wurde 2011 von einem schweren Erdbeben komplett verwüstet und nun wieder neu aufgebaut. Es ist bemerkenswert, was dort geschaffen wurde. Es war mein Tor zu Neuseeland und hat mich sofort gecatcht.
Was macht ein interessantes und anziehendes Stadtbild aus? Aus meiner Heimatstadt kenne ich eben diese Diskussion, da hier versucht wird, die Innenstadt wieder zu attraktivieren. Lassen wir einmal außen vor bzw. setzen mal voraus, dass in der Stadt ausreichend Arbeitsplätze gegeben sind und auch Nachhaltigkeitsaspekte umgesetzt werden. Diese Diskussion bemühe ich als Reisender erst gar nicht.
Was mir als weltenbummelnder Reisender immer besonders wichtig war, war ein zentraler Platz, der zum Verweilen einlud. Häufig war dieser mit viel Grün, am Wasser und/ oder einem ikonischen Gebäude gelegen, gerne eben eine der UNESCO-Stätten, die die Skyline der Stadt markant gestalteten. Dabei fallen mir bspw. das Sydney Opera House ein, der Times Square in NYC, aber auch der Riverside Market in Christchurch, um es nicht ganz so pompös zu halten. Was hier für mich immer wichtig war, war dass ich die Wahl hatte, mich entweder in ein – dann zumeist teureres – Café zu setzen oder einfach auf Treppen oder Bänke rund um den Platz das Happening als Beobachter neben einem vielleicht noch plätschernden Brunnen zu verfolgen.
Aber ein zentraler Platz ist nicht alles, eine Stadt braucht noch mehr, um ein attraktives Gesicht zu haben. Ein Boardwalk entlang eines Flusses oder Sees lädt auch immer wieder gerne ein, etwas Ruhe abseits vom geschäftigen Treiben zu finden. In Neuseeland war dies sehr häufig auch in kleinen Orten zu finden, wie bspw. in Lake Tekapo oder Te Anau, aber auch in solchen Metropolen in Kanada wie Toronto am Lake Ontario. Aber auch Parks und Grünanlagen, die etwas bieten, gepflegt sind und leicht erreichbar sind, bieten so etwas. Prominente Beispiele sind der Central Park in NYC oder auch Villa Borghese in Rom.
Die tollen Städte schaffen es, Tradition und Moderne zu verbinden, wenn sie nicht ohnehin schon bzw. zusätzlich von bemerkenswerter Natur umgeben sind. Äußerst erfolgreich schaffen das Städte wie Kuala Lumpur, Tokyo oder Kyoto. Dort sind Tempel der dortigen Religion eingebettet in moderne Hochhäuser mit Glasfassaden mit mitunter verspielter oder avantgardistischer Architektur. Die Eindrücke prasselten nur so auf einen ein und man war zum Aufnehmen dieser Sinnesreize förmlich gezwungen – im positiven Sinne. Japan schafft es ohnehin, seine starke Tradition in die moderne HIgh Tech-Welt zu integrieren und beides gelungen miteinander zu verbinden.
Es gehört aber auch dazu, dass sich Touristen gut innerhalb der Stadt bewegen können. Dies unterstützen logische und einfache Straßenführungen, wie es in NYC vorzufinden ist oder aber auch in Prag. Rom war hier ein Negativbeispiel, da die Stadt nicht unbedingt Fußgänger priorisiert in der Verkehrsführung behandelt. Wenn ich aber eine Stadt als Reisender erfahren will, bewege ich mich nur selten im Auto umher. Eine gewisse Fußgängerfreundlichkeit setze ich dann voraus. Dazu gehört es dann, dass ich den ÖPNV einfach, auch zu späterer Stunde, zuverlässig, sicher und möglichst digital nutzen kann. Fahrkartenautomaten, die unverständlich und kompliziert sind, helfen nicht weiter. Ein einfaches Tappen der ÖPNV- oder Kreditkarte machte die Fortbewegung selbst in Millionenmetropolen wie Sydney, Tokyo und NYC kinderleicht. Shuttles mit e-Antrieb sind dann das i-Tüpfelchen, aber das schafft selbst Luang Prabang in Laos – ganz ohne einen Automobilkonzern vor der Haustür.
Hilfreich ist es auch, wenn ich ausreichend unaufdringliche und gerne auch digitale Hinweisschilder vorfinde, um mich zu orientieren. Aber auch um mir grundsätzlich aufzuzeigen, was die Stadt denn alles bietet und womit sie sich selbst identifiziert. Denn als Reisender will ich schließlich nicht nur ins Handy schauen, um den Weg zu finden. Das ist auch eine der zentralen Fragen, die ich mir stellte und in Auckland bspw. unbeantwortet blieb: Wofür steht diese Stadt? Was will mir diese Stadt sagen?
Ich will aber ebenso wenig über Müllberge oder kaputte Straßen und Bürgersteige laufen müssen. Die Instandhaltung und ausreichend nicht überfüllte Mülleimer sind hier ein Schlüssel, aber auch die Reinigung der Straßen an sich. Natürlich ist Kopfsteinpflaster o.ä. ein Merkmal von Kultur und Historie, aber auch das kann gepflegt sein – oder einfach nur verkommen. Wenn dann noch ein entsprechendes Sicherheitsgefühl aufkommen kann, ist es perfekt. Das wird übrigens nicht durch Stacheldrahtzäune herbeigeführt…
Sehr wichtig für ein tolles Flair sind aber die Menschen und ihr Mindset. Das lässt sich nur schwierig beeinflussen, aber wenn Menschen zufrieden sind, strahlen sie es auch aus. Wenn ich aber hektische und ignorante Menschen um mich herum habe, die sich selbst stressen, werde ich auch als Reisender davon angesteckt. Eine LGBT-Szene mit bspw. auch Regenbogen-Zebrastreifen ist ebenfalls hilfreich, aber natürlich macht das nicht alleine ein tolles Flair aus. Es untersteicht jedoch die Offenheit der Menschen und ihrer Kultur in dieser Stadt. Die Welt ist ohnehin bunt und etwaige Vorschriften, nur bestimmte Farben zu verwenden, mag zwar erwachsen wirken, hat aber kein Flair, wenn es nicht die Moderne unterstreicht.
Menschen wollen relaxen und entschleunigen. Und das geht am besten, wenn die zuvor genannten Punkte beachtet werden. Nicht zu vergessen ist es für mich als Reisender, wenn ich die Möglichkeit habe, auch noch zu späterer Stunde Grundbedürfnisse nach etwas zu trinken und bspw. einem Riegel Schokolade zu befriedigen, sprich in einem kleinen Laden um die Ecke etwas Geld los zu werden. Apropos Grundbedürfnisse, in Japan sind diese öffentlichen Örtchen mitunter sauberer als so mancher Ort in Luxus-Etablissments hierzulande. Auch gehört Trinkwasser zum Grundbedürfnis und vor allem in Zeiten sich immer weiter aufheizender Städte sind öffentlich zugängliche gratis Wasserspender wie in Rom oder vielerorts in Ozeanien ein echter Segen.
Die Königsdisziplin sind dann Schmelztiegel der Kulturen, die sich insbesondere größere Städte leicht erlauben könnnen. Hier sind dann Viertel wie Chinatown, Little Italy etc. zu finden. Es geht auch ohne diese Viertel, wenn vor allem die Gastroszene eine entsprechende Diversifikation erfährt und hier und da auch architektonisch besonders und divers ist. So gibt es bspw. auf Hawaii hier und da asiatische Tempel zu bestaunen und in Ozeanien viele gute und authentische asiatische Restaurants.
Letztlich macht eine Stadt, die die Bedürfnisse der Menschen befriedigt und entschleunigt, eine tolle Stadt aus – es ist ganz einfach. Dazu gehört es aber nicht, dass ich mit dem Auto in den letzten Winkel fahren kann, sondern Entschleunigung finde und auch einfach mal nur Beobachter sein kann, ohne selbst gehetzt zu werden. Wenn die Verbindung aus Tradition und Moderne dann noch klappt, also die Besinnung auf die eigenen Werte und Historie, ohne den Anschluss an die Zukunft zu verpassen, bietet die Stadt Reisenden einiges und lädt nicht nur zum Verweilen und Beobachten, sondern auch zum Erkunden ein. Letztlich muss eine Stadt für sich selbst beantworten, wofür sie stehen will und was sie transportieren will. Es muss nicht jede Stadt eine Kopie von NYC oder Sydney werden. Es reichen manchmal kleine Veränderungen in die richtige Richtung, die eine Stadt lebenswert machen können.
Nach diesen Aspekten werde ich wohl künftig Städtetrips auswählen. Ich werde aber auch durch meine Heimat mit eben diesem Blickwinkel laufen und meine Umgebung begutachten. Was ist für Dich eine erfolgreiche Stadt?
Sinnvolles
6 Monate auf Weltreise und nur mit einem Rucksack unterwegs. Da will gut geplant sein, was mitzunehmen ist. Ich möchte nachfolgend von meiner Erfahrung berichten, was ich als sinnvoll bzw. unnütz erachtet habe.
Absolut sinnvoll war allen voran meine Bauchtasche. Der Brustbeutel hätte doch zu stark aufgetragen und in dieser kleinen unauffälligen Tasche konnte ich alles dabei haben vom Geld über Kreditkarten bis hin zum Reisepass. Und letzterer wurde nicht nur einmal außerhalb des Flughafens verlangt.
An Klamotten waren das Merino-Shirt und das Fuktionsshirt extraklasse. Das Schwitzen stellt sich nicht so schnell ein und es trocknete wieder sehr schnell. In Afrika war es die stichfeste Kleidung bestehend aus Safari-Hose, Safari-Hemd und Moskito-Socken. Ein zweites Paar Schuhe und Flipflops waren auch extrem hilfreich. Immer nur über viele tausend Schritte in den gleichen Schuhen zu machen, ist nicht immer so angenehm – für Fuß und Nase. Auch die Flipflops, die in jedes Gepäck gehören, waren grandios. Häufig auch in den Bars und Restaurants am Abend. Alles ließ sich perfekt mit den Packing- bzw. Kompressions-Cubes packen. So konnte alles platzsparend verstaut werden und es herrschte vor allem Ordnung bis zum Ende der Reise. Kein „Travelhack“, aber ein echtes Muss, egal wohin und wie lange gereist wird. Achtet aber insgesamt darauf, nicht Eure Lieblingsstücke mitzunehmen. Mitunter geht etwas verloren wie mein Funktionsshirt in Toronto in einer Laundry und vieles leidet einfach extrem bei so einer langen und intensiven Zeit durch vor allem alle Klimazonen. Abgerundet wird alles durch den unerlässlichen zusätzlichen Sonnenschutz bestehend aus einer Cap und Sonnenbrille, die ich im Laufe der Reise ja erneuert habe.
Ein Mikrofaser-Handtuch ist nicht nur am Strand – oder wenn nötig in Hostels – sinnvoll. Es half mir überdies, Nächte direkt unter der AC in LatAm unbeschadet zu überstehen. Und glaubt mir, die AC auch nachts laufen zu lassen, war notwendig, um kein überhitztes Zimmer zu haben, aber auch um nicht etliche Moskitos im Zimmer herumschwirren zu haben.
Ein Deo gehört auch ins Gepäck, nicht nur für den Körper. Auch die Socken und Schuhe danken es Euch. In Japan gibt es extra Schuh-Deo in einigen Hotels. Sie wissen warum… Wer viel läuft, wird hier und da auch Tempel besichtigen oder eine Tee-Zeremonie mitmachen. Da ist es angenehmer für einen selbst und alle um einen herum…
Bei der Buchung ist es sinnvoll, Checkin-Gepäck zu haben. Ich habe es zu schätzen gelernt, als ich dann mit nur leichtem Gepäck hinter der Sicherheitskontrolle unterwegs war. Der Gang auf das stille Örtchen war so erheblich angenehmer. Was ich bei meinen Zimmerbuchungen dann konsequent nach den ersten Erfahrungen nachgetragen habe, war die Anfrage nach einem ruhigen Zimmer, denn guter Schlaf ist ungemein wichtig. Nicht jede Unterkunft konnte oder wollte dem allerdings nachkommen. Andere achteten aber sehr genau darauf. Die Flüge liegen übrigens optimal, wenn der Transfer zwischen 10 und 14 Uhr liegt. So kann man ausreichend Schlaf finden, den Checkout aus dem Hotel machen und erst dann ankommen, wenn das Zimmer auch garantiert wird. Wobei sich bei der Ankunft immer eine freundliche Nachfrage lohnt. In der überwältigenden Mehrheit der Fälle gab es das Zimmer schon deutlich früher.
Auch hinsichtlich Technik gibt es ein paar Dinge, die hilfreich sind. Der Travel-Adapter ist obligatorisch. Aber auch die Powerbank gehört ins Reisegepäck. Übrigens ist eine Powerbank eine willkommene Bridge, wenn die Steckdose nicht nahe genug am Bett ist. So ist dann am nächsten Morgen auf jeden Fall beides gut geladen. Wichtig ist ein gut geladenes Handy auf jeden Fall, denn viele ÖPNV-Apps, Apple-Pay und vor allem Google Maps sind unerlässlich beim Erkunden neuer Orte. Apropos Erkunden: Achtet beim Mietwagen darauf, nicht nur eine Kofferraumabdeckung zu haben (Smash ’n‘ Grab), sondern auch Fahrerassistenzsysteme und ggf. Apple CarPlay. Grad bei ungewohntem Linksverkehr hat mich das FAS gut in der Spur gehalten, standen doch hier und dort Touris im Graben oder haben waghalsige Manöver vollzogen. Auch die längeren Überlandfahrten waren so entspannend für die Beine, da ich nicht ständig die Geschwindigkeit selbst halten musste.
Letztlich ist es gerade bei Langzeitreisen wichtig, etwaige Claims an Versicherungen, Airlines oder Booking sofort zu notieren. Noch besser ist es, diese direkt zu versenden – sofern man sich die Muße gibt, das während dieser Zeit zu machen. Ein erfolgreicher Claim bessert direkt die Reisekasse wieder auf. Die Belege sollten am besten sofort digitalisiert werden, indem man sie fotografiert. Das digitale Foto ist übrigens auch für Tickets aller Art ratsam. Denn geht mal eins verloren, wie bei mir in Vietnam, kann so ein neues ausgestellt werden. Diese Lektion hatte ich genau in diesem Moment gelernt – der Verlust waren aber nur rund 1,50€.
So manches war auch einfach unnütz bzw. ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. So habe ich meine Trinkflasche kaum genutzt, insbesondere zu Beginn hatte ich sie oft vergessen. Allerdings habe ich auch einfach zu oft das teure Wasser gekauft, wo es eigentlich gratis Trinkwasserspender gab… selbst schuld.
So leicht mein Gepäck und sinnvoll auch genau das war, so habe ich zu wenige Socken eingepackt. Ich musste welche nachkaufen und definitiv zwei Paar entsorgen.
Google Maps ist zwar hilfreich, aber lotst einen manchmal über unmögliche Strecken. Wohl dem, der dann den gesunden Menschenverstand hat und ggf. sogar noch selbst Karten lesen kann.
Für Hotelzimmer wünschte ich mir hier und da Wäscheklammern. Nicht für die Wäsche, sondern um Vorhänge dicht schließen zu können. So ein Sonnenaufgang um kurz nach 5 Uhr in der Früh ist schön, aber nur, wenn man selbst draußen an einem Viewpoint ist. Die Sonne direkt aufs Gesicht ist nicht wirklich wünschenswert. Nun gut, das nächste Mal…
Das Aufgabegepäck hätte ich besser mal ex ante gebucht. Hinterher gebucht erzeugte es erhebliche Mehrkosten von rund 15 bis 50 Euro pro Flug und ich habe es rund 20 bis 30 Mal hinzugebucht. Eine weitgehend vermeidbare und viel zu hohe Kostenposition.
Japanische Kultur
Die japanische Kultur verdient einen eigenen Artikel. Und über diesen freue ich mich ganz besonders, ihn zu schreiben und zur Diskussion zu stellen. Mit diesem Reiseziel hängen eine Menge toller Erfahrungen und Erinnerungen zusammen.
Wer dorthin reist, wird einen riesigen Kulturschock erleben. Ich kenne aber kaum jemanden bzw. tatsächlich niemanden, der ihn als negativ empfindet. Für mich war es das kulturelle Paradies. Die japanische Kultur zeichnet sich durch Respekt, Disziplin und Ruhe aus. Die Menschen zollen sich gegenseitig viel Respekt untereinander, verhalten sich äußerst diszipliniert und transportieren eine unglaubliche und unvergleichbare Ruhe. Introvertierte Menschen werden sich hier sicherlich extrem wohlfühlen. Ich hatte sehr schnell für mich bspw. bemerkt, dass die wuselige und im Grunde quietschlaute Millionenmetropole Tokyo eine Wohlfühloase ist und die Möglichkeit gibt, zu seiner inneren Ruhe zu finden.
Die Kultur drückt sich in einer Freundlichkeit aus, die ihresgleichen sucht. In Diskussionen wird nicht „Nein“ gesagt, sondern sich entschuldigt und bedankt. Daher sind diese beiden Wörter auch Pflichtvokabular bei einer Reise nach Japan: „Arigatou gozaimasu“ bzw. „Arigatou gozaimashita“ für „Danke sehr“ in beiden Zeitformen (sic!) und „Sumimasen“ für „Entschuldigung“, das in seinen Facetten ähnlich wie im Deutschen verwendet wird. Mit diesen Floskeln kommt man einer wichtigen kulturellen (An-)Forderung nach: Das Gegenüber wahrt sein Gesicht, egal in welche Richtung die Diskussion geht.
Übrigens helfen Japaner auch so lange, bis man sich bedankt oder die Frage geklärt ist. Dazu fallen mir zwei Beispiele am Bahnhof ein. Ich wusste nicht, ob ich am richtigen Gleis bin und fragte ein älteres Ehepaar mit ein paar Brocken Japanisch, die zu kennen übrigens ein Ausdruck von Respekt ist und zudem als Eisbrecher dienen. Sie konnten kein Wort Englisch, waren aber äußerst bemüht, meine Fragen in allen möglichen Ausprägungen zu beantworten. Und ja, es wurde mir am Ende sogar geholfen. Das andere Beispiel ist mein Ticket für den Shinkansen. Am Automat konnte es nicht ausgespuckt werden, ich hatte irgendwas falsch bedient. Am Schalter bat ich um Hilfe. Aber anstatt mir irgendwas zu erklären oder zu problematisieren, kam der Angestellte rum, ging mit mir zum Automaten und hat in aller Ruhe mit mir den Ticketprozess durchlaufen, bis ich das Richtige in der Hand hielt. Man stelle sich Vergleichbares in Deutschland vor. Übrigens sind die Züge dennoch – oder gerade deswegen? – alle pünktlich.
Wer in Japan unterwegs ist, wird bemerken, dass im Gehen oder in der Bahn nicht gegessen und getrunken wird. Auch wird kein Handy zum Telefonieren im Gehen oder in der Bahn benutzt. Es gilt als rüpelhaft. Hier und da kann es aber beobachtet werden, aber wirklich äußerst selten und kaum bei Locals. Wer sich etwas an einem Snackstand kauft, bleibt dort in der Nähe stehen und dreht sich möglichst von der Straße und anderen Passanten weg oder nutzt eine nahe Sitzgelegenheit. Es herrscht zudem weitgehend fast überall ein Rauchverbot. Die Städte sind extrem sauber, werden aber auch ständig gesäubert. Allerdings sind so gut wie keine öffentlichen Mülleimer zu finden, was mitunter eine traurige Historie hat.
Wenn Japaner zu überfüllten Orten kommen, wird sich angestellt und zwar in der Reihenfolge, in der man angekommen ist. Es wird nicht gedrängelt und es bildet sich eine wohlgeordnete Schlange heraus. Selbst an Ampeln ist es kein Knäuel, sondern es zeichnen sich irgendwie auch hier Warteschlangen ab. Ein reiner Ausdruck von Gerechtigkeit, Geduld und Disziplin. Am Ende von längeren Schlangen stehen übrigens häufig Bedienstete, die mit einem zweisprachigen Schild auf das Ende der Schlange hinweisen. Es muss niemand irgendwen fragen. Auch ist dadurch klar, welches Ende für welchen Service ist. Am Flughafen ebenso, dort wird freundlich mit einem zweisprachigen Schild darum gebeten, sein Gepäck bzw. die Nummer darauf mit derjenigen auf dem Ticket zu vergleichen, um das richtige mitzunehmen (Siem Reap lässt grüßen…). Das Gepäck selbst fällt nicht einfach so auf das Laufband drauf, es wird behutsam von einem Mitarbeiter wohlpositioniert. Am Flughafen zeigte sich auch ein anderes beeindruckendes Schauspiel. Die Cabin Crew von ANA lief nicht einfach durch den Checkin durch. Kurz vorm Schalter standen sie kurz aufgereiht, drehten sich zu den wartenden Passagieren, verbeugten sich und liefen erst dann hindurch. So etwas gibt es wirklich nur in Japan.
Japan verbindet seine starke und uralte Kultur und Tradition hervorragend mit der Moderne und High-Tech. Das drückt sich nicht nur in den Gebäuden und Zeremonien und Events aus, sondern auch in der Kleidung. In Tokyo vor allem können bspw. ein Maid Café oder Horror Theme Café besucht werden, in dem junge Frauen in entsprechender Kleidung die Gäste bedienen und einen zu lustigen oder albern anmutenden Dingen animieren (alles jugendfrei versteht sich). Andererseits habe ich auch an Tee-Zeremonien teilgenommen, in denen bspw. nicht geredet wird und alles nach einem genauen Ablaufschema funktioniert und mit einer ausgesprochenen Ruhe kredenzt wird. Beides ist äußerst faszinierend und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir. Die Kleidung der Frauen transportiert auch wieder genau diesen Dipol. Einerseits kleiden sich viele (auch und vor allem Touris) mit den traditionellen Kimonos, vor allem um tolle Bilder während der Sakura zu machen. Andererseits zeigen die Frauen in Tokyo sehr gerne Bein und wissen auch genau diese mit moderner kinky Kleidung zu betonen. Auch hier ist beides wieder sehr beeindruckend.
Die Sakura, die Kirschblüte, ist ein kulturelles Highlight sondergleichen in Japan. Die Parks sind überlaufen voll und es gibt Hinweisschilder, wo welche Kirschart aktuell blüht. Selbst Google Maps hält diese Informationen parat. Ist dann ein Baum entdeckt – was nicht wirklich schwierig ist – stehen etliche Menschen drumherum und versuchen, sich davor, darunter und dahinter optimal in Szene zu setzen oder einfach nur den besten Zoom auf einzelne Blüten zu erhaschen. Auch ich gehörte dazu. Es ist ein besonderes Schauspiel, das man einmal im Leben miterlebt haben sollte. Due Kirschblüte hat einen sehr hohen kulturellen Stellenwert. Sie symbolisiert den Neuanfang und zugleich das Vergängliche.
Trotz etlicher Tausender und Millionen von Menschen, die täglich auf Japans Straßen unterwegs sind, gibt es keinen Körperkontakt. Dieser ist im sozialen Umgang ohnehin nicht erwünscht, verbeugt man sich doch (der „Untergebene“ geht dabei tiefer) und meidet den Händedruck. Aber wie gesagt, selbst auf den übervollen Straßen zur Sakura gab es keine Rempler, nicht einmal auf der bekannten Shibuya Crossing, wo ich mit ausgestreckten Armen meine Kamera haltend hin und her lief – so wie zig andere zur gleichen Zeit. Man gewinnt den Eindruck, die Menschen hätten sehr wohl hinten Augen. Denn niemand bewegt sich einfach so drauf los oder fuchtelt wild mit seinen Armen herum, ohne dahin zu schauen, wohin die eine oder andere Körperextremität gerade entweicht.
In Japan sind die Preise eindeutig, was sehr erfreulich ist. Nicht einmal Trinkgeld wird erwartet, es wird sogar ausgeschlagen. Trinkgeld gilt als Almosen und Hinweis, dass man annimmt, der Mitarbeiter verdiene nicht genug.
Japan ist ein insgesamt sehr sicheres Land. Man kann Wertgegenstände vergessen oder einfach liegen lassen, wenn man im Lokal auf die Toilette geht. Es klaut niemand. Ich habe selbst erlebt, wie einer neuen Bekannten, die am nächsten Morgen ihren Rückflug nach Seoul hatte, Dinge verloren gegangen sind. Da ich noch vor Ort war, suchte ich das Lokal auf und es konnte fast alles wiedergefunden werden. Aber auch in Bezug auf Kriminalität ist Japan extrem sicher und gilt als eines der sichersten Länder der Welt. Natürlich sollte man sich nicht in Gegenden begeben, die von der Yakuza dominiert werden.
Werden Dinge übergeben, so werden diese mit beiden Händen überreicht und entgegengenommen. Es kennt wahrscheinlich jeder aus dem Business-Kontext mit den Visitenkarten. Aber es ist auch so mit dem Pass, Tickets etc.
In der japanischen Kultur wird enorm viel Wert aufs Detail gelegt. Es ist in allen Cafés, Restaurants und Bars am Interieur zu sehen. Aber vor allem auch beim Essen, das nicht nur ungemein lecker ist. Das Anrichten auf dem Teller gleicht Origami mit Essen auf dem Teller. Es wird einfach mit Liebe gemacht und an den Kunden gedacht. So schmeckt es gleich noch einmal besser. Allerdings wäre es bei dem ohnehin schon extrem guten Geschmack gar nicht nötig, denn Essen zubereiten können die Japaner und das hervorragend. Für mich ist das japanische Essen die absolute Nummer eins in der Welt – ein Paradies für Foodies und solche, die es werden wollen.
In der Gastronomie gibt es zwei Ausprägungen von Sitzmöglichkeiten bzw. drei ganz streng genommen und ich habe alle geliebt. Einerseits kann man ganz traditionell nahezu auf dem Boden an tief stehenden Tischen hocken und das Essen zu sich nehmen. Ein sehr tolles und traditionelles Erlebnis. Anderseits kann man auch ganz „normal“ sitzen, wobei es dann aber auch wieder zwei Ausprägungen gibt. Häufig sitzt man am Tresen und dann auch recht eng beieinander und fremde Menschen sind unmittelbare Tischnachbarn. Gerade in Bars im Golden Gai in Tokyo, dem Barviertel, war das ein Garant zu lustigen und tollen Kontakten. Es gibt aber auch Tische, die einer Wahlkabine ähneln. Dort genießt man sein Essen in echter Ruhe und geschützt vor neugierigen Blicken. Ich liebte beides und fragte mich, wie ich jemals wieder normale deutsche Restaurants besuchen sollte. Wenn Japaner ein Restaurant verlassen, hinterlassen sie ihren Platz übrigens sauber und das Geschirr ordentlich zusammengestellt. Während des Essens sind wiederum gerne auch Schlürflaute insbesondere beim Verzehr von Suppe zu hören.
Was zur Gastro dazu gehört sind natürlich auch die stillen Örtchen. Diese sind in Japan – aber nicht nur in der Gastro – ganz besonders. Sie sind High Tech für den Allerwertesten. Die Wasserspülung vermisst so ziemlich jeder, der sie einmal für sich entdeckt hat. Ach ja, damit ist nicht die Spülung nach unten gemeint. Aber auch beheizte Klobrillen sind super angenehm oder die Möglichkeit, Geräusche abzuspielen, um die eigenen zu übertönen. Was mich aber beeindruckt hat, war die ausgesprochene Sauberkeit der öffentlichen Örtchen. Diese waren mitunter deutlich sauberer als wenn ich hier in eine Luxus-Gastro o.ä. gehe.
Es gibt noch so viel mehr zu Japan zu sagen. Und selbstverständlich war ich nur an der Oberfläche der Kultur und als Reisender unterwegs. Aber schon nach nicht einmal zwei Wochen kann ich mir ein solch ausführliches Urteil zu der Kultur bilden, das sagt sicherlich einiges aus.
Japan hat mich kulturell komplett eingefangen und wie oft habe ich mich an späteren Orten selbst denken ertappt „Das hätte es in Japan so aber nicht gegeben“. Wer Japan nicht kennt, sollte es definitiv einmal besuchen. Die lange Anreise ist jede Sekunde und jeden Cent wert. Mich hat es zutiefst beeindruckt und – ich hoffe es auch – nachhaltig beeinflusst. Denn von Japan und seiner Kultur können wir viel lernen.
In diesem Sinne: ありがとうございました, 日本 (vielen Dank, Japan)
Kontakte
Alleine zu reisen kann eine bereichernde Erfahrung sein, besonders wenn man sich bewusst dafür entscheidet, Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen, um nicht allein zu bleiben. Meine Reiseerfahrungen waren geprägt von der Herausforderung, anfangs noch eher holprig, Anschluss zu finden, doch ab Vietnam wurde es zunehmend leichter und flüssiger und es wurde ein Teil von mir.
Ich stellte fest, dass ich mich immer dann mit anderen verbinden konnte, wenn ich Lust dazu hatte. Wenn ich auf Gruppen oder einzelne Personen traf, die auf mich interessant wirkten, schloss ich mich ihnen an. So lernte ich viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen kennen und knüpfte Freundschaften, die rund um den Globus verstreut sind. Einige dieser neuen Freunde traf ich während der Reise erneut an einem der nächsten Orte, andere sogar wieder zu Hause an deren Heimatort, der Teil meiner Reise war oder aber direkt nach der Rückkehr. Doch selbst kurze Bekanntschaften, die nur ein nettes Gespräch umfassten, bereicherten meine Reise.
Mir begegneten viele Paare und ich fragte mich, warum ich damals, als ich selbst in einer Partnerschaft reiste, nicht ebenso leicht Kontakte knüpfte. Es waren jedoch nicht nur Paare unterwegs, sondern auch viele einzelne Frauen und Männer sowie Familien, die entweder als Einheimische oder Reisende anzutreffen waren, zu denen ich Kontakt aufbauen konnte.
Die Altersspanne meiner Bekanntschaften reichte von jungen Twens bis hin zu deutlich älteren Menschen. Darunter waren Langzeitreisende, Kurzurlauber, Backpacker und auch Reisende, die eher luxuriös unterwegs waren. Oft war das Essen nebeneinander als Tischnachbar ein perfekter Eisbrecher. Ein einfaches „You wanna try?“ öffnete Türen und half, neue Verbindungen zu schaffen. Völlig
undeutsch dieses Verhalten, aber das war einer der Schlüssel zum Erfolg, vom bspw. gleichen Teller zu essen und keinen typisch deutschen Zaun aufzubauen.
Die Vielfalt meiner Begegnungen bestätigte den Spruch „It’s all about the people you meet along the way“. Für mich, als eigentlich introvertierte Person, war diese Reise von unschätzbarem Wert. Ich wurde offener, lernte mich besser zu vernetzen und konnte mich dennoch zurückziehen, wenn ich es wollte. Umso schöner war dann eine Bemerkung, dass ich mich doch sicherlich recht schnell und einfach connecten würde.
Die Geschichten und Erfahrungen, die ich gesammelt habe, machten mich zu einem wahrhaftigen Geschichtenerzähler. Das Zitat von Ibn Battuta aus dem 14. Jahrhundert fasst es perfekt zusammen: „Traveling leaves you speechless and then turns you into a storyteller.“ So wurde ich als Vorbild und inspirierend bezeichnet als ich meine Geschichte(n) erzählte. Einer dieser Wow-Momente, nur auf ganz persönlicher Ebene.
Auch in die andere Richtung gedacht, ist es eine Betrachtung wert. Wie konnte der Kontakt in die Heimat gehalten werden? Mit den sozialen Medien war es recht einfach. Es gab einige, von denen ich mir mehr Interaktion erhofft hätte bzw. auch gedacht hatte, dass viel Interaktion kommt. Aber es war auch umgekehrt so, dass einige von Euch wirklich oft geschrieben und reagiert haben Mich hat jedes Like und jeder Kommentar gefreut und mir gezeigt, dass Ihr auch so viel Spaß an den Berichten habt wie ich es hatte und auch nach wie vor noch habe. Auch mein Instagram und YouTube sind in der Zeit gewachsen, nicht nur durch Connections vor Ort. Ein großes Dankeschön an euch an diese Stelle für alle Interaktionen auf allen Kanälen.
PS: Trotz vieler Kontakte lade ich heute nur ein einziges Bild hoch – und zwar von mir. Ich will niemanden bevorzugen oder benachteiligen und das Thema Datenschutz ist hier ja auch wieder ein großes Ding… Zudem habe ich nicht immer meine Kamera gezückt und direkt rumfotografiert, sondern diese Momente häufig auch einfach nur genossen und dem Gegenüber den nötigen Respekt gezollt.
Globale Gedanken
Nach so einer langen Reise stellen sich viele Fragen. Vor allem mir wurden so einige Fragen nach meiner Rückkehr gestellt, allen voran immer „Wo warst Du?“, „Wie war es in…“ und „Wo hat es Dir am besten gefallen?“. Häufig kommen auch Kommentare wie „Wow, Respekt, das könnte ich niemals“ oder ähnliches.
Ich möchte einfach mal ein paar dieser Themen proaktiv aufnehmen und gerne hier beantworten und zur Diskussion stellen. Ich war sprichwörtlich überall, ich bin gezielt durch alle Kulturen und zu allen Kontinenten gereist, in insgesamt 22 Ländern über 194 Tage hinweg von Mitte Dezember bis Ende Juni. Meine Reise konnte und kann jeder auf Instagram und YouTube mit- und nacherleben. Ich habe aber zudem bemerkt, dass ich nur einen winzigen Teil der Welt gesehen habe. Denn wollte ich es in einem Atlas markieren mit meinem Sichtfeld, so wäre es nicht mehr als eine sehr dünne Haarlinie, die meine Spur zeichnete. Die Welt ist unfassbar riesig und niemand wird jemals alles sehen können. Wenn ich teilweise zwei bis drei Stunden geflogen bin, bewegte ich mich fast jedes Mal noch im selben Kulturkreis und nicht selten noch im selben Land. Um von einem Kulturkreis zu einem anderen benachbarten zu fliegen waren häufig ganztägige Reisen nötig, um nicht in kulturell gemischten Städten anzukommen, wie bspw. San Diego. Die Welt ist riesig. Das stellte ich zudem fest, als mir bekannte Traveller „in der Nähe“ unterwegs waren, aber wir uns nie trafen. Alleine in meinem Heimatort sehe ich schließlich nicht jeden, der hier am selben Tag unterwegs ist. Ich wiederhole mich: Die Welt ist riesig. Aber sie ist auch vielfältig und bunt und bietet Platz für jeden.
Letztlich wurde mir damit sehr deutlich bewusst, dass niemand alles sehen kann und ich werde es erst recht nicht mehr schaffen, da ich nicht permanent reise. Ich habe die für mich schönsten Orte dieser Welt ausgewählt und diese gezielt besucht. Manche sprechen von einer „Bucketlist“, ich habe mich indes von diesem Wort verabschiedet, da es nach Abarbeiten klingt und nicht der Schönheit dieser Orte gerecht wird. Welche Orte am schönsten sind, liegt allerdings in erster Linie im Auge des Betrachters. Mir haben Laos wegen des ruhigen Vibes, Neuseeland mit seiner beeindruckenden Natur und Japan wegen seiner Kultur und des Essens sehr gut gefallen und mich nachhaltig beeindruckt – und hoffentlich auch verändert.
Ich stellte mir die Frage, wohin ich mit welchem Reisestil (Backpacker, Roadtriper, Foodie, Luxusurlauber etc) am besten reisen kann. Jedes meiner Ziele hat mir gut gefallen und nirgends kam Langeweile auf und es gab immer was zu sehen. Es gab Orte, an denen mir das Essen gut und woanders weniger gut gefallen hat. Es gab Orte mit unheimlich starker Kultur und andere, die eher mit Natur bestochen haben etc. Welchen Ort ich wann für wen empfehle, habe ich in für eines der nächsten Postings vorbereitet.
Kann so eine Reise jeder machen? Häufig hört man „Träume nicht Dein Leben“, „Mach einfach“ etc. Das mag vielleicht für Deutschland bzw. den globalen Norden gelten. Aber auch hier wird nicht jeder einfach mal losziehen und die Welt erkunden können. Aus Angst sollte jedoch niemand gehindert sein, da gilt der Spruch, es einfach zu wagen und einfach zu machen. Der weitaus größere Teil der Menschheit besitzt dieses Privileg allerdings nicht und kann nicht einmal zwei Wochen Strandurlaub machen. Schon gar nicht kann jeder frei in jedes Land reisen und sechs Monate am Stück ist und bleibt ein Traum für die meisten. Diese Menschen in den unterschiedlichsten Kulturen habe ich sehr häufig getroffen und inspirierende Gespräche mit ihnen geführt. Bspw. in Tansania im Msamaria Children Care Center. Die Lehrer und Betreuer widmen ihr Herz voll und ganz den Kindern, um ihnen Perspektiven zu eröffnen. Diese Perspektive ist ein Leben mit fairen Chancen und bei weitem nicht eine Weltreise.
Irgendwann wird man gesättigt und es besteht die Gefahr abzustumpfen. Ich habe meine Reise mal sehr genau mit Hilfe von Diagrammen analysiert und festgestellt, dass die Häufung von UNESCO-Stätten gerade zu Beginn dazu beigetragen hat, dass ich mir irgendwann dachte „Nett, schon wieder ein Tempel“, „Oh, der Viewpoint ist aber nicht so schön wie xyz“, „Der Strand gestern war aber seichter“ etc. Das zu erkennen, war für mich entscheidend. Denn so konnte ich mich auf die absoluten ein bis zwei Highlights pro Tag beschränken und musste nicht den 27. Wasserfall und 30. Strand in 10 Tagen besichtigen, nur weil er auf Google mit 3,8 bewertet ist. Ich habe ganz klar priorisiert und mir auch mal Nachmittage in der Unterkunft oder faulenzend am Seeufer gegönnt. Wann es eintrat, kann ich nicht so eindeutig sagen. Das Bewusstsein kam jedoch irgendwann in Australien auf, als die Landschaft sich häufig glich. Zeitlich würde ich sagen, dass man bzw. speziell ich rund sechs bis acht Wochen auch „Vollgas gehen“ kann ehe ich gesättigt werde.
Auffällig ist auch, dass sich die Natur (innerhalb einer Klimazone) global sehr häufig ähnelt. Dann kommen automatisch Vergleiche der Art „Das erinnert mich an xyz, sieht aber nicht so bombastisch aus“. Solche Vergleiche sollten auch möglichst ausbleiben, wenngleich sie automatisch aufkommen. Die Natur bietet jedoch etliche einzigartige Orte, die es zu erkunden absolut wert sind. Ähnlich verhält es sich mit den Kulturen. Benachbarte Länder sind häufig recht ähnlich, aber über weitere Entfernungen gesehen äußerst divers. Und die Erfahrung dieser Einzigartigkeit der Natur und Diversität der Kulturen hat meiner Reise ihre besondere Note verliehen.
Es ist aber nicht nur wichtig, sich selbst zu sortieren, sondern auch optimale Rahmenbedingungen zu haben, ist wesentlich. Ich sehe die folgende Reihenfolge in der Wichtigkeit gegeben:
- Das Allerwichtigste ist die eigene Gesundheit, denn mit „akuten Magenproblemen“ oder gar mit Fieber oder Verletzungen nutzen die schönsten Orte nichts. Das musste ich bspw. in Mexico erfahren dürfen, als ich einen fiebrigen Infekt hatte und eine Schnorcheltour sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist. Die richtigen Medikamente im Ausland zu bekommen, ist nicht unbedingt das einfachste, da nicht jeder die medizinischen Fachbegriffe parat hat. Es geht alles über Apps, aber es gibt schönere Momente.
- Aus der Heimat sollten keine belastenden Themen kommen. Es sollte volle Unterstützung kommen, denn immerhin seid Ihr wortwörtlich am anderen Ende der Welt und könnt keine Probleme in der Heimat lösen. Der richtige Rückhalt ist wichtig.
- Das Wetter vor Ort spielt eine wichtige Rolle. Natürlich habe ich Wanderungen auch bei Regen gemacht, denn wann komme ich sonst wieder bspw. nach Neuseeland an den Fox Glacier? Aber wenn Nebel herrscht, ist auch der Fuji nicht zu sehen, wie ich erfahren durfte. Wenn richtig starker Regen mit Unwettern herrscht, wird es ungemütlich und es bleibt nur noch der Rückzug in die Unterkunft. Ein heftiges Unwetter hatte ich vor allem in Australien erlebt, als es in der Folge zu Blackouts kam.
- Die Unterkunft spielt auch noch eine wesentliche Rolle. Nicht nur bei schlechtem Wetter als Rückzugsort, sondern auch – wie bei mir im späteren Verlauf der Reise – als Rückzugsort am späten Nachmittag bis zur Abendgestaltung. Aber auch für die Nachtruhe ist die Unterkunft wichtig. Wenn der Schlaf gestört wird, ist der nächste Tag eher schleppend.
Ich habe vor, mich – im Rahmen neuer Videos – mit meinen Planungsvideos zu beschäftigen und sie quasi zu aktualisieren. Allerdings nicht zeitnah und nicht heute. Denn das eine oder andere würde ich vielleicht anders machen. Vor allem bei einer möglichen zweiten größeren Reise würde ich einiges anders machen und etwas spontaner und flexibler reisen. Allerdings nicht, weil es falsch war, wie ich jetzt unterwegs war. Ganz im Gegenteil, die Weltreise war so genau richtig. Denn so konnte ich fast alles sehen, was ich sehen wollte und kann eine neue Reise nun so aufsetzen, dass ich gezielt bestimmte Regionen besuche und hier und da noch tiefer eintauche und das genieße, was ich für mich als wichtig identifiziert habe.
Unterm Strich war alles richtig, wie und was ich gemacht habe. Es war jeden Cent und jede Sekunde wert und ich würde es grundsätzlich wieder so machen und kann es nur jedem empfehlen, der auch über die ausreichenden Möglichkeiten (Finanzen, Zeit und Einreisemöglichkeiten) verfügt.
Schönste Orte
Ich habe mit „Culventure Travel“ den Fokus auf Kultur und Abenteuer gelegt. Alle Orte haben mich auf ihre Art und Weise fasziniert. Das heutige Posting gibt wieder, welche Orte mich in besonderer Weise beeindruckt haben. Jede dieser Etappen war ein Abenteuer voller Entdeckungen und Inspirationen, die meinen Horizont erweitert und mich definitiv berührt haben.
➡️ Natur und Strände 🏔️
Die Strände in Ozeanien, besonders in Australien, Neuseeland und Fidschi, haben mich mit ihrer atemberaubenden Schönheit fasziniert. Die einsamen Küstenabschnitte in Neuseeland waren besonders ruhig und unberührt, was sie zu einem idealen Ort für Entspannung und Naturgenuss machte. Australien bot sowohl etwas belebtere als auch abgelegene Strände, die ebenfalls durch ihre Naturbelassenheit beeindruckten. Die Strände auf den Fidschi-Inseln waren paradiesisch, aber oft schwierig erreichbar, was das Erlebnis dort umso besonderer machte. Im Gegensatz dazu boten die Strände auf Hawaii ebenfalls eine traumhafte Kulisse, jedoch waren diese oft von Touristen überlaufen oder mitunter war der Zugang deutlich erschwert wie am Lanikai Beach. Ähnlich erging es mir in Costa Rica, wo die Küsten ebenso wunderschön, aber häufig belebt waren.
➡️ Sonnenuntergänge und -aufgänge 🌅
Ein unvergessliches Erlebnis war der Sonnenuntergang in Luang Prabang. Die ruhige Atmosphäre und die malerische Landschaft machten diesen Moment besonders magisch. Vor allem, da ich ersten Abend lediglich ein Restaurant am Mekong suchte und pünktlich zum Sunset dort war. Auf dem Phousi Hill war dann etwas voller, aber nicht minder schön. Auf Hawaii und in Costa Rica konnte ich ebenfalls wunderschöne Sonnenuntergänge am Strand genießen. Ein weiterer Höhepunkt war der Sonnenuntergang in der Wüste Wadi Rum in Jordanien, der surreal schön war. Der Sonnenaufgang bei Angkor Wat war hingegen ein wunderschönes Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Langsam zeichnete sich die Anlage in der Dunkelheit ab und wurde mehr und mehr sichtbar.
➡️ Diversität der Natur und Wildlife 🦥
Neuseeland beeindruckte mich mit seiner Vielfalt an Landschaften, von üppigen Regenwäldern bis hin zu imposanten Gletschern und Geysiren und Wüstenlandschaften. Es war eine Weltreise für sich. Die Tierwelt in Australien und Costa Rica war atemberaubend. Ich konnte exotische Tiere wie Kängurus, Koalas und tropische Vögel sowie Faultiere und viele andere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Hawaii und Kolumbien boten ebenfalls eine reiche Biodiversität und atemberaubende Naturkulissen mit dem Waimea Canyon, der Napaali State Coast sowie dem Valle de Cocora und den Tayrona Nationalpark Besonders surreal empfand ich die Landschaften in Jordanien.
➡️ Städte 🏢
Die Städte auf meiner Reise boten faszinierende Einblicke in verschiedene Kulturen. New York City faszinierte mich mit ihrem unermüdlichen Puls und der Vielfalt, ich fühlte mich direkt wieder heimisch. Sydney bot eine perfekte Mischung aus urbanem Flair und atemberaubender Natur. Es fühlte sich ein wenig wie New York in klein und verspielt an. Tokyo überraschte mich mit seiner Kombination aus High-Tech und traditioneller Kultur und war eine Wohlfühloase trotz Millionen von Menschen, während Kyoto mit seinen Tempeln und Gärten eine Stadt mit enorm starker Kultur war. Toronto beeindruckte mich durch seine multikulturelle Atmosphäre, und Prag begeisterte mich mit seiner beeindruckenden Architektur und ruhigen Orten.
➡️ Kultur ⛩️
Besonders eindrucksvoll waren auch die kulturellen Begegnungen. In Japan erlebte ich die tiefe Verwurzelung von Tradition und Moderne, sei es in den alten Tempeln von Kyoto oder im futuristischen Tokyo. Vor allem haben mich die Menschen und ihr Umgang miteinander zutiefst beeindruckt. Der Uluru in Australien war ein spiritueller Ort, der mir die tiefe Verbindung der Aborigines zu ihrem Land zeigte, obwohl ich ganz und gar nicht spirituell bin. Die Begegnung mit den Maori in Neuseeland und ihrer reichen Kultur war ebenso bereichernd, vor allem der Haka war ein absolutes Highlight. In Afrika beeindruckten mich die Massai, deren stolze Traditionen und Lebensweise eng im Einklang mit der Natur einen tiefen Eindruck hinterließen. Besonders faszinierend fand ich auch die Traditionen rund um Kaffee und Kakao in Ländern wie Tansania, Costa Rica, Kolumbien und Hawaii, wo ich lernen konnte, wie diese köstlichen Bohnen angebaut und verarbeitet werden. Ich habe sogar meine eigene Schokolade kreiert. Bemerkenswert ist auch, dass ich etliche Religionen und deren Tempel erleben konnte. Hinduistische, buddhistische, taoistische und konfuzianische Tempel sowie muslimische Moscheen und christliche Kirchen sah ich während meiner Weltreise. Hier und da wurde ich sogar Zeuge ritueller Zeremonien. Dies zeigte mir, wie vielfältig die Welt ist.
➡️ Lebensstil und Freundlichkeit 🤗
Ein entspannter Lebensstil begegnete mir an verschiedenen Orten. In Luang Prabang spürte ich eine tiefe Ruhe, die die Stadt ausstrahlt. Ich legte quasi eine Vollbremsung aus Bangkok kommend hin – es war herrlich. Die entspannte „Fiji Time“ auf den Fidschi-Inseln und das entspannte „Aloha“ auf Hawaii waren ebenso wunderbar. In Costa Rica genoss ich die Lebensfreude, die mit „Pura Vida“ verbunden ist, nachdem ich allerdings ein paar Anlaufschwierigkeiten hatte. Australien und Neuseeland punkteten mit ihrer absoluten Unaufgeregtheit. Besonders in Erinnerung blieb mir der Lebensstil in Tansania mit dem Motto „Pole Pole“ und „Hakuna Matata“, begleitet von dem Ohrwurm „Jambo Bwana“, der überall zu hören war und gerne gesungen wurde. Die Menschen in Südostasien sowie in Fiji und Tansania waren unglaublich freundlich und gastfreundlich. Besonders auffallend war, dass die Menschen, die am wenigsten Materielles besaßen, das meiste Lächeln schenkten und so das größte Glück verbreiteten.
➡️ Abenteuer und Wanderungen 🚣🏻♀️
Für Abenteuerliebhaber wie mich bot Neuseeland ein Paradies an Wanderwegen, die durch die beeindruckendsten Landschaften führten. Auch in Costa Rica und Kolumbien konnte ich fantastische Wanderungen erleben, die durch Regenwälder und entlang von Vulkanen führten. Ich bemerkte im späteren Verlauf der Reise, wie mich die Wanderungen in der Natur mit Glück erfüllten und eine pulsierende Stadt zwar ab und zu mal ganz nett ist, aber ich schnell wieder Sehnsucht nach Natur habe.
➡️ Kulinarische Erlebnisse 🍱
Kulinarisch boten mir Länder wie Japan, Indien und Italien unvergessliche Geschmackserlebnisse. Von Sushi und Ramen in Japan, über würzige Currys in Indien, bis hin zu Pasta und Pizza in Italien – jedes Land hatte seine eigenen kulinarischen Highlights. Doch diese drei stechen besonders hervor und ich konnte meist auch hervorragende vegetarische Gerichte finden. Auch die Küchen von Vietnam, Laos und Mexiko waren außergewöhnlich und boten einzigartige und köstliche Gerichte. So einige Rezepte habe ich mir ja mitgenommen, wie ich schon berichtet habe.
Diese Orte und Erlebnisse haben meine Weltreise zu einer unvergesslichen Reise gemacht. Jeder Ort hatte seinen eigenen Charme und hinterließ bleibende Eindrücke. Wenn ich an meine Reise zurückdenke, sind es diese besonderen Momente und Orte, die mir am meisten in Erinnerung bleiben und die meine Sehnsucht nach weiteren Abenteuern wecken. Welches Ziel steht auf deiner Liste ganz oben?
Reisestile und Reisezeiten
Nachdem ich gestern meine Lieblingsorte vorgestellt habe, möchte ich heute Tipps geben, wohin und wann am besten zu reisen ist. Ich stellte mir die Frage, wohin ich mit welchem Reisestil (Backpacker, Roadtriper, Foodie, Luxusurlauber etc.) am besten reisen kann. Jedes meiner Ziele hat mir gut gefallen und nirgends kam Langeweile auf – es gab immer etwas zu sehen. Es gab Orte, an denen mir das Essen besonders gut und woanders weniger gut gefallen hat. Es gab Orte mit unheimlich starker Kultur und andere, die eher mit Natur bestochen haben, etc. Um es aber etwas zu clustern, hier mal meine persönlichen Eindrücke, was ich welchem Reiseenthusiasten empfehlen würde. Natürlich lassen sich die einzelnen Ausprägungen auch gut kombinieren bzw. sind sie ohnehin nicht in Stein gemeißelt.
Backpacker
Reist günstig, ist in Hostels unterwegs und nutzt ÖPNV, Busse und ist auch durchaus lange unterwegs und will den „Flipflop-Style“ (lockeres Miteinander und kein Dresscode, um irgendwo reinzukommen) erleben:
* Südostasien: Ein Paradies für Backpacker mit günstigen Unterkünften und reicher Kultur.
* Indien: Bietet eine Vielzahl von Erlebnissen, von pulsierenden Städten bis zu ruhigen Parks und Tempeln.
* Kolumbien: Lebhafte Städte und atemberaubende Landschaften, ideal für abenteuerlustige Backpacker.
* Tansania: Unberührte Natur und wilde Safaris. Ein Guide bzw. Fahrer ist hier allerdings empfehlenswert.
Kurzurlauber (2-4 Wochen)
Will schnell einen Überblick über das Land und seine Kultur erhalten und hier und da etwas erleben:
* Japan: Vielfältige Kultur, moderne Städte und historische Stätten.
* Hawaii: Wunderschöne Strände, Vulkanlandschaften und entspannte Inselatmosphäre.
* Städte: Ideal für eine schnelle Erkundung, z.B. NYC, Toronto, oder diverse in Vietnam. Auch im Umland ist meistens Vieles zu entdecken.
Roadtrip
Liebt es, mit dem Auto das Land zu erkunden, braucht eine gute Infrastruktur und Sicherheit:
* Neuseeland: Atemberaubende Landschaften und gut ausgebaute Straßen.
* USA: Vielfältige Landschaften und legendäre Routen wie die Route 66.
* Kanada: Wunderschöne Natur und freundliche Städte.
* Australien: Weite Strecken und einzigartige Naturwunder.
Adventurer
Will Action, gerne auch die Möglichkeit für Partys, aber vor allem die Natur erkunden:
* Tansania: Wilde Safaris, Besteigung des Kilimandscharo und beeindruckende Nationalparks.
* Neuseeland: Ideal für Outdoor-Abenteuer und Extremsportarten.
* Vietnam: Lebhafte Städte und beeindruckende Natur.
* Bangkok: Pulsierendes Nachtleben und reichlich Action.
* Australien: Abwechslungsreiche Aktivitäten, von Tauchen bis Wandern.
* Hawaii: Abenteuerliche Wanderungen und Wassersport.
* Fiji: Tropisches Paradies mit vielen Aktivitäten und beeindruckender Unterwasserwelt.
* Costa Rica: Reiche Tierwelt und zahlreiche Outdoor-Aktivitäten.
Foodie
Liebt leckeres und vielfältiges Essen und will es zu einem angemessenen Preis bekommen:
* Japan: Hervorragendes Sushi, Ramen und andere kulinarische Highlights.
* Toronto: Multikulturelle Küche und zahlreiche Restaurants.
* Rom: Traditionelle italienische Küche und gemütliche Trattorien.
* Athen: Köstliche griechische Gerichte und lebhafte Märkte.
* Prag: Herzhaftes Essen und traditionelle böhmische Küche.
* Indien: Vielfalt an Gewürzen und regionalen Spezialitäten. Ein Paradies für Vegetarier.
Luxus
Das Geld ist sekundär, es sollte viel zu sehen sein, top Unterkünfte zur Verfügung stehen und ausgezeichnetes Essen erlebt werden können, eine gute Infrastruktur wird vorausgesetzt:
* Japan: Luxuriöse Ryokans und erstklassige Küche.
* Prag: Historische Hotels und gehobene Gastronomie.
* NYC: Weltklasse-Hotels und exklusive Erlebnisse.
* Toronto: Elegante Unterkünfte und hervorragendes Essen.
* Städte allgemein: Viele Möglichkeiten für Luxus und Komfort.
Kultur
Will viele einzigartige Orte sehen und tief in die lokalen Gegebenheiten eintauchen, gerne mit UNESCO-Stätten und Weltwundern gespickt:
* Japan: Historische Tempel, Schreine und traditionelle Kunst.
* Mexico: Antike Ruinen und lebendige Kultur.
* Jordanien: Wüstenlandschaften und das faszinierende Petra.
* Vietnam: Reiche Geschichte und beeindruckende Architektur.
* Laos: Spirituelle Stätten und traditionelle Dörfer.
Solo-Traveller
Ist alleine unterwegs und will sich schnell connecten und die Orte gut erkunden können, der Flipflop-Style ist gern gesehen:
* Laos: Freundliche Atmosphäre und leicht zugängliche Sehenswürdigkeiten.
* Vietnam: Lebhafte Backpacker-Community und viele Solo-Reisende.
* Neuseeland: Sichere Umgebung und einfache Fortbewegung.
* Städte allgemein: Viele Möglichkeiten, Gleichgesinnte zu treffen.
Pärchen
Tolle Strände, nicht zu viel Party und tolle Unterkünfte sowie die Möglichkeit, tolle Natur und Kultur zu erkunden oder jede andere Ausprägung mitzunehmen:
* Hawaii: Romantische Strände und luxuriöse Resorts.
* Fiji: Abgeschiedene Inseln und kristallklares Wasser.
* Sonst alles je nach Ausprägung: Jede Destination kann je nach Interesse und Vorlieben perfekt sein.
Diese Empfehlungen sind natürlich subjektiv und basieren auf meinen persönlichen Eindrücken – wie jeder meiner Berichte. Jede Reise ist einzigartig und kann unterschiedliche Erfahrungen und Erlebnisse bieten.
Natürlich sollte auch beachtet werden, zu welcher Zeit zu reisen ist. Während der Regenzeit kann es mitunter ungemütlich werden. Allerdings blüht dann die Natur auf, es ist allgemein grüner und Wasserfälle tragen viel Wasser. Daher könnte eine Reise zum Ende einer Regenzeit auch sinnvoll sein. Ich konnte es nicht immer 100%ig für meine Route berücksichtigen, aber diese Fakten zu den einzelnen Zeiten will ich nachfolgend für die von mir bereisten Ziele aufzeigen.
Tansania: Regenzeit (März bis Mai und November bis Dezember). Beste Reisezeit außerhalb der Regenzeit, auch die Great Migration in der Serengeti evtl beachten.
Indien: Regenzeit (Juni bis September), Hitze (April bis Juni). Beste Reisezeit ist der Winter (Oktober bis März). Evtl. Regional unterschiedlich (Südindien vs Himalaya).
Malaysia: Regenzeit (November bis Februar an der Ostküste, Mai bis Oktober an der Westküste). Beste Reisezeit ist die Trockenzeit entsprechend der Küste.
Kambodscha: Regenzeit (Mai bis Oktober), Hitze (März bis Mai). Beste Reisezeit ist die kühle Trockenzeit (November bis Februar).
Bangkok: Regenzeit (Mai bis Oktober), Hitze (März bis Mai). Die beste Reisezeit ist die kühle Trockenzeit (November bis Februar).
Laos: Regenzeit (Mai bis Oktober). Beste Reisezeit ist die kühle Trockenzeit (November bis Februar).
Vietnam: Regenzeit (Mai bis Oktober), Kälte (Dezember bis Februar im Norden). Beste Reisezeit ist die Trockenzeit (November bis April).
Australien Südosten: Winter (Juni bis August). Beste Reisezeit ist der Sommer (Dezember bis Februar).
Australien Mitte: Hitze (Dezember bis Februar). Beste Reisezeit ist der Winter (Juni bis August).
Neuseeland: Winter (Juni bis August). Beste Reisezeit ist der Sommer (Dezember bis Februar).
Fiji: Hurrikan, Regen (November bis April). Beste Reisezeit ist die Trockenzeit (Mai bis Oktober).
Japan: Winter (Dezember bis Februar), Sakura (Ende März bis Anfang April), Hitze (Juli bis August). Die beste Reisezeit ist der Frühling und Herbst.
Hawaii: Hurrikan (Juni bis November). Beste Reisezeit ist der Winter (Dezember bis Februar) und Frühling (März bis Mai). Hawaii bietet ganzjährig milde Temperaturen.
Kalifornien: Hitze (Juli bis August). Beste Reisezeit ist der Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November).
Yucatan: Hitze (April bis Juni), Regenzeit (Juni bis Oktober), Hurrikan (Juni bis November). Beste Reisezeit ist der Winter (Dezember bis Februar).
Costa Rica: Regenzeit (Mai bis November). Beste Reisezeit ist die Trockenzeit (Dezember bis April).
Kolumbien: Regenzeit (April bis November). Beste Reisezeit ist die Trockenzeit (Dezember bis März).
Toronto: Winter (Dezember bis Februar). Beste Reisezeit ist der Sommer (Juni bis August) und Herbst (September bis November).
NYC: Winter (Dezember bis Februar), Hitze (Juli bis August). Beste Reisezeit ist der Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis November).
Kairo: Hitze (Mai bis September). Beste Reisezeit ist der Winter (Oktober bis April).
Jordanien: Hitze (Juni bis August), ggf. Winter (Dezember bis Februar). Beste Reisezeit ist der Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November).
Athen: Hitze (Juli bis August), Winter (Dezember bis Februar). Beste Reisezeit ist der Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis November).
Rom: Hitze (Juli bis August), Winter (Dezember bis Februar). Beste Reisezeit ist der Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis November).
Prag: Winter (Dezember bis Februar). Beste Reisezeit ist der Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis November).
Was ist dein Reisestil und dein Traumziel?
PS: Heute gibt’s bewusst mal Bildmaterial „aus der zweiten Reihe“
Unterkünfte
Die Auswahl der perfekten Unterkunft ist ein entscheidender Faktor für eine gelungene Reise. Wichtige Kriterien, die bei der Wahl einer Unterkunft berücksichtigt werden sollten, sind vielfältig und sollten auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben abgestimmt sein. Ich selbst habe versucht, mich immer um die 60€ pro Nacht zu bewegen. In New York war es zum Beispiel definitiv nicht möglich und in Südostasien absolut nicht nötig. Mir war es immer wichtig, Privatsphäre zu haben mit eigenen Zimmer und Bad.
Aus Plattform nutzte ich fast ausschließlich booking. Agoda und Expedia kamen nur punktuell zum Einsatz. Auf Airbnb habe ich selbstverständlich auch geschaut, jedoch waren hier die Gebühren zu hoch, zumal ich selten mehr als zwei, drei Nächte blieb.
Zunächst spielt die Bewertung eine zentrale Rolle. Bewertungen anderer Reisender bieten wertvolle Einblicke und können Hinweise auf mögliche Probleme oder besondere Highlights geben. Ich schaue dabei immer auf die negativen Bewertungen. Sind es Hygieneprobleme oder Betrug, dann geht’s weiter zum nächsten. Ist es aber eine mangelnde Auswahl an Käse beim Frühstücksbüffet, ist es Jammern auf sehr hohem Niveau. Für die Bewertungen gucke ich nicht nur auf Booking, sondern auch auf tripadvisor.
Der Preis ist natürlich ebenfalls ein entscheidender Faktor, wobei es wichtig ist, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden. Da erwähnte ich ja schon meine Range.
Eine funktionierende Klimaanlage, besonders in heißen Klimazonen war für mich ein entscheidendes lriterlum, also in rund 90% meiner Reise. Die Nähe zu einem Supermarkt und öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtert den Alltag und ermöglicht es, flexibel und unabhängig zu sein. Zudem die Nähe zu Cafés, Bars und Restaurants ist genauso wichtig die die Lage zu den Sightseeingspots.
Die Verfügbarkeit von Steckdosen ist heute wichtiger denn je, um all die elektronischen Geräte, insbesondere das Handy aufzuladen, die uns auf Reisen begleiten. Sie sollten vor allem in Bettnähe sein, um nicht ständig meine Bridge zu bauen. Auch die Check-in/-out Zeiten und eine 24-Stunden-Rezeption können entscheidend sein, insbesondere bei späten Ankünften oder frühen Abreisen. Ein zuverlässiges gratis WLAN ist fast schon ein Muss, um in Kontakt zu bleiben und sich über die Umgebung zu informieren. Wer mit dem Auto unterwegs ist, wird einen Parkplatz zu schätzen wissen. Bei einem Roadtrip ist dieser unerlässlich. Schließlich tragen Geräuschdämmung und dichte Fenster/Türen zu einer erholsamen Nachtruhe bei. Dies lässt sich gut aus Fakten Bewertungen herauslesen. In Malaria-Gegenden ist ein Moskitonetz unerlässlich.
Im späteren Verlauf habe ich alle Unterkünfte im Vorfeld angeschrieben. Ich bat stets um ein ruhiges Zimmer, denn eine gute Schlafhygiene ist von hoher Bedeutung.
Leider musste ich manchmal meine Unterkunft wechseln, aus den unterschiedlichsten Gründen:
– Kurz vor Melbourne wütete ein verheerendes Unwetter, sodass ich den Holiday Park stornierte und in ein massives Motel ging.
– Probleme mit Buchungsplattformen wie Agoda führten beispielsweise in Queenstown zu einem Wechsel.
– In Christchurch war es eine Stornierung aufgrund diverser Gründe und ich wechselte in eine teure, aber luxuriöse Unterkunft, die dann so kurzfristig die günstigste war.
– In Honolulu zwang ein Unwetter in Lihue zur Planänderung und ich nächtigte am Flughafen.
– Andere Orte wie Kyoto oder Montezuma wurden aufgrund von katastrophalen Zuständen oder nicht eingehaltenen Versprechungen verlassen.
– Überhitzung in San José und eine fehlende Klimaanlage in Tayrona drängten mich zu einer spontanen Umbuchung.
– Eine Stornierung durch Betreiber in Santa Marta passierte auch einmal.
– Spontane Planänderungen in Jordanien (Wadi Rum und Amman) bedingten einen Wechsel notwendig.
– In Rom waren es Schimmel und ein schlechter Zustand, die zur Entscheidung führten, weiterzuziehen.
Insgesamt war es immer vorteilhaft, noch stornieren zu können. So schaute ich kurz vor dem Ziel immer nochmal nach Alternativen. Bei meinem langen Planungshorizont von sechs Monaten war es ohnehin notwendig, darauf zu achten.
Doch es gibt auch positive Erfahrungen. Besonders hervorzuheben sind Unterkünfte in Neuseeland, die „von Menschen für Menschen“ gestaltet wurden, sowie in Japan und Südostasien. Hier fühlte ich mich besonders willkommen und gut aufgehoben.
Interessant ist auch der kulturelle Aspekt, wie beispielsweise das Ausziehen der Schuhe in Laos und Japan, was ein Zeichen des Respekts und der Reinlichkeit ist. Daran hält man sich dann gerne und ich fühlte mich wie zu Hause 😉
Jede Ankunft in einer Unterkunft war immer sehr spannend, denn ich wusste nicht exakt, was mich erwarten würde. Dachte ich anfangs noch häufig „Es ist ja nur für eine Nacht“, so habe ich genau das später über den Haufen geworfen. Denn 194 mal „nur eine Nacht“ ist eben auch ein halbes Jahr. Zum Thema Luxus und Warmwasser habe ich schon was geschrieben.
Ich hoffe, ich konnte euch paar Tipps geben und euch motivieren, die nächste Buchung vorzunehmen. Viel Erfolg dabei 😎
Kulturen unterscheiden sich weltweit stark, was sich in verschiedenen Aspekten ausdrückt. Eine Kultur komplett zu verstehen, bedarf vieler Monate und Jahre Erfahrung und auch tiefer sprachlicher Kenntnisse. Aber um die Kultur in ihren Grundzügen zu verstehen, reicht ein offener Blick und für mich die Identifikation einiger bestimmter Punkte. Ich schaute unter anderem auf den Straßenverkehr, die Restaurantgewohnheiten und Schönheitsideale. Davon möchte ich heute berichten.
Ess- und Restaurantkultur
Die Ess- und Restaurantkultur variiert stark von Region zu Region. In Südasien zum Beispiel isst man häufig mit den Händen, während in Südostasien Stäbchen die gängige Wahl sind. Die Art und Weise, wie Mahlzeiten geteilt und konsumiert werden, spiegelt tief verwurzelte soziale Normen und Traditionen wider. In vielen Regionen, wie in Ozeanien, bezahlt man oft vor dem Essen, während in anderen, wie in Europa, nach dem Essen bezahlt wird. In Deutschland ist das Essen noch ganz anders kulturell belegt, hier trifft man sich, wartet vergleichsweise ewig, während man trinkt und isst bevor das Essen kommt.
In Japan war es äußerst interessant. Ich berichtete bereits davon, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, sich zu setzen und dann mehr oder weniger mit anderen Gästen zu interagieren. Deutsche bzw. europäische Restaurants sind da vergleichsweise langweilig. Ich fragte mich während der Reise sehr oft, wie ich in Deutschland jemals wieder in ein Restaurant gehen sollte.
So gut wie überall auf der Welt isr Tischwasser gratis, wo es hygienisch aus der Leitung kommt. Auch kam ich so gut wie überall in kurzen Hosen und Flipflops rein.
Bezahlkultur
Auch die Bezahlkultur ist kulturell geprägt. In einigen Ländern ist es üblich, Trinkgeld zu geben, wie in Latein- und Angloamerika und dem Orient, wo es sogar explizit erwartet ja sogar mitunter aufdringlich gefordert wird, während in anderen, wie in Japan, Trinkgeld unüblich oder sogar verpönt ist.
Gemeinsame Natur, unterschiedliche Kultur
Obwohl Kulturen sehr unterschiedlich sein können, bleibt die Natur häufig relativ ähnlich. Die Wahrnehmung und Interpretation von Naturphänomenen ist jedoch kulturell bedingt. Jeder Kontinent hat seine eigenen Besonderheiten und vor allem „unique spots“ wie den Uluru, die Seen in Neuseeland, den Fuji in Japan oder beeindruckende Wasserfälle und Strände auf Hawaii und in Costa Rica.
Alltagsbeobachtungen
In vielen Ländern sind Alltagsgegenstände und -einrichtungen eher für kleinere Menschen designt. Für mich als jemand, der schon in Deutschland eher im oberen Drittel mitspielt, war es daher teilweise herausfordernd. Schokolade ist fast überall deutlich teurer als in Deutschland, und das Hautbild in Industrienationen scheint schlechter zu sein. Über den Zusammenhang sollten wir vielleicht einmal nachdenken… Es ist aber auch auffällig, dass Läden mit alten Büchern in vielen Ländern weit verbreitet sind, in Deutschland finden wir das kaum noch.
Kulturelle Besonderheiten
Ehe ich noch in eigenen Artikeln auf die jeweiligen Kulturen eingehen werde, hier schon einmal die wesentlichen Beobachtungen als Stichworte.
– Sub-Sahara: Hier dominiert die Lebensphilosophie „Hakuna Matata“ und „Pole Pole“ (langsam, langsam). Reis und Bohnen sind Grundnahrungsmittel, und Herzlichkeit sowie Freundlichkeit sind allgegenwärtig, wirken aber manchmal sogar unterwürfig.
– Südasien: Das Essen mit den Händen, der dichte Straßenverkehr und die lauten, belebten öffentlichen Orte prägen das Bild. Gastfreundschaft ist wichtig, und Gastgeschenke sind üblich.
– Südostasien: Stäbchen sind das Hauptesswerkzeug, und die Straßen sind voller Roller. Gewürze und Food Markets sind typisch, und Herzlichkeit und ein Lächeln sind weit verbreitet.
– Ozeanien: Hier zahlt man oft vor dem Essen und der Straßenverkehr ist sehr rücksichtsvoll. Die Architektur der Metropolen erinnert an New York, jedoch verspielter, und die ursprüngliche Kultur ist stark vertreten.
– Ostasien: Respekt und Disziplin sind zentral. Es gibt viele Einweiser und Schilder, und Körperkontakt sowie Augenkontakt werden vermieden. Dazu hatte ich bereits berichtet.
– Angloamerika: Drive-ins und fettiges und üppiges Essen sind typisch. Trinkgeld wird erwartet. Die Popkultur und der American Dream sind prägend.
– Lateinamerika: Lautstärke ist allgegenwärtig, und Gewürze sowie viel Fleisch dominieren die Küche. Warmwasser ist nicht immer verfügbar und Spanisch ist die dominierende Sprache, Englisch wird nicht überall gesprochen.
– Orient: Hier ist die Gesellschaft patriarchal geprägt, und Trinkgeld ist teilweise fast wie Korruption. Essen besteht oft aus leckeren reichhaltigen Dips und Gewürzen. Die Gastfreundschaft ist außergewöhnlich und der Gast wird quasi rundum sorglos bedient.
– Europa: Freiheit und Selbstbestimmung sind von hoher Bedeutung. Es gibt aber klare Guidance, bestehende Regeln werden strikt eingehalten, wie im Straßenverkehr. Es herrscht eine latente Ausländerfeindlichkeit und Menschen agieren häufig selbstoptimierend.
Smoothie Index
Ein interessanter Vergleich ist der Preis für Smoothies in verschiedenen Städten. Ich habe ihn hier und da genossen und daraus einen Smoothie-Index erstellt, da ich mit dem etablierten Big Mac-index nicht wirklich viel anfangen kann:
– Deutschland: 5,90 €
– Rom: 10,00 €
– Athen: 4,50 €
– Kairo: 3,25 €
– NYC: 9,19 €
– Santa Marta: 2,17 €
– Costa Rica: 6,37 €, 4,55 €, 5,32 €
– Waimea: 9,02 €
– Sydney: 5,73 €
– Hoi An: 2,06 €
– Hanoi: 1,31 €
– Vientiane: 1,33 €
– Kambodscha: 2,74 €
Fazit
Es gibt keine richtige oder falsche Kultur; jede ist individuell und subjektiv. Wo sich jemand wohlfühlt, hängt von den persönlichen Erfahrungen und Vorlieben ab. Die Vielfalt der Kulturen macht die Welt zu einem faszinierenden Ort, der stets neue Perspektiven bietet.
Sämtliche Beobachtungen sind meine eigenen subjektiven, die ich aber häufig mit anderen Reisenden ausgetauscht und abgestimmt habe. Daher sind sie zumindest intersubjektiv zu verstehen.
Persönliches auf Reise
Ich möchte heute beginnen, persönliche Eindrücke auf meiner Reise zu verarbeiten. Dazu beginne ich heute mal mit Themen, die rund um mich herum passierten bzw. die ich rund um mich herum gestaltet habe.
Reisen erweitert nicht nur den Horizont, sondern auch die Bucketlist, die durch neue Erlebnisse und Eindrücke stetig wächst statt zu schrumpfen. Andere Reisende berichten von anderen tollen Orten und diese können echt beeindrucken. Aber auch durch die innere Haltung werden andere Orte interessant, so zieht es mich nun nach Okinawa und auf die Philippinen, um mir zwei Orte zu nennen. Das Wort „Bucketlist“ finde ich übrigens nicht zutreffend. Denn ich arbeite nicht irgendwelche Punkte einfach ab. Ich erlebe und genieße sie und bin mir meines Privilegs einer Weltreise bewusst.
Ein anderes Thema ist das Klima. Extreme Wetterbedingungen haben mir einen Eindruck von dem vermittelt, was uns in vielleicht gar nicht mehr all zu ferner Zukunft auch hierzulande erwarten wird. In Malaysia hatte ich regelmäßig mit über 30 Grad und deutlich über 80% Luftfeuchtigkeit zu kämpfen. Der Klimawandel könnte uns diese Bedingungen auch bald bescheren… in Malaysia bspw. könnte es dann noch ungemütlicher und mancherorts unbewohnbar werden. Ich zumindest habe erlebt, wie sehr es mir zu schaffen macht und das bereits in meinem Alter. Auf das Klima als eines meiner Herzensthemen gehe ich aber noch gesondert in einem späteren Posting ein.
Nach etwa drei Monaten auf Reisen verspürte ich das Bedürfnis nach „Luxus“. Doch was bedeutet Luxus auf Reisen? Es war für mich ein bequemes Bett und ein sauberes und vor allem funktionierendes Bad, sowie annehmbares Essen. Luxus ist nicht das, was ich mir im Vorfeld der Reise darunter vorgestellt hätte. Aber auch so etwas wie eine Klimaanlage wegen der extremen Wetterbedingungen und ein funktionierendes WLAN waren für mich dann Luxus bzw. mitunter unabdingbar.
Ebenso wächst der Wunsch nach Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit, besonders bei schnellem Reisen, wo ich oft auf fremde Dienstleistungen wie vor allem Transportmittel angewiesen war. Manchmal war ich dann froh, auf einem Roadtrip zu sein, um eben grad nicht abhängig zu sein. Aber auch ohne Auto verspürte ich die unendliche Freiheit und im Auto übrigens auch trotz oder gerade wegen Tempolimits.
Eine besondere mentale Herausforderung bei meinem Setting war stets das Ende in einem Land. Ich war dann meist schon immer gedanklich im nächsten Land, nicht selten dann auch im nächsten spannenden Kulturkreis. Ich hatte ja bewusst die Vorfreude auf einzelne Ziele gesteigert.
Ich habe eine Mischung aus typischen Reisezielen und weniger bekannten Orten für mich gewählt. Ja, auch ich fand zu viele Touris an Tourispots nervig – war aber selbst nur einer von ihnen…. War es günstig, Europa ans Ende der Reise zu setzen? Oder hätte ich besser mit einem ferneren Ziel abschließen sollen, um die Reise nicht „ausschleichen“ zu lassen? Es war durchaus richtig so, da ich so eine Vergleichbarkeit hatte und immer noch meine interkulturelle Brille aufhatte und Europa neu erleben konnte. Und das war großartig, denn es war ein „Blue Marble“-Effekt für mich, in dem ich die Heimat plötzlich anders sah, um etwas Pathos reinzubringen.
Beim Reisen ist es auch als Vlogger und Blogger nicht immer notwendig, das volle technische Equipment mitzunehmen. Oft reicht ein iPhone aus, besonders in Städten war es mir dann einfach zu lästig, mit zwei Kameras und dem Handy herumzulaufen. Immerhin waren ja auch immer Ersatzakkus und meine Powerbank mit am Start. Allerdings war es auch ein Sicherheitsaspekt, nicht immer voll ausgestattet, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wenn ich dann mal mit dem Equipment unterwegs war, war ich nicht selten als Fotograf eingespannt. Schließlich wurde ich oft angesprochen, ob ich ein Foto machen könne: „You look like you know what you’re doing“ Well, at least I tried… und es hat Spaß gemacht, vor allem, wenn ich dann einfach mal Ideen mit den Leuten umgesetzt habe und sie nicht nur tolle Fotos, sondern auch innovative Shorts erhalten haben. Es scheint ihnen gefallen zu haben… eine neue Perspektive für mich…?
Ein typischer Tagesablauf auf meiner Reise hat sich irgendwann eingependelt. Er sah dann wie folgt aus:
• 8:20 Uhr klingelte der Wecker
• Frühstück nahm ich eventuell im Hotel oder meist irgendwo draußen
• Aktivitäten bis zum Nachmittag standen dann an, um Sightseeing zu machen oder eine gebuchte Tour zu unternehmen
• Rückkehr zur Unterkunft war meistens zwischen 15 und 16 Uhr, was wegen der Hitze mitunter auch gut war
• Ich sortierte dann meine Fotos und bereite dann meine daily Posts vor und setzte sie ab
• Mein Abendessen hatte ich meistens zwischen 17 und 18 Uhr und war dann fast nie mit Kamera unterwegs, sondern dann ausschließlich mit Handy nur noch, auch bei Touren am Abend
• Je nach Lust und Laune besuchte ich dann noch Bars zum Connecten oder zog mich auf mein Zimmer zurück. In 90% der Fälle würde ich aber schätzen, wollte ich mich aktiv connecten bzw. das bunte Treiben genießen
Persönliche Reise zu mir selbst
Persönliche Reise zu mir selbst
Heute setze ich meinen Beitrag zur persönlichen Reise fort.
3 Millionen Schritte um die Welt zu mir selbst
Ein kurzer Abriss meiner inneren Reise über die Zeit ist schnell erzählt. Ich startete in Tansania und wurde dort gegroundet, als ich das Children Care Center besuchte und der Herzlichkeit der Menschen begegnete. Es war der perfekte Start. In Indien erlebte ich einen Kulturschock, war aber von der Herzlichkeit auch hier überwältigt. In SOA lernte ich im ersten Teil, einfach zu machen und vollständig abzuschalten. Ein erster Inner Change setzte in der zweiten Hälfte in SOA ein, ich setzte die eigene Freundlichkeit und „undeutsche“ Offenheit ein, um mich erfolgreich und immer wieder zu connecten. Ein Kulturschock ereilte mich dann wieder zurück in westlich anmutender Zivilisation in Ozeanien. Aber ich begriff, ich war Weltreisender und das ließ mich das Tempo vor Ort mitgehen. In Australien ereilte mich so etwas wie ein Travel-Burnout. Ich konnte ihm aber erfolgreich mein Ego entgegensetzen und lenkte Fokus auf mich (s. dazu eines meiner Videos).
Tokyo flashte mich als Millionenmetropole und dennoch Wohlfühloase und konnte mir die japanischen Werte Respekt, Disziplin und Ruhe nahebringen. Über Hawaii und bis rüber nach Yucatán war ich wieder quasi wieder im echten Westen und setzte meine Aufgeschlossenheit „zu Hause im Westen“ fort. Auch waren hier wieder mehr Deutsche. LatAm lehrte mich schließlich vollends, was wirklich Luxus bedeutet. Etwas anderes als wir hierzulande darunter verstehen. Diesen Luxus fand ich dann zurück in Angloamerika wieder vor, einer Kultur, die uns am nächsten ist. Meine Rückkehr ging über den Orient, der sich noch einmal wie ein „letzter Urlaub“ für mich als Weltreisenden anfühlte. Europa habe ich dann ganz anders wahrgenommen und war durchaus auch schockiert (ich berichtete).
Im Einzelnen habe ich die folgenden Lektionen gelernt.
Erkenntnisse und Reflexionen aus dem Reisen
Reisen hat mir vieles gelehrt, insbesondere über meine eigenen Privilegien und den wahren Wert von Luxus. Luxus bedeutet für mich Freiheit, und Freiheit wiederum bedeutet Selbstbestimmtheit. Materiell ist es ein gutes Bett und eine funktionierende Dusche. Aber es gibt auch andere Werte, die mir auf der Reise wichtig geworden sind. Besonders Japan hat mich inspiriert, mit seinen Werten der Ruhe, Disziplin und des Respekts. Es ist unvergleichlich, wie dort mit Menschen umgegangen wird und das aus einem absoluten Selbstverständnis heraus.
Freiheit und Selbstbestimmtheit
Freiheit ist aber auch das Fehlen von Verpflichtungen aus der Heimat. Ich habe gelernt, dass viele der Dinge, die mich zu Hause beschäftigt haben, letztlich keine Bedeutung hatten. Wahre Erfüllung liegt nicht in großen, imposanten Projekten, die nicht glücklich machen, sondern in der Freiheit, das eigene Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Verständnis und Offenheit
Durch das Reisen habe ich ein tiefes Verständnis für andere Kulturen entwickelt. Ich habe gelernt, mehr zu lächeln und offen für neue Geschichten zu sein und auch eigene Geschichten zu erzählen. Der Spruch „Traveling leaves you speechless and then turns you into a storyteller“ trifft es perfekt. So habe ich es geschafft, andere Menschen mit meinen Geschichten zu inspirieren, aber auch durch Zuhören, mich inspirieren zu lassen von den Geschichten anderer.
Flexibilität
Man lernt, das Unerwartete zu erwarten und flexibel darauf zu reagieren. Aber auch „geplante Flexibilität“ habe ich weitgehend gemeistert, sofern es das gibt. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, verschiedene Kultur- und Sprachräume zu bereisen. Aber zu der Kultur gehört ja noch viel mehr, so war ich in der ständigen Anpassung an die lokalen Habits und den kulinarischen Leckereien unterwegs. Ich war teilweise verwirrt, wo ich war, aber habe mir keine kulturellen Fauxpas erlaubt. Mein Magen stimmt der Aussage nicht 100%ig zu… Bzgl. Kulinarik habe ich aber auch gelernt, welche Ernährung mir und meiner Gesundheit guttut. Es waren für die Energie definitiv nicht immer die auf der Reise gewählten Speisen.
Begegnungen und Inspiration
Ich habe viele inspirierende Menschen kennengelernt. Fast täglich habe ich neue Kontakte geknüpft und später leicht Verbindungen hergestellt, wenn mir danach war. Nie war es für mich einfacher als während dieser Reise. Die Geschichten dieser Menschen waren oft ebenso inspirierend wie meine eigenen Erlebnisse.
Selbstbehauptung und Offenheit
Durch das Reisen habe ich auch gelernt, besser „Nein“ zu sagen und meine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, ohne dabei meine Offenheit zu verlieren. Die deutsche Mentalität des „Durchsetzens“ hat mir dabei geholfen, meine eigenen Bedürfnisse besser zu pushen, wenn es mal wirklich angebracht war und ich übers Ohr gehauen wurde bzw. wenn genau das drohte, zu passieren.
Fazit
Das Reisen hat mir gelehrt, weniger deutsch zu sein, es sei denn es ist wirklich angebracht. Ich habe viel Offenheit gelernt und diese beginnt bei mir mit einem eigenen Lächeln und dem Gedanken, dass der Gegenüber – völlig undeutsch gedacht – eben nicht per se böse ist. Dabei hilft auch das in Japan Gelernte sehr. Ich habe häufig einfach nur gemacht und das hat mir tolle Geschichten beschert und mein Selbstbewusstsein und Stolz steigern können. Es wurde mir letztlich auch genauso widergespiegelt. Es war wichtig, aus der eigenen Komfortzone auszubrechen, so konnte ich lernen, was Freiheit bedeutet und was wahrer Luxus im Leben ist. Nach der Rückkehr ist der Kopf definitiv freier und fokussierter für die nun anstehenden Aufgaben in Privat- und Berufsleben.
Ich habe mich neu kennengelernt. Ich bin traurig, dass ich dieses „Ich“ mit dem Ende der Weltreise ein Stück weit hinter mir lassen muss, aber ich bin glücklich, diese Seite entdeckt zu haben. In unserer Bürogesellschaft haben wir nicht die Chance, solche Themen für sich anzugehen und diese Auszeit war die größte Chance, die ich auch genommen habe. Ich dachte, ich hätte bereits viel erlebt und bräuchte solch einen Change nicht, aber die neuen Perspektiven sind enorm wertvoll. Ich musste erst 48 Jahre alt werden, um dieses verrückteste Kapitel meines Lebens zu schreiben. Aber besser spät als nie und dazu kann ich wahrlich nur jeden einzelnen von Euch motivieren, sofern er darüber nachdenkt.
Klima
🌱 Klimawandel und MAPA
Klimaschutz ist ein Herzensthema von mir. So habe ich auch immer ein Auge auf dieses Thema während meiner Reise gehabt. Bereits im Vorfeld der Reise habe ich mich mit dem Spannungsfeld zwischen Reise und Klima beschäftigt (s. dazu mein Video). Heute aber möchte ich von meinen Erfahrungen auf Reise berichten.
➡️ Ein globales Gesicht des Klimawandels
Während meiner Reise habe ich die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen. Seine Auswirkungen haben für mich einen Namen und ein Gesicht bekommen und sind nicht mehr nur anonym hinter „MAPA“ (most affected people and area) versteckt. Aus Tansania wurde mir im Nachhinein von Starkregen berichtet, der so noch nie da war, und Häuser der Familie zerstört hat. In Costa Rica trat der Regen hingegen noch nicht ein und hat Folgen für die Natur und die Stromversorgung. Wenn sich diese Themen verschärfen, werden die Bedingungen vor Ort immer härter. In Gesprächen mit diesen Menschen wurde der Klimawandel als Ursache benannt. Es wurde nicht wie hierzulande gerne die „ böse grüne Politik“ angeprangert oder wer auch immer beschuldigt. Diese Menschen haben deutlich mehr Verstand als so einige Gemüter der blauen Ecke aus der Heimat.
➡️ Umweltverschmutzung und Müllproblematik
Die Parks in den bereisten Ländern wurden häufig sehr sauber gehalten. In Costa Rica war zum Beispiel komplettes Plastikverbot in einigen Parks und in Tansania dürfen Plastiktüten nicht einmal eingeführt werden. Das ist sehr positiv. Negativ ist vor allem in Südostasien und Lateinamerika aufgefallen, dass es mitunter Müllberge auf den Straßen gab und Privathaushalte ihren Müll verbrannt haben. Auch in Costa Rica fiel es auf, dass die Industrie Abgase in die Luft geblasen hat, die seltsam gelb-braun gefärbt sind. Die Autos in LatAm zogen ebenfalls nicht selten eine ziemliche Rußfahne hinter sich her. Mülltrennung ist in Afrika, LatAm und SOA leider nur selten ein Thema. Diese einfachen Themen sollten doch erfolgreich „exportiert“ werden können. Denn gerade diese Regionen sind Bevölkerungswachstumsregionen und die Probleme werden sich zunehmend verschärfen.
➡️ Dringlichkeit und Bewusstsein
Das soll aber nicht von den Problemen vor der eigenen Haustür ablenken. Wir sind zwar in diesen Punkten fortschrittlicher, haben aber noch einen viel zu weiten Weg vis zur eigenen zero emission. Hier müssen wir im globalen Norden deutlich schneller werden. Denn die Auswirkungen werden nicht nur im globalen Süden heftiger werden, sondern auch uns in unserer Arroganz- und Ignoranzblase bald treffen – es ist keine Frage des Ob, sondern nur noch des Wann.
Der politische und kulturelle Einfluss in SOA ist durch China und Sowjetstrukturen (Hammer und Sichel-Flaggen hingen oft an mitunter offiziellen Gebäuden) geprägt, in Afrika durch China und in LatAm westlich. Grad die Regionen mit Sowjeteinfluss werden schwierig zu transformieren sein, ist doch deren Vorbild selbst nicht grad innovativ…
Bei der Elektromobilität zeigt sich das, was eh schon bekannt ist: Auf den Straßen in SOA sind nicht nur kaum deutsche Marken zu sehen, sondern wirklich so gut wie gar keine deutschen EVs. Das ist bemerkenswert, da Taxis häufig mitunter mindestens Hybride sind, aber ausschließlich asiatische Marken. In Amman im Orient waren hingegen erstaunlich viele IDs zu sehen.
Grundsätzlich haben wir Technologien und Konzepte. Diese können exportiert werden, es besteht ein riesiges Potenzial, nur dürfen wir nicht als der sprichwörtliche altkluge „alte weiße Mann“ auftreten und etwas überstülpen, sondern gemeinsam vor Ort etwas schaffen. Wir können und sollten aber auch gleichzeitig von anderen Ländern lernen. Denn die beschriebenen Länder sind mitunter weiter, was den grünen Strom betrifft und Japan ist bzgl. Müll und Sauberkeit sehr weit vorne. Es geht in beide Richtungen und da wären Arroganz und Ignoranz ebenso hinderlich.
Wir müssen aber auch selbst ordentlich an Fahrt aufnehmen, denn aktuell ist der Klimawandel schneller als wir in unserer Blase mit Lösungen. Das Rennen scheinen wir zu verlieren.
➡️ Die heftigen Auswirkungen kommen
Mit zunehmender Erderwärmung steigt auch die relative Luftfeuchtigkeit. Die Feuchtkugeltemperatur beschreibt physikalisch, wie weit sich Körper herunterkühlen können. Und in den betroffenen Regionen werden die Menschen bald eine kritische Grenze erreichen. Ich habe z. B. in Malaysia und Costa Rica erfahren, was über 30 Grad bei über 80% Luftfeuchtigkeit bedeuten. Ich habe aber auch bspw. am Uluru erfahren, was über 40 Grad bei absoluter Trockenheit bedeuten. Beide Extrema können auftreten, beides ist Klimawandel. Und beides ist für den menschlichen Körper äußerst unangenehm. Mit fortschreitendem Klimawandel und Alter meinerseits werde ich bestimmte Regionen vermutlich in 20 Jahren nicht mehr sehen können. Allerdings liegen viele der Orte auch unterhalb von 10m über dem Meeresspiegel, was eine ganz andere Bedrohung bedeuten wird. Und wer weiß, wie lange noch Orte wie Kuala Lumpur, Sydney, New York, die Fidschiinseln und Cartagena aber auch das sich zurückziehende tote Meer besucht werden können.
➡️ Fazit
Die Herausforderungen des Klimawandels sind global und vielfältig. Meine Reise hat es mir ermöglicht, die unterschiedlichen regionalen Probleme direkt vor Ort zu sehen, am eigenen Leibe zu erfahren und besser zu verstehen. Es hat mir gezeigt, dass wir in unserer Blase schneller handeln und nachhaltige Lösungen vorantreiben müssen, um mitunter in den Ländern des globalen Südens ein stärkeres Lösungsbewusstsein voranzutreiben. Nur durch gemeinsames Handeln können wir die Herausforderungen des Klimawandels bewältigen und eine nachhaltige Zukunft für alle sichern. Wir im globalen Norden sind jedoch eindeutig in Zugzwang, auch für Lösungen, die nicht nur die eigene Haustür betreffen, da wir über die notwendigen Konzepte, Technologien und ausreichend Kapital verfügen, konkret umzusetzen statt zu debattieren.
Apps
Nützliche Apps auf Reisen
Im Vorfeld habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, wie ich Apps auf der Reise nutzen kann. Heute möchte ich Euch vorstellen, welche Apps wirklich hilfreich waren.
• Uber: Diese App kennt vermutlich jeder. Ich habe sie regelmäßig genutzt und tatsächlich war sie meistens auch günstiger als ein Taxi. Mindestens hat der Wert von Uber aber geholfen, um beim Taxi verhandeln zu können 😉
• Grab (Südostasien): Das Uber-Pendant in Südostasien.
• Opal (Sydney): in Sydney wird die Opal-Card für Bus und Bahn benötigt. Die App macht es alles digital und dankt erheblich einfacher. Die Mobilität ist vor Ort übrigens einfacher, zuverlässiger und günstiger als in Deutschland.
• Myki (Melbourne): Ähnlich wie Opal in Sydney, ist Myki die App für den ÖPNV in Melbourne.
• Suica (Japan): Eine elektronische Geldbörse und Fahrkarte, die in Japan weit verbreitet ist und das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr einfach macht. Dur Karte gilt nicht nur in Tokyo, sondern in ganz Japan und ist ein Muss.
• Telekom-Anbieter: Da ich mir anfangs immer eine lokale SIM gekauft habe, war die korrespondierende App durchaus nützlich. Damit konnte ich den Verbrauch kontrollieren oder auch aufladen. Zum Aufladen war übrigens auch DoctorSIM sehr hilfreich.
• Busbud (Lateinamerika): Diese App ist perfekt für die Buchung von Fernbusreisen in ganz Lateinamerika. Insbesondere in México und Kolumbien habe es genutzt.
• AllTrails: Diese App bietet Wanderkarten und Routen für Outdoor-Aktivitäten und ist weltweit nutzbar. So konnte ich nicht nur Trails finden, sondern bspw. auch das Höhenprofil im Vorfeld checken.
• GetYourGuide: Eine App, die weltweit für die Buchung von Touren und Aktivitäten verwendet wird. Ich habe es intensiv für Buchungen genutzt, aber auch einfach um mich zu informieren, welche Spots es in der Nähe gibt.
• TripAdvisor: Hilfreich für Bewertungen und Empfehlungen von Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Unterkünften. Eine gute Informationsquelle für Spots in der Nähe und hilfreich vor der Buchung von Unterkünften.
• Booking: Eine der besten Apps zur Buchung von Unterkünften weltweit. Hiermit habe ich rund 95% der Unterkünfte gebucht. Agoda und Expedia machten del Rest aus.
• Airlines: Die Apps der verschiedenen Fluggesellschaften sind unerlässlich für das Check-in, Boarding und das Verwalten von Flügen. Natürlich geht alles auch am Schalter, aber im Vorfeld den Sitz zu wählen oder einzuchecken, war durchaus hilfreich.
• Paywave/Apple Pay: Kontaktlose Zahlungssysteme wie Paywave und Apple Pay sind mittlerweile fast überall akzeptiert und erleichtern das Bezahlen enorm. Ich habe meine physische Karte fast gar nicht mehr genutzt.
• TravelSpend: Darüber habe ich meine Kosten während der Reise getrackt.
• Notion: Ein modernes Notiz-Tool, in dem ich meine Daten zur Reise hinterlegt habe. Alle Unterkünfte, Flüge etc. habe ich darin übersichtlich abgelegt.
• Google Maps: Abschließend sei noch Google Maps genannt, das unerlässlich auf Reisen ist. Es war weltweit mein Navi und Ideengeber für Spots war.
Die Wahl zwischen SIM-Karten und eSIMs hängt von Bequemlichkeit, Kosten und Stabilität ab. eSIMs bieten oft mehr Flexibilität und weniger Aufwand, während traditionelle SIM-Karten in manchen Regionen stabiler und kostengünstiger sein können. Ich nutzte Airalo und war bis auf Jordanien sehr zufrieden. In Jordanien funktionierte es fast gar nicht.
ChatGPT kam auch zum Einsatz. Ich nutzte es, um Inspirationen für Spots zu bekommen. Ich sicherte es aber immer mit den oben genannten Tools ab.
Fazit
Diese Apps haben meine Reisen erheblich vereinfacht und komfortabler gemacht. Wer heutzutage verreist, kann natürlich alles ohne Apps machen, aber der Einsatz dieser digitalen Helferlein ist nicht zu unterschätzen.