01.05.24 – Tag 137 Rincon de la Vieja

Das Posting kommt heute wieder recht früh. Der Grund dafür ist einfach. Die Hitze ist hier mittags recht hoch und das bei hoher Luftfeuchtigkeit. Daher habe ich meine Aktivitäten für heute weitgehend abgeschlossen – Uluru-Taktik 😉

Gestern war der Versuch, eine vernünftige Pizza zu erhalten, ein Ereignis für sich. Circa 10 Minuten fußläufig entfernt sollte es eine geben, die italienisch war. Allerdings machte irgendjemand dort nur Siesta auf den Stühlen statt zu bedienen und schaute mich nur schräg an. Ok… also zu der Pizzeria schräg gegenüber der Unterkunft. Keine Pizza wäre die bessere Option gewesen: dicker Boden und definitiv zu viel Käse – ja, so etwas gibt es auch. Heute daher (vorerst) nur Banane, Elektrolyte und Wasser.

Aber nun zum Highlight – der Unternehmung – des Tages. Es ging in den Park der Ecke des alten oder auf Spanisch „Rincon de la Vieja“.  Es ist ein aktiver Vulkan, der zuletzt 2023 ausgebrochen ist. Hier gibt es einige Trails. Die Fitness ist noch nicht vollständig zurück, daher habe ich den einfachen Las Pailas Loop gewählt.

Hier gab es ein wenig ein Flashback nach Rotorua. Viele geothermische Felder waren hier zu bestaunen, in denen es blubberte, dampfte und stark nach Schwefel roch. Der Trail führte teilweise durch den Dschungel, wo es auch wieder Tiere zu sehen gab. Costa Rica bietet schon einiges an Natur.

Etwas negativ stößt hier allerdings auf, dass das Parkticket zunächst – nur – online zu kaufen ist für rund $10-15 und dann auch noch einmal am Park an der Einfahrt rund 2€ – nur – in bar zu bezahlen sind. Pura Vida wäre ein Pass für alles, wenn man schon immer wieder umständlich bezahlen muss. Die Zufahrtswege sind zudem mitunter sehr müßig zu befahren.

A propos befahren… einen Teil der Panamericana, also der „Gesamtamerikanischen“ Straße habe ich auch heute wieder befahren. Recht unspektakulär, aber irgendwie ja cool

02.05.24 – Tag 138 Tamarindo

Wieder angekommen am Strand 😎die Fahrt brachte mich heute nach Tamarindo an der Pazifik-Küste auf der Nicoya-Halbinsel.

Es ist quasi meine Pazifik-Abschiedstour in den kommenden Tagen. Aber der Strand hier in Tamarindo macht einen wundervollen Auftakt. Bei strahlendem Sonnenschein verzaubert er mit einem zweifarbigen Sandstrand und vielen Palmen. So stellt man sich Costa Rica vor, so ist Costa Rica. Zum Sonnenuntergang sicherlich auch noch einmal zauberhaft später.

Es ist endlich relaxt und chillig. Und auch der Ort Tamarindo selbst ist urig. Hier kann endlich ein Gefühl von Pura Vida aufkommen. Nur die Privatsphäre in meinem Zimmer lässt etwas zu wünschen übrig in dem sonst echt lässigen Hostel. Jammern auf hohem Niveau 😉

Allerdings ist es auch hier in Costa Rica insgesamt wieder preislich auf europäischem Niveau. Daher hier mal mein Smoothie-Index, da ich auf den Big Mac-Index getrost verzichte. Hier in Costa Rica 5,32€, zum Vergleich:

– Laos 1,33€

– Vietnam zwischen 1,30 und 2,10€

– Sydney 5,73€

– Kauai 9,02€

Costa Rica ist also alles andere als ein Low Cost Country. Erstaunlich aber dass der Durchschnittslohn hier etwa 1/4 von demjenigen in Deutschland beträgt. Weiterführende Gedanken dazu mache ich mir hier und jetzt besser nicht…

03.05.24 – Tag 139 Tamarindo

Entspannung und mehr steht heute nicht an. Gestern Abend gab es noch einen traumhaften Sunset, davon hier ein paar Bilder. Ebenso vom Food Truck Park, den ich gestern Abend noch entdeckte.

Heute früh habe ich gut bzw mal wieder gesund gefrühstückt, auf europäischem Niveau. Allerdings wäre es schön gewesen, wenn die Preise auch nur auf selbigem gewesen wäre (mehr dazu s. Story und/oder auf Instagram @culventure)…

Ich spazierte noch ein wenig am Strand entlang ehe die Mittagshitze einsetzte. Um dieser zu entgehen, relaxte ich etwas am Pool (den auch Leguane mögen) und machte ein wenig Buchhaltung in meiner hellhörigen Unterkunft zwischen Küche und Kompost und mit Ameisen als Haustieren…

Später geht es wieder zum Strand und den Sunset genießen – bisher definitiv einer der schönsten (neben Laos und Hawaii).

Das soll’s für heute auch gewesen sein. Der Rest des Tages gehört wieder der Entspannung. Denn dafür sind diese Tage hier an der Pazifikküste insbesondere auf der Halbinsel eingeplant 😎¡Pura Vida!

04.05.24 – Tag 140 Montezuma

Die fünften Vier Wochen

20 Wochen unterwegs, keine acht weiteren warten mehr. Die Frage des Tages ist für mich „Abbruch oder weiter?“

Diese Frage bezieht sich nur auf Costa Rica. Nach der Erfahrung mit den letzten Unterkünften dachte ich jetzt bei der heutigen Abreise, dass es nicht schlimmer kommen könnte. Ja, Lateinamerika kenne ich sehr gut durch diverse Aufenthalte. Aber die heutige dann folgende Unterkunft ist einfach mal Limbo deutlich unterhalb der bisherigen Tiefstmarke.

Die Klobrille ist abgerissen, die Tür wird durch einen dünnen Metallstab gehalten und ein Fenster gibt es hier nicht, lediglich eine Öffnung mit Gitterstäben und Moskitonetz. Von einer Klima kann ich träumen – wenn ich bei dem Gestank schlafen kann. Kostenpunkt 65€ pro Nacht 🥴

Die Fahrt führte mich heute über die Halbinsel nach Montezuma. Während der Fahrt überlegte ich, ob ich hier abbreche und Panama einschiebe. Es wäre vor Ort günstiger, allerdings gingen einige Ausgaben verloren. Also werde ich stornierbare Unterkünfte hier stornieren und die Unterkünfte in Costa Rica aufwerten. Kostet dann deutlich mehr als so weiter zu fahren, aber vermutlich besser für die Motivation hier in Costa Rica. Und es ist etwas günstiger als Panama nun einzuschieben.

Montezuma selbst ist ein kleines Örtchen mit gerade einmal 500 Einwohnern. Es gibt hier einen Strand, ein paar Restaurants/ Bars und in einer gab es Live-Musik und ich konnte getrost 2 Stunden sitzen bleiben. OK, das Essen war auch preislich auf dem 1,5- bis 2-fachen von Neuseeland…

Update: Unterkunft gewechselt.

05.05.24 – Tag 141 Montezuma

Die Unterkunft habe ich gestern Abend noch gewechselt. Und alles gibt mir recht 🙏der Preis ist fast der gleiche, aber der Komfort unendlich höher als im „Ghetto“, wie die andere Unterkunft hier genannt wird…

Heute ging ich noch einmal zum Strand runter und bin entlang der Buchten gewandert. Keine riesige Wanderung, aber sehr schöne Strände mit recht heftiger Brandung. Costa Rica zeigt sich von einer besseren Seite 😎

Die übrigen Unterkünfte habe ich weitgehend verbessert. Dafür andere im späteren Verlauf sparsamer gestaltet. Das Budget freut sich nicht unbedingt und motzen kann ich bei der Rückkehr, aber bereuen werde ich nichts 😉

Das Handynetz und WLAN sind hier nicht sehr gut und abends kommt sicherlich wieder ein tropischer Regenguss, wie auch schon gestern. Nicht weiter schlimm 😉ich chille heute noch am und im Pool 😎

Heute gibt’s einfach mal eine Menge Strand in Eurem Feed 🏝️¡Pura Vida!

06.05.24 – Tag 142 Jaco

Die Nicoya-Halbinsel habe ich heute mit der Fähre verlassen, damit bin ich nicht mehr deutlich über 9.500km von der Heimat entfernt, sondern leicht darunter. In diesem imaginären Radius bewege ich mich noch weitere rund drei Wochen, ehe ich dann in Tausenderschritten bzgl km wieder gen Heimat komme.

Die Fahrt nach Jacó führte mich an der Crocodile Bridge vorbei. Sie heißt mittlerweile so, da es hier eine Garantie auf Crocodile Spotting gibt. Sie sind nicht so nahe wie in México neulich, aber das ist auch nicht wirklich schlimm 😎dafür sind es aber deutlich mehr und die großen Exemplare haben sicherlich eine Länge von drei bis vier Metern. Imposante Tiere 😮

Die Unterkunft für die kommenden zwei Nächte ist definitiv einladender. Alles richtig gemacht 😎ich hoffe auf Warmwasser 🙏für morgen versuche ich noch eine Tour zu erhalten. Mal sehen, ob es klappt. Im Internet leider nicht für Einzelpersonen.

07.05.24 – Tag 143 Jaco

Es war mal wieder Zeit für Genussmittel 😎 heute schaute ich mir die Produktion von Schokolade etwas genauer an, nachdem ich die Kaffeeproduktion zu Beginn meiner Reise in Tansania näher betrachten konnte. Es gibt sehr viele Parallelen zwischen diesen beiden.

Ausführlich wurde mir der Weg von der Pflanze bis zur fertigen Tafel gezeigt und ich konnte auch selbst Hand anlegen. Bei einem direkten Vergleich konnte ich mich davon überzeugen, wie gut organic Produkte im Vergleich zu gesüßten Produkten schmecken. Kein Geheimnis, aber hier offensichtlich.

Der Verzehr der puren fermentierten und getrockneten Bohne ist gar nicht so schlecht. Aus der Schale kann übrigens Schokoladen-Tee gemacht werden. Ganz zu Beginn gab es eine kleine Zeremonie mit heißer Schokolade. Toller Crunch und super natürlich im Geschmack 😋

Letztlich konnte ich mit der selbst produzierten Rohmasse eine eigene Kreation erstellen: Lemon Passionfruit Honey und nur ca 5% Rohrohzucker. Gar nicht so übel, ich nenne sie „Tropical Garden“ und suche einen Produzenten zum Vertrieb 😂

Den Rest verbrachte ich mit einer Portion Pasta zum Lunch – tat mal wieder gut und relaxte anschließend am Pool. Es tut einfach mal gut, wenig zu machen nach mehr als vier Monaten fast täglich Volldampf.

Die Unterkunft hat übrigens kein Warmwasser, dafür Ameisen und Geckos als gratis Mitbewohner… egal, ich bin’s mittlerweile gewohnt.

08.05.24 – Tag 144 Manuel Antonio

Eine kurze Fahrt nach Manuel Antonio stand an, dem Tor zum gleichnamigen Nationalpark.

Angekommen an der Unterkunft hieß es zunächst knapp 2 Stunden warten, bis der Checkin gemacht werden konnte. Immerhin gab es ein Upgrade auf einen eigenen Bungalow.

Während des Wartens zeigte es sich, was es heißt, in der Regenzeit in den Tropen zu sein. Da kam so einiges herunter. Ich habe dann noch die traditionellen Palmitos gegessen, die ich schon auch aus Brasilien kannte. Und Avocados habe ich auch mal wieder vermisst 😎

Heute ist nur noch Beine hochlegen angesagt. Bei dem Wetter macht es sonst auch nicht all zu viel Spaß und morgen steht ja ein weiteres Highlight hier in Costa Rica an.

09.05.24 – Tag 145 Manuel Antonio

Es ging heute sehr früh raus. Eine Tour am Morgen hat den Vorteil, mehr Wildlife zu sehen und vor allem könnte der tägliche Regen hier ab Mittag stets einen Strich durch die Rechnung machen.

Um 7:30 startete die Tour in den Manuel Antonio Nationalpark. Ich hatte mir einen Guide gebucht und das war es wert. Denn ohne ihn hätten wir vermutlich kaum etwas gesehen. Wieder einmal musste ich – und auch der Rest der Gruppe – staunen, welch geübte Augen er hat. Es gab etliche Tiere zu sehen: Leguane, Vögel, verschiedene Affen und Krabbenarten und natürlich Faultiere 🥰

Die Tour endete am Strand bzw. an zwei direkt gegenüberliegenden Stränden. Beide sind herrlich weitläufig und haben wunderbares tropisches Flair. Die Mittagshitze kommt langsam auf und das Highlight war definitiv das Wildlife. Daher kann ich nun in Ruhe noch bisschen am Pool im Hotel relaxen. In Kürze steht ja eine sehr lange Fahrt an.

10.05.24 – Tag 146 Uvita

75%, letzter Tag am Pazifik

Tag 146 – Eine kurze Fahrt brachte mich nach Uvita. Ich startete recht früh und erreichte die Unterkunft viel zu früh. Aber es hatte einen bestimmten Grund: Es war Ebbe.

Uvita hat einen kleinen Nationalpark mit einem wunderschönen Strand. Eine kleine Landzunge verbindet den Strand mit einer vorgelagerten Insel. Nur bei Ebbe ist diese Landzunge zu sehen. Das besondere ist, dass diese Formation dann wie eine Walflosse aussieht. Das wollte ich natürlich sehen.

Zunächst spazierte ich „auf der Walflosse“ und am Strand entlang. Traumhaft schöne Kulisse 🥰 und es war etwas besonderes: Das letzte Mal umspülte der Pazifik meine Zehen. Denn ab morgen verlasse ich nach 105 Tagen den Pazifik, den ich erstmal an Tag 41 in Vietnam spüren durfte, final im Rahmen dieser Reise.

Um die Walflosse dann noch in ihrer vollen Pracht zu sehen, fuhr ich zum Mirador de Roger. Dort lag sie dann also vor mir. Ein wunderschöner Anblick. Funfact: Whalewatching ist hier sogar möglich. Allerdings ist aktuell keine Saison.

Positiv: Die Unterkunft ist traumhaft über zwei Stockwerke mit Terrasse und zwei Bädern 🥰

Tag 146/2 – 146 Tage oder auch 75%, also Dreiviertel meiner Reise liegen bereits hinter mir. Oder anders gesagt: Keine kompletten 7 Wochen mehr liegen vor mir.

Ich bin noch nicht am Ende meiner Reise, aber ein Zwischenfazit nach fast fünf Monaten Reise kann ich heute schon ziehen und daher möchte ich auch genau das machen. Die alles entscheidende Frage – zumindest für mich ist: Wie hat es mich verändert?

Ich bin sehr viel offener geworden. Ich genieße aber auch die Momente, in denen ich einfach Ruhe haben kann und einfach mal nichts tun kann. Komischerweise habe ich häufig Kontakt zu Pärchen aufgebaut. Fragt mich nicht, warum… ich weiß es selbst nicht. Ich frage mich nur, warum ich bzw. damals dann wir als Pärchen nicht so viel Kontakt „nach außen“ hatten.

„Traveling leaves you speechless, but then turns you into a storyteller“ Dieses Zitat ist definitiv richtig. Ich habe inzwischen viele Geschichten zu erzählen auf ein einfaches Stichwort hin (Natur, Essen, Strände oder auch zum Thema Toiletten gibt’s tatsächlich unglaubliche Geschichten rund um die Welt), aber insbesondere zu einzelnen Orten und Kulturen kann ich natürlich sehr viel erzählen. Übrigens ist der Einstieg in einen dann neuen Talk nicht selten ein einfaches „you wanna try?“ bei Essen oder Getränken. Undeutscher geht’s eigentlich kaum, aber ich fühle mich damit wohl und es verdeutlicht das Maß an Offenheit, das hinzugekommen ist. Allen voran aber ist das tollste Lob, das ich dann hören kann, dass Menschen mich und meine Geschichte inspirierend finden.

Es gibt aber auch ganz andere Perspektiven. Luxus war die ersten zwei bis drei Monate bspw. gar nicht wichtig. Allerdings wurde das Thema Unterkunft ab circa drei bis vier Monaten Reisedauer wieder wichtiger. Oder liegt es einfach daran, dass die Qualität dann signifikant abgenommen hat? Ist das subjektiv oder doch objektiv? Retrospektiv – so werde ich es nur verstehen können. Es ist aber deswegen ein wichtiges Thema, da Schlaf wichtig ist und ein hygienischer Rückzugsort auch mit WLAN und Ruhe gegeben sein muss – wegen Wetter oder wegen Me-Time. Anfangs dachte ich sehr oft „Es ist ja nur eine Nacht“, aber 194 mal „nur eine Nacht“ ist eben auch ein halbes Jahr… Deswegen vermisse ich vermutlich auch ab und zu mein Bett und mein Bad. Ich vermisse es, gut zu schlafen in so manchen Nächten und die Hygiene, die mein eigens Bad und meine Pflegeartikel zu Hause bieten, die ich hier nicht in einen Rucksack quetschen konnte. Und ein Käsebrot vermisse ich, ein vernünftiges Brot und das obwohl oder gerade weil ich so viele lokale Spezialitäten probiere.

Die Reise erforderte in dem von mir bewusst so gewählten Setting ein extrem hohes Maß an Flexibilität. Ich durfte, konnte, aber auch musste mich an bisher 7 Kulturkreise in 14 Ländern auf 4 Kontinenten in mittlerweile über 60 Unterkünften anpassen. Das bedeutet circa alle zwei Wochen eine Anpassung an die lokalen Habits, häufig auch die Sprache, vor allem an das Essen und die Verhaltensregeln im Alltag. Ich lerne viel über die Kulturen dabei – und über mich selbst. Und ich bin überrascht, wie flexibel ich bin.

Ich habe inzwischen 16 UNESCO-Stätten gesehen, darunter zwei Weltwunder. Es gab also fast jede Woche ein riesiges Highlight im Schnitt, die vielen kleinen „Wunder“ noch gar nicht mitgezählt. Es trat eine gewisse Sättigung beim Sehen von Highlights ein, was ich auch in meinem letzten Video auf YouTube angesprochen habe. In den letzten Tagen ist es etwas entspannter geworden mit den absoluten Highlights. Das ist aber auch gut so für mich. Wobei das Wildlife und Traumstrände schon als „alltäglich“ für mich gelten. Stumpfe ich ab? Ich habe zumindest das Bewusstsein dafür, es zu überlegen und zu reflektieren und kann entsprechend steuern und mein Tempo selbst gehen. Es ist aber selbstverständlich Vorfreude auf die vielen noch kommenden großen und kleinen Highlights vorhanden und ich genieße die Momente, die ich an ikonischen Plätzen oder in wundervoller Natur verbringen kann.

Welche Highlights kommen noch? Es fehlt noch ein wesentlicher Kulturkreis, den ich in rund einem Monat erreichen werde. Zunächst aber kommt noch der letzte Kontinent: Südamerika, dann geht’s über Nordamerika mit einem weiteren Highlight über den großen Teich in den letzten Kulturkreis: Es geht in den Orient. Dort warten noch echte Weltwunder auf mich, die ich erkunden darf, kann und werde. Die letzte noch wartende Kultur ist dann die europäische, eine mir sehr wohl bekannte. Wie wohl werde ich mich dann aber dort fühlen? Ich bin selbst gespannt.

Abschließend bleibt für mich die Frage: Bin ich Backpacker, Abenteurer, Foodie, Luxusurlauber, Roadtriper, Naturliebhaber, Kulturliebhaber oder doch Städtereisender? Von jedem etwas und die Ausprägung schwankt, wobei vermutlich Foodie, Kultur und Natur aber am stärksten ausgeprägt sind, wie ich nun feststellte. Ich freue mich zumindest auf das, was kommt und bin froh mit dem, was ich grad erlebe, denn ich bereue nichts.

Die bisherigen Wochen allein auf Weltreise haben mir extrem viel gegeben. Auf die nächsten 25% und damit auf die nächsten sieben Wochen voller Wunder, Schönheiten und Abenteuer entlang meiner Reise rund um den Globus.

11.05.24 – Tag 147 Cahuita

6,5 Stunden Fahrt lagen heute vor mir, inzwischen bereits hinter mir. Vor dieser Strecke hatte ich den meisten Respekt. Ich konnte wählen zwischen „via Cartago“ mit fast nur Serpentinen oder „via San José“ mit unkalkulierbarem Stau und Maut. Da es wieder stark regnen könnte, entschied ich mich für San José. Die Maut ist nervig und auf einigen Abschnitten fragte ich mich, wofür die Maut verwendet wird… egal, geschafft 😎

In Cahuita bin ich nun final am Atlantik und seinen Nebenmeeren angelangt. Das hiesige Nebenmeer ist nicht weniger als die Karibik 😎 um mir noch ein wenig die Beine zu vertreten, ging ich natürlich zum Strand und ließ meine Zehen vom Atlantik umspülen.

Leider schließt der zugehörige Nationalpark bereits um 16:00 Uhr. Aber das ist ok, denn nach dieser langen Fahrt brauche ich nicht auch noch lange Wanderungen 😉 daher wird nun relaxt und ich überlege mir mal, was hier noch reinpassen könnte auf zwei volle Tage in der Karibik – oder doch nur Pura Vida? 😎🏝️

12.05.24 – Tag 148 Cahuita

Der Trail durch den Cahuita Nationalpark entlang der Karibik-Küste versprach tolle Strände und Wildlife. Im Hotel erfuhr ich, dass es auch teilweise giftige Schlangen und Kaimane geben soll. Sie seien aber nicht an mir interessiert – gut so, das beruht weitgehend auf Gegenseitigkeit 😉 ich poste heute wieder, bin also unversehrt zurück 😎

Die Strände sind wunderbar. Palmen säumen die hellen Sandstrände und das Wasser ist – vermutlich – türkisblau. Aufgrund fehlender Sonne ist die Farbe nicht ganz so kräftig. Aber aufgrund dessen ist es auch nicht so heiß, zumal es mit über 30 Grad und über 80% Luftfeuchtigkeit schon mehr als genug gedrückt hat.

Es gab wieder viele Tiere zu sehen. Und hier waren sie sehr nahe. Alle Aufnahmen sind nur mit dem Handy gemacht – so nahe waren sie mir bzw ich ihnen in deren Wohnzimmer. Es ist einfach faszinierend. Der ständige Blick nach oben lohnt sich. Aber häufig laufen die Tiere auch einfach auf dem Weg oder am Strand entlang.

Was hier auch präsent ist, ist der Klimawandel. Es gibt nicht nur eine Infotafel dazu in dem heutigen Park, sondern auch in Gesprächen mit den Locals erfährt man viel, dass sich das Wetter über die Jahre geändert hat. Das einhellige Fazit: Der Klimawandel ist da. Die Regenzeit verhält sich anders hier in Costa Rica, was die einen vermissen, haben andere zu viel. Auch aus Tansania höre ich Geschichten, die genau das bestätigen. Die Versinnbildlichung der MAPA, die für mich Namen und Gesichter bekommen haben.

13.05.24 – Tag 149 Cahuita

Der Morgen begann mit einem heftigen Regenschauer und Gewitter. Aber es legte sich dann auch wieder. So ist es hier in diesen Breitengraden, das kennt man ja.

Es ist mein letzter richtiger Tag in Costa Rica. Ich wollte ihn noch einmal gut nutzen. Also ging ich zum Playa Negra, denn dort soll es vor allem auch wieder Faultiere aus nächster Nähe geben. Gespickt mit ein paar Tipps von der Besitzerin des Hotels zog ich also los.

Der Strand ist wieder einmal sehr naturbelassen. So kennt man es aus Costa Rica. Leider hier und da auch Müll… das Wildlife versteckte sich heute recht gut. Erst auf dem Rückweg sah ich ein Faultier. Dafür dann aber so nahe, dass ich selbst mit dem Handy gute Aufnahmen geschafft habe 🦥 einen Tucan habe ich hier leider noch nicht gesehen. Dafür aber Papageien vorgestern auf der Fahrt 🦜

Mein Fazit zu Costa Rica? Es hat sehr schöne naturbelassene Strände und bietet extrem viel Wildlife. Nicht zu vergessen die vielen tollen Wasserfälle, die vor allem zu Beginn meiner Reise zu sehen waren. Insgesamt ist es aber viel zu teuer, für das, was es bietet, vor allem in Bezug auf Essen und Unterkünfte. Wer aber Natur liebt und etwas tiefer in die Tasche greifen kann und will, sollte dieses Land definitiv mal besuchen.

14.05.24 – Tag 150 San Jose

Völlig unspektakulär. Der Tag startete noch einmal mit einem guten Frühstück in Cahuita. Die Unterkunft in Cahuita bzw die Besitzer waren richtig klasse. Kim hat mir noch Tipps gegeben, wo ich wahrscheinlich Tucans sehen könnte.

Natürlich fuhr ich diesen Schlenker. Leider blieb mir aber der Blick auf die Tucans verwehrt ☹️ sehr schade. Wobei ich mir mal notiert habe, welche Tiere ich schon sehen und beobachten konnte auf meiner Reise. Eine beachtliche Zahl an exotischen Tieren.

Die Fahrt dauerte rund 3,5 Stunden bis San José. Sie war stressig und von daher bin ich glücklich, dass der Roadtrip nun endet. Regen, drängelnde Fahrer und unsinnige Straßenführung begleiteten mich. Egal, ich muss nun nicht mehr hier fahren.

Den Wagen abgegeben, einen miesen und überteuerten Burger gegessen, zu Walmart und in der engen und dunklen Unterkunft ohne AC eingecheckt 🥵 egal, es ist wirklich nur für eine Nacht. Morgen steht ein Transfer an und das nächste Land wartet auf mich. Dazu steht ein Wechsel des Kontinents an – innerhalb des gleichen Kulturkreises.

Kolumbien

15.05.24 – Tag 151 Transfer/ Medellin

Lustiger wird‘s heute nicht mehr…

Gestern habe ich schließlich noch die Unterkunft gewechselt. Temperaturen um die 30 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit im Zimmer brachten meinen Kreislauf ins Wanken. Das nächstbeste Hotel am Flughafen ging dann mal wieder ans Budget… dafür war der Kreislauf nach einer Dusche wieder stabil.

Früh morgens dann raus, gemütlich gefrühstückt und 1-2 Stunden Lounge. Gegen kurz vor 1 sollte der Flieger gen Miami zum Stopover gehen.

Denkste… der Flug wurde immer wieder verschoben. Inzwischen so weit nach hinten, dass der Anschluss nach Medellin nicht mehr klappen würde. American konnte mich nun umbuchen. Der Flug geht 4 Stunden später und via Bogota. Besser fürs Klima, aber Avianca hatte ich aus gutem Grund gemieden. Daumen drücken also, dass ich morgen auch wieder posten kann…

Ich verbringe die Zeit noch in der Lounge. Die Essensauswahl ist eher bescheiden. Aber immerhin etwas zu essen „für umme“ und einen Flug, der sogar noch 30 Minuten eher am Ziel ankommen soll. Viel mehr gibt’s zu heute nicht zu sagen. Ich hoffe, es klappt alles und ich komme wohlbehalten und halbwegs rechtzeitig noch in Kolumbien an.

16.05.24 – Tag 152 Medellin

Die Comuna 13 stand heute zur Erkundung an. Unser Guide, der selbst dort wohnt, konnte viel über die Geschichte, die Transformation und das aktuelle Leben dort erzählen.

Erschreckend ist, dass es einer der kriminellsten Orte weltweit mit Bürgerkrieg und etlichen täglichen Morden noch bis vor etwa 20 Jahren war. So ist der Bolzplatz dereinst der öffentlichkeitswirksame Exekutierplatz gewesen. 😱

Die vielen Graffitis erzählen die bewegte Geschichte dieses Stadtteils mit über 140.000 Einwohnern. Er hat sich erfolgreich zu einem Touristenmagneten entwickeln können und hat heute etliche Bars und Restaurants und man kann friedlich hindurch laufen – ganz ohne Drogen und Waffen. Die Menschen haben sehr viel mit eigenem Willen – und natürlich den Start durch die Operationen des Militärs – geschafft.

Wir hatten nicht nur eine lehrreiche Geschichtsstunde, sondern auch hier und da Streetfood zum Probieren. Extrem lecker und die Menschen, die ihre Restaurants im Familienbetrieb führen, sind sehr freundlich.

Ein toller Tag, den ich bzw dann wir im Nachtleben mit einem letzten Getränk haben ausklingen lassen.

17.05.24 – Tag 153 Medellin

Ein verrückter Tag. Und es wächst die Erkenntnis, dass mir Kolumbien ganz gut gefällt.

Um 6 klingelte der Wecker – dank des gestrigen Abends viel zu früh. Mit dem Uber quer durch die Stadt zum Meeting Point. Wie sich am Ende herausstellte, hätte es auch einen direkt in El Poblado gegeben 🤔 egal… der Tag hatte genug zu bieten 😎

Es ging mit einer zweistündigen Busfahrt zum La Piedra el Peñol in Guatapé. Rund 700 Stufen warteten auf mich, um den über 220m hohen Felsen zu erklimmen. Vor diesem Aufstieg hatte ich am meisten Respekt im Vorfeld. Durchaus zurecht, denn im Gegensatz zum Tokyo Tower bin ich ihn nicht in einem Rutsch nach oben gegangen.

Oben angekommen wartete eine grandiose Aussicht über die unten liegende Seenlandschaft auf mich. Einfach fantastisch dieser Ausblick auf die zerklüftete Seenlandschaft.

Im Anschluss gab es eine kleine Bootstour, die im Grunde dazu diente, den Fels von unten kurz zu sehen, sich ein Bier zu kaufen und sich zu connecten. Eine tolle Gruppe waren wir auf der Tour 😉

Schließlich liefen wir durch Guatapé. Und das war für Fotointeressierte das reinste El Dorado – oder doch eher „Colorado“? 😉 überall gab es bunte Fassaden, die wiederum Geschichten über den (ursprünglichen) Besitzer erzählten.

Am Ende hatte der Bus zwei Stunden Verspätung, da er aufgrund von Regen zerstörter Straßen nicht in die Stadt durchkam. Egal, es war dennoch lustig und schließlich sind wir zurück in Medellin. Das Nightlife kann starten – nicht zu lange, aber bei der Gruppe kann man ja nicht fehlen 😎

18.05.24 – Tag 154 Salento

5 Monate

¡Que un dia aventurero! Was ein abenteuerlicher Tag!

Früh um 6:00 klingelte wieder der Wecker. Viel zu früh, da es gestern noch lustig, aber auch nicht wirklich lange für mich ging. Ich bin keine 20 mehr 😉

Der Flieger nach Pereira wartete auf mich. Und damit der Transfer auf der Straße nach Salento, dem Tor zum Valle de Cocora. Ich bestellte mir ein Uber zum Flughafen. Lief alles glatt. Und es schien als würde die Fahrt zügig gehen – noch 20 Minuten… wieder einmal: „Denkste!“ Wegen einer Polizeikontrolle bog er in eine ländliche Seitenstraße ab und versuchte es mir auf Spanisch zu erklären, warum er die Kontrolle scheute. Die Uber-App fragte mich auch schon nach meinem Wohlergehen. Ich hatte dann verstanden, dass Uber nicht so 100%ig offiziell in Kolumbien ist. Mir kam es schon spanisch vor, dass ich vorne sitzen „musste“. Letztlich zahlte er mir einen Bus bis zur nächsten Kurve hinter der Kontrolle 🥸 in der Unterkunft dann angekommen, war niemand hier. Aber gut, das ist mittlerweile kein Abenteuer mehr 😉

Schließlich konnte ich Salento erkunden. Es erinnert mich sehr stark an Cusco in Peru. Ich fühlte mich hier sofort wohl. Es ist wieder extrem bunt und ein Kaffee ist hier in der Kaffee-Gegend Kolumbiens ja ein Muss. Spontan ging ich noch einen Hügel hoch und konnte nicht nur einen Blick über die Stadt, sondern auch einen phänomenalen Blick in die Natur werfen, in die Salento eingebettet ist. Etliche Fotomotive und das kann ich Euch nicht vorenthalten, heute wird es bunt 😉

Wieder einmal setzte der Regen ein und ich bin vorerst mal ab aufs Zimmer geflüchtet. Aber hier zieht es mich nachher garantiert wieder raus 😎

19.05.24 – Tag 155 Salento

Schon wieder um kurz nach 6 aufstehen. Warum tue ich mir das an? Ach ja, um die Schönheit dieser Welt zu erkunden. Und es hat sich heute mal wieder komplett gelohnt.

Die Fahrt ging heute früh ins Valle de Cocora. Für die Hinfahrt buchte ich mir einen privaten Transfer, 50.000 Pesos, rund 12€. Aber dafür habe ich meine Ruhe gehabt 😎

Im Valle angekommen war dann aber schnell Ruhe mit der „Einsamkeit“. Nicht weil viele Touris unterwegs waren, sondern weil ich mich wieder erfolgreich connecten konnte. So zogen wir zu zweit los mit dem gleichen Ziel, den kurzen Trail zu machen.

Die Quindio-Wachspalmen wirken erstaunlich. Nicht ohne Grund sind sie inzwischen Nationalbaum Kolumbiens. Sie können bis zu 50-60m in die Höhe wachsen und das bei einem Durchmesser von gerade einmal 20-40cm. Der Anblick ist einfach wunderbar. Das Wetter spielte mit, aber selbst mitten in den Wolken auf fast 2.700m Höhe sahen sie sagenhaft aus.

Am Ende des Trails trafen wir dann noch das Pärchen, das ich gestern Abend beim Dinner kennenlernte. So zogen wir zu viert weiter. Die beiden hatten eine Tour mit Lunch und Coffee-Stop mit ihrem tollen Guide Carlos gebucht, wo wir uns kurzfristig anschließen konnten. So wurde es auch noch zu einem kulinarischen Erlebnis bei wieder einmal tollen Gesprächen. Das ist das tolle an Solo-Reisen: Ich habe morgens keine Ahnung, was mich Stunden später erwartet ☺️

20.05.24 – Tag 156 Salento

80%

Nach dem gestrigen Highlight ging es heute ganz gemütlich alles für mich. Gestern Abend war es echt noch schön, wir hatten unsere Runde vom Tag noch fortgesetzt und waren in einem tollen Veggie-Restaurant.

Zunächst habe ich mich – so gut es ging – ausgeschlafen, um dann ein tolles Frühstück mit Avocadobrot zu haben. Diese Stärkung brauchte ich auch, da ich dann ein wenig Papierkram gemacht habe. Ja, auf so einer Reise fällt ganz schön was an und an ausgefallenen Flügen, Medikamenten etc. kommt inzwischen ein Betrag von rund 1.000€ zusammen.

Zum Mittag gönnte ich mir eine Pizza und schlenderte durch Salento. Diese bunten Städtchen werde ich definitiv vermissen.

21.05.24 – Tag 157 Transfer/ Tayrona Nationalpark

Ein Transfer-Tag steht wieder an, der nicht optimal zeitlich klappt. Checkout ist um 11, der Flug geht aber erst um 16 Uhr, der Anschluss um 19:00 Uhr. Ankunft in der Unterkunft nach 21 Uhr. Zumindest hatte ich noch ein letztes authentisches Desayuno in Salento: Das Menu gab es mündlich und auch sonst war es typisch Lateinamerika mit Fernseher und viel Lärm 😉

Ein wenig die Zeit in der Lounge zu verbringen, war zumindest der Plan. Allerdings geht der Checkin erst ab zwei Stunden vor dem Abflug. Also verbrachte ich die meiste Zeit tatsächlich mit warten.

Ein paar Fakten: Ich verlasse heute Salento und damit bereits mein letztes Ziel mit tropischer Natur im Inland. Ab morgen bin ich wieder an der Karibik-Küste unterwegs und im Folgenden dann im gemäßigten und Wüstenklima. Von der Entfernung her werde ich heute den Sprung unter die 9.000km Distanz-Marke machen, ehe ich dann über 6.000, 3.000 etc. immer näher komme.

Schöne Bilder gibts ab morgen wieder

22.05.24 – Tag 158 Tayrona Nationalpark

Der Tayrona Nationalpark stand heute auf dem Programm. Und es sollte ein völlig verrückter Tag werden.

Der Trail führte mich durch den Regenwald und es ging auf und ab. Von der Anstrengung her vergleichbar mit dem Abel Tasman in Neuseeland vor einigen Wochen. Auch der Ausblick hier und da aufs Meer war vergleichbar. Ein sehr schöner Trail.

Allerdings ist die Luftfeuchtigkeit hier auch wieder bei 80% – wie in Kuala Lumpur – sodass es der wahrscheinlich anspruchsvollste Trail mit seinen etwas mehr als zwei Stunden oneway bisher war. Ich war von innen her komplett durchnässt.

Der Blick auf die Felsformationen ist schon sehr beeindruckend. Die karibischen Strände sehen traumhaft aus. Und es lud zum Verweilen ein. Allerdings war der Himmel etwas grau und ich ziemlich fertig.

Deshalb entschied ich auch, den Rückweg auf dem Rücken eines Pferdes anzutreten. Welch ein Abenteuer: Ein Ritt durch den kolumbianischen Regenwald. Was mir nicht so ganz klar war, ist dass die Pferde einen gewissen Teil im Trab zurücklegen würden und meins sogar ein paar Schritte in den Galopp fiel. Das kann gut anstrengen, wenn man nur eine Kurzeinweisung von zwei spanischen Sätzen bekommen hat. Ich hoffe zumindest, dass die Pferde auch artgerecht gehalten werden.

Schließlich begann es noch zu regnen. Nun war ich auch noch von außen durchnässt. In der Unterkunft stellte ich fest, dass mein Pass an der Poolparty teilhaben wollte ¡Que mierda! Also beschloss ich kurzfristig, bereits heute in die Unterkunft mit AC zu wechseln. Sonst wird halt nichts trocken. Santa Marta, estoy aqui. Leider schüttet es auch hier wie aus Kübeln.

23.05.24 – Tag 159 Santa Marta

Inzwischen bin ich seit 35 Tagen im lateinamerikanischen Kulturraum unterwegs und mir kommt es so vor, als wäre ich gestern erst angekommen. Einige Tage folgen noch, aber eben auch nur noch einige.

Heute habe ich mir ein wenig Santa Marta angeschaut. Die Stadt bietet nicht viel Schönes. Am Hafen bzw der Marina ist es noch ganz nett. Aber sonst ist es nur im Centro Historico noch anschaulich. Es ist einfach zu verfallen, schäbig und zu viel Müll überall. Diese Seite von Kolumbien gefällt mir nicht, ist aber eben auch (zum Teil bittere) Realität.

Die Promoter sind hier recht aggressiv. Sie machen nicht nur einen Schritt auf einen zu, sie stellen sich direkt in den Weg oder fassen einen sogar direkt an. Das ist nun wirklich nicht meins. Hinzu kommen zwielichtige Gestalten in der Nähe meiner Unterkunft. So war es in Medellin nicht. Gut, morgen gibt es eh mal wieder eine kulturelle Tour 😎

Für heute habe ich ein paar Bilder vom Hafen, dem Centro und noch von gestern Abend ein wenig was.

24.05.24 – Tag 160 Santa Marta

Zunächst noch einmal zum Nightlife in Santa Marta… das Hotel hat mich deutlich darauf hingewiesen, wo ich lang gehen kann und wo nicht. Nach links aus dem Hotel raus bloß nicht. Ich wurde dort vorgestern „amigo, Happy Hour“ angesprochen. Diese „Bar“ ist laut Google für „Perforationsdrohungen“ bekannt. Morgen wird zum Glück die Stadt gewechselt und die heutige Tour war toll.

Es ging nach Minca, einem kleinen Backpacker-Örtchen südlich von SMR. Der Besuch der Kaffeefarm war weniger lehrreich. Das Wasser am Wasserfall dafür erfrischend 😎allerdings waren mir die Felsen etwas zu rutschig. Der Guide berichtete, dass letzte Woche – angeblich – erst jemand tödlich verunglückt sein sollte.

Das anschließende Lunch war Veggie-Essen mal wieder von der leckeren Sorte. Und noch besser war die Möglichkeit, sich mal wieder vielfach zu connecten 😎

Zum Dessert gab es dann einen Schoko-Kurs, ähnlich wie ich ihn schon aus Costa Rica kannte. Organic, pur und selbst gemacht 😋

Vorher aber gab es ein absolutes Highlight auf der Kaffee-Farm: Ein Tucan war aus nächster Nähe zu sehen 🥰was in Costa Rica nicht klappte, gelang dann endlich hier. Leider war das dann auch das letzte Bild meiner Nikon, die sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedete…

25.05.24 – Tag 161 Cartagena

Und wieder einmal kann ich nur sagen: Was für ein Tag!

Ich startete in Santa Marta und hatte rund 5 Stunden Busfahrt vor mir. Der Flug wäre unsinnig gewesen – aus sämtlichen Perspektiven. Also fuhr ich durch öde Landschaften und arme Gegenden in Kolumbien, auch das ist die Realität.

Schließlich kam ich in Cartagena an. Eine Millionenstadt und ich mitten in der Altstadt. Nach der Erfahrung in Santa Marta erwartete ich mein neues Ziel mit gemischten Gefühlen. Zu Unrecht!

Ich hatte eine Suite gebucht – warum zum Teufel auch immer. Aber ich habe zwei Duschen (ohne Warmwasser) und zwei Terrassen und bin mitten im Leben. Es fühlt sich sehr sicher an und hier steppt der Bär. Und wahrscheinlich auch ich zu Salsa-Beats später noch 💃🏼🕺🏼

Cartagena ist bunt und voller Leben und positiver Energie. Nervig ist nur, dass die Amigos einen noch aufdringlicher anfassen als schon in Santa Marta. Aber wo Touris sind, gibt es auch Lowlights.

Ich fühle mich hier in der Unterkunft wie der König. Oder wie der Dictador? Na, zumindest schmeckt der gleichnamige Rum, den ich schon aus Deutschland kenne. Und ich bleibe lieber bei weniger „gehaltvollen“ Getränken und habe vor allem auch mal wieder eine gute Pizza gehabt.

Apropos Essen, morgen wahrscheinlich ausschließlich Streetfood, denn das sah schon extrem cool aus. Jetzt heißt es Akku des Handys laden, kurz ausruhen und dann hin zum Salsa-Spot #1 in Cartagena. Denn dieses kulturelle Ereignis will ich mir definitiv nicht entgehen lassen – Salsa in Kolumbien 😎

26.05.24 – Tag 162 Cartagena

Die Erkundung Cartagenas stand heute auf dem Plan. Ich lief dann endlich auch mal bei Tageslicht durch Getsemani und konnte das bunte Gesicht dieses Viertels bestaunen,

In Cartagena selbst besuchte ich das Centro Historico sowie die Mauern. Beide sind UNESCO Kulturstätte. Und das auch zurecht.

Die Mauern erinnern mich sehr an San Juan in Puerto Rico, allerdings sind diese hier viel weitläufiger und imposanter. Schließlich ist Cartagena die erste Hauptstadt der hiesigen Provinz in der spanischen Kolonie gewesen.

Die Altstadt ist sehr pittoresk. Überall gibt es tolle Fassaden und damit etliche Fotomotive. Allerdings ist es auch recht touristisch und die Amigos sind auch hier wieder überall gegenwärtig. Es nervt schon, aber mittlerweile kann ich gut ignorieren. Nervig ist es halt nur, wenn man dann ständig angefasst wird.

Den Nachmittag machte ich Siesta auf einer meiner Dachterrassen. Dabei habe ich dann auch nochmal zwei neue Videos für YouTube aufgenommen. Eins kommt direkt noch online. Das andere dann wieder getaktet nächste Woche Sonntag.

27.05.24 – Tag 163 Cartagena

Der letzte Monat

Heute kommt das Posting etwas früher.

Nach 40 Tagen in Lateinamerika ist heute mein letzter Tag in diesem Kulturkreis. Zähle ich San Diego dazu, wären die sechs Wochen sogar komplett voll. Es kam mir viel kürzer vor. Aber rufe ich mir in Erinnerung, was ich hier alles erlebt habe, sind sechs Wochen wieder sehr plausibel 😉

Ich habe es heute sehr ruhig angehen lassen. Einer der Hauptgründe ist, dass das Klima in den Tropen extrem drückend ist. Etwas, das uns in Deutschland auch bevorsteht. Die Temperaturen klettern hier regelmäßig auf über 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit rangiert regelmäßig um die 80%. Wenige ruhige Schritte draußen und man ist patschnass. Kolumbien hat viele Klimaanlagen, anders hält man es nicht aus. Da werden wir in Deutschland auch nachrüsten müssen.

Heute früh ging ich zum Frisör, recht günstig für rund 10€. Es war das vierte mal auf Weltreise nach Sydney, Rotorua und Tulum. Nur eine kleine Randnotiz…

Danach spazierte ich noch einmal gemütlich durch Getsemani und Cartagena. Dazu habe ich noch einmal lokal gegessen mit Ceviche, Kaffee und Kuchen – ja, das können sie hier auch hervorragend. Noch einmal diesen Flair aufsaugen hieß es für mich heute.

Morgen geht es in eine völlig andere Klimazone und Kultur. Dafür werde ich erneut den Kontinent wechseln und den kompletten Tag im Transfer sein. Ich werde das nördlichste meiner Ziele anfliegen und erkunden. Die Vorfreude ist groß, grad da mir die Tropen klimatisch einiges abverlangen.

Nun noch im klimatisierten Raum relaxen und zum Abend hin dann noch einmal in Getsemani eintauchen.

Ach ja, auf YouTube ist seit gestern Abend ein neues Video online

Kanada

28.05.24 – Tag 164 Transfer/ Toronto

So nahe wie seit Indien nicht mehr

wie gestern schon gesagt, befinde ich mich heute den ganzen Tag im Transfer. Gleichzeitig beginnt mit heute auch der letzte Monat meiner halbjährigen Reise rund um den Globus.

Wenn ich mein heutiges Ziel erreiche, werde ich wieder weniger als 7.000km von der Heimat entfernt sein. So nahe wie seit Indien im Dezember nicht mehr. Auch kulturell wird dieses Ziel wieder nahe an Europa sein ehe ich noch einen letzten örtlichen und kulturellen Schlenker in rund einer Woche unternehmen werde.

6 Wochen Lateinamerika liegen nun hinter mir. Es war wieder einmal eine tolle Erfahrung. Ich habe so vieles erlebt: in México ein Weltwunder erkundet, ich war dort aber auch krank. In Costa Rica konnte ich sehr viel Wildlife beobachten und traumhafte Wasserfälle und Strände sehen, das Preisniveau hat mich allerdings schockiert. Kolumbien letztlich überraschte mich sehr positiv und es war auch endlich wieder günstiger, aber in Santa Marta nicht wirklich sicher. Überall traf ich aber auch immer wieder neue Menschen und es machte Spaß, sich auszutauschen. Das war wirklich bereichernd.

Kolumbien war farbenfroh und außer in Santa Marta fühlte ich mich relativ sicher. Es setzt sich allerdings leider auch zum Abschluss in der Lounge fort, was in Kolumbien mitunter in Cafés zu beobachten war: Plastik… das muss doch echt nicht sein.

Tag 164/2 – gut angekommen in Toronto. Hier habe ich wieder Zeitverschiebung, aber nur eine Stunde. Es ist bereits fast zwei Uhr nachts. Aber einen kleinen Snack musste ich mir von der Tankstelle gegenüber noch holen. Und direkt ein Highlight quasi schon aus der Ferne gesehen.

Was mich aber bewegt, ist dass ich in einer für westliche Verhältnisse einfachen Unterkunft bin. Nach 6 Wochen LatAm kommt es mir aber wie Luxus vor. Die Einführung hier war definitiv weniger dynamisch. Aber Warmwasser und halbwegs dichte und dunkle Fenster und Türen lassen einen in einer völlig anderen Welt angekommen zu sein. OK, nach etlichen Stunden Flug… von einem Zentrum der Kultur in ein anderes. Der Unterschied ist deutlich spürbar. Und ich bemerke, dass da auch gedanklich so einiges passiert ist.

29.05.24 – Tag 165 Toronto

85%

Mit Kanada habe ich das 16. Land meiner Weltreise und insgesamt mein 55. erreicht. Toronto allein ist nicht Kanada, aber Kanada ohne Toronto zu kennen, geht auch nicht 😉

Ich muss sagen, dass es mir diesmal recht einfach gefallen ist, mich wieder an eine pulsierende Metropole anzupassen. Vermutlich liegt es an der kulturellen Nähe und dem wie schon erwähnten Verlangen nach „Luxus“ in Form von Warmwasser und dichten Fenstern.

Heute früh hatte ich es definitiv nicht eilig, sondern wollte mich erst einmal ausschlafen. Der Tag startete dann mit Laundry. Das ist auch bitter nötig. Auch kaufte ich mir ein paar Paar Socken, um den Rest gut zu überstehen 😎(s. neuestes Video).

Danach ging es per pedes auf Erkundungstour. Über 22.000 Schritte trugen mich quer durch die Stadt.

Ich begann meine Tour mit einem kleinen Snack in einer angesagten Bar, dem Hey Lucy. Es spielte westliche Musik, was komisch, aber dennoch sofort wieder vertraut war.

Weiter ging es dann zum Dundas Square. Überall auf dem Weg warteten etliche Fotomotive. Ist Toronto doch ein kleines New York, ähnlich wie Sydney. Ich mag diese Stadt. Der Square ist dann auch wieder ein kleines New York – der Times Square in klein. Aber dennoch ganz schön hier.

Meine nächste Station war dann der Distillery District. Hier machte es sich bezahlt, in Kolumbien Locals kennengelernt zu haben. So habe ich direkt einen tollen Tipp für ein Café bekommen. Dankeschön 😎hier spielte Livemusik – lateinamerikanisch. Ein Flashback mit toller Atmosphäre.

Ich spazierte die Waterfront entlang und nahm dann ein Water Taxi zu Wards Islands. Eine vorgelagerte Insel mit einem tollen Blick auf die Skyline und ein paar kleineren Trails, einem Boardwalk und sogar kleinen Stränden. Nicht karibisch, aber schön entspannend.

Abschließend spazierte ich durch den St. Lawrence Markt und aß – typisch kanadisch – Poutine. Im Grunde sind es Pommes in Bratensoße mit Käse, ganz gut 😎

Toronto ist multikulturell und bunt. LGBT+ ist hier nicht groß nach außen getragen, aber Diversity ist hier allgegenwärtig. Eine bunte Stadt – modern und fortschrittlich. Eine echte Weltmetropole halt.

Ich bin übrigens dazu übergangen, auf eSIM zu wechseln, die Bequemlichkeit hat doch gesiegt. Das aber auch wieder nur eine kleine Randnotiz 😉

30.05.24 – Tag 166 Toronto

Wieder habe ich es genutzt, halbwegs isolierte Fenster und damit einen einigermaßen guten Schlaf zu haben. Ich startete daher heute in aller Ruhe erst recht spät. Ich habe ja alle Zeit der Welt… oh, welch Wortspiel 😉

Gestern Abend lief ich noch ein wenig hier umher. Es geht auch völlig problemlos, Toronto ist die sicherste Stadt Nordamerikas. Und dieses Gefühl habe ich hier definitiv auch. Ich erkundete die nahe Umgebung und den CN Tower bei Nacht.

Heute ging es dann mulitkulturell zu. Der Weg führte mich zu Beginn nach Chinatown. Ein paar Dumplings und Gyoza waren dann schließlich verlockend als kleiner Snack.

Durch den Kensington Market zog es mich als Nächstes. Ein sehr buntes Multikulti-Viertel. Ich liebe es inzwischen richtig und wenn ich dann an Lokalen mit Speisen anderer Kulturen vorbeilaufe, grinse ich vor Freude und erklingt dann noch ein Lied, das ich dort hörte oder in meinen Postings nutze, wird das Grinsen noch breiter 😬

Weiter ging es dann nach Little Italy. Ich hatte mir etwas mehr Dolce Vita versprochen. Da es nicht ganz so italienisch war, konnte ich zu meinem Tartufo am frühen Nachmittag zumindest problemlos meinen Cappuccino ordern 😎

Über die Graffiti Alley ging es dann vorerst wieder zurück. Kurz die Beine hoch und nachher treffe mich noch mit neuen Freunden aus Kolumbien, also aus Toronto.

Toronto ist wie ein kleines NYC, das sagte ich gestern schon. Aber viel mehr noch ist es wie ein alternatives NYC.

31.05.24 – Tag 167 Toronto

Die letzten vier Wochen

Gestern Abend ging es dann doch etwas länger 😉🥳 aber war echt super.

Daher stand heute nur ein wenig spazieren in der Stadt an und etwas entspannen am Strand. Für viel mehr reicht es definitiv nicht mehr.

Das Gepäck ist heute um ein T-Shirt leichter geworden. Die Wäscherei hat es nicht geschafft, das eine noch rechtzeitig wieder an Land zu bringen. Morgen habe ich wieder eine Busfahrt vor mir, aber nur recht kurz.