01.03.24 – Tag 75 Te Anau
Die gestrigen Kreislaufprobleme waren ein Anzeichen für irgendeinen (kleineren) Infekt. Aber Tag 2 dessen heute, daher wird’s wohl schnell rum sein. Heute stand ja nur eine kurze Fahrt nach Te Anau an. Hier verweile ich zwei Nächte. Ein ruhiges Backpacker-Örtchen und natürlich wieder pittoresk am See gelegen.
Ich nutze die Zeit für einen kleinen Walk am See, um wieder mein Schrittziel zu erreichen. Aber auch um mich mal wieder um die Wäsche zu kümmern. Ist mal wieder nötig.
Morgen wartet ein echtes Highlight auf mich. Und um es richtig genießen zu können, geht’s auf eine guided Tour. So kann ich in Ruhe gucken, staunen und auch fotografieren und muss nicht fahren.
Te Anau ist der südlichste Ort meiner Weltreise. Ab übermorgen werde ich wieder weiter nördlich unterwegs sein. Es wird allmählich leicht herbstlich hier im Süden und nachts schon gut unter die 20 runter und noch frischer.
Insgesamt ist die Südinsel eine echte Abenteurer-Insel. Wer auf Wandern, Klettern, Speedboat, Rafting, Bungee etc steht, wird hier ein riesiges Angebot vorfinden. Zu viel Adrenalin muss ich mir ja ersparen.
02.03.24 – Tag 76 Te Anau
Der Milford Sound lockte, der eigentlich ein Milford Fjord ist. Er lockte aber auch mit Regen. Richtig gelesen, denn dann entstehen zig mehr Wasserfälle entlang der Fjorde.
Allerdings war es teilweise so ungemütlich, dass die Kameras lieber sicher verstaut blieben. Seinem majestätischem Anblick tat es jedoch keinen Abbruch. Etliche kleine und große Wasserfälle gab es zu bestaunen… wow!
Auch die Anfahrt durch den Fiordland Nationalpark war schon beeindruckend. Hier erinnerte Neuseeland an Island und Norwegen. Ein jetzt schon sehr vielfältiges und wunderbares Land. Ich liebe es 😍
Für den Rest des Tages ist Ausruhen angesagt, denn die kommenden 4 Tage verlangen Konzentration, da ich einige km fahren werde.
03.03.24 – Tag 77 Wanaka
Elf Wochen sind rum. Ich bin wieder zurück in Wanaka. Diesen Ort hatte ich vor 4 Tagen ja erst verlassen und nächtige hier heute noch einmal. Eine Parallele zu Sydney, das ich auch zweimal besuchte.
Allerdings gibt es hier im Ort deutlich weniger zu sehen. Ich spazierte noch einmal gemütlich zum wanaka tree am See entlang. Letztlich werde ich heute – wie gestern schon angekündigt – nichts großartiges unternehmen, da ja morgen eine längere Fahrt an die Westküste ansteht.
Es ist heute auch recht stürmisch hier und die Unterkunft ist gar nicht so übel. Warum also nicht einfach mal komplett abschalten? Es folgen ja noch fast 120 Tage mit vielen neuen Eindrücken. Die Fahrt hierher bot ja auch noch ein paar kleinere neue Eindrücke.
04.03.24 – Tag 78 Fox Glacier
Es war mal wieder Zeit für etwas Spektakuläres. Und das gab es heute definitiv.
Über den Haast-Pass ging es durch das Gebirge rüber an die Westküste. Es regnete… Es war wolkig. Aber genau diese Wolken verwandelten den die Straße säumenden Regenwald in eine wahrlich mystische Umgebung. Der Trail zu den Blue Pools war leider geschlossen. Aber es gab noch andere Spots zu erkunden.
Schließlich erreichte ich im strömenden Regen die wolkenverhangene Westküste. Ob sich der Trail zum Fox Glacier lohnen würde? Erst einmal Mittagessen und dann weitersehen.
Es hörte zumindest auf zu regnen. Also ab zum Trail und mein Glück versuchen. Ich nahm aufwärts den Moraine Trail, definitiv eine sehr gute Entscheidung. Und insgesamt auch eine sehr gute Entscheidung, denn der Gletscher war zu sehen ein tropischer Regenwald inmitten der Alpen, so zeigte sich der Trail. Neuseeland alleine ist schon eine kleine Weltreise für sich. Ich glaube, ich habe meinen place to be gefunden. Ich liebe dieses Land.
Ich war dann zwar klitschnass und freute mich auf die warme Dusche. Aber der Ausblick war es definitiv wert. Wieder zurück in der Unterkunft zeigte sich abermals, dass ich Glück hatte: Es begann zu gewittern. Ich will das Glück nicht herausfordern…
Morgen geht es 300km gen Norden. Und das ist auch gut so, denn hier zieht der Herbst ein. Regen und 9 Grad gibt’s in der Heimat auch. Aber die Natur ist hier definitiv schöner. Ab morgen bewege ich mich wieder in Richtung Sommer, sprich in Richtung Norden der Südinsel und dann auch bald in den Süden der Nordinsel
PS: Alle heutigen Aufnahmen entstammen nur dem iPhone.
05.03.24 – Tag 79 Westport
Der Morgen war nicht ganz so verregnet wie der gestrige Tag. Hier und da ein paar Wolken, hoffentlich nicht zu viele. Denn einen Viewpoint hatte ich mir noch für heute gelassen.
Nach dem Checkout ging es dann direkt zum nahegelegenen Lake Matheson. Hier gibt es den „View of the Views“ – das klingt vielversprechend. Unverständlich, dass viele nur bis zum Jetty Lookout auf knapp der Hälfte laufen. War es doch eine recht gute Sicht heute mit etwas Blau am Himmel.
Mirror Lakes sind hier echt ein Ding. Und zwar ein echt atemberaubendes „Ding“. Wieder einmal so ein Wow-Moment. Es war fast komplett glatt und der Mount Cook, den ich vor rund einer Woche noch von der anderen Seite bestaunte, ließ sich durch den Spiegel beobachten. Sein Nachbar, der Mount Tasman, stand ihm dabei in nichts nach. Einfach wunderschön, was die Natur hier zu bieten hat 😍
Ohne große Erwartungen wechselte ich dann vom Glacier Scenic Highway auf die Great Coast Road. Die Pancake Rocks steuerte ich an. Hier und da noch einen kleinen Zwischenstopp – im Regen. Schade, denn die Küste hat durchaus was von seinem großen Bruder in Australien.
Der Pancake Rock ist sogar ein kompletter kleiner Park mit einem eigenen Walk. Ich war richtig positiv überrascht – nicht nur vom Wind dort 😉
In Westport ruhe ich mich nur aus. Morgen wird wieder ein Breitengrad übersprungen gen Norden.
06.03.24 – Tag 80 Abel Tasman Nationalpark
Eine runde Sache, so auch die Fahrt und das Ziel. Entlang der Küste und vor allem durch die nördlichen Ausläufer der Alpen ging es heute 3,5 Stunden lang quer durch etliche Serpentinen in Richtung Nordküste.
Schließlich kam ich in Kaiteriteri an, das am Rande des Abel Tasman Nationalparks liegt. Auch hier hatte ich nicht viel im Vorfeld recherchiert. Daher war ich positiv überrascht, dass ich nun den ersten Sandstrand Neuseelands direkt vor dem Hotel vorfinden konnte. Positive Überraschungen sind doch das Beste
Aber nicht nur die Landschaft ist nun etwas anders geworden, sondern auch und vor allem das Wetter. Aus kalten und regnerischen 10 Grad wurden nun knapp 20 Grad und Sonnenschein. Das lud zum Strandspaziergang ein.
Für morgen habe ich noch direkt ein Wassertaxi buchen können, das mich zum Start meiner geplanten Wanderung bringt und am Ende auch wieder mitnimmt. Nicht so wirklich günstig, aber im Abel Tasman gibt es keine Straßen an Land für die Autos – gut so.
Daher genieße ich heute die Ruhe und überlege, wann ich den Sunrise direkt am Strand mitnehmen soll, ich habe ja schließlich drei Chancen dazu er soll beeindruckend sein.
07.03.24 – Tag 81 Abel Tasman Nationalpark
Der Abel Tasman Nationalpark hat mich heute nicht aus dem Staunen gelassen. So viel schöne Natur auf einen Flecken. Wieder mal ein Wow-Moment hier auf der Südinsel Neuseelands.
Gestartet bin ich mit dem Wassertaxi ab Kaiteriteri vorbei am Split Apple Rock, Ich habe mich dafür entschieden, den Trail ab Awaroa zu laufen. Er beinhaltet zwei größere Anstiege und ein paar tolle Buchten.
Schon der Awaroa Inlet war sehenswert. Die Bucht von Onetahuti folgte dann nach einer Wanderung durch den Regenwald. Traumhaft schön. Aber auch die nächste Bucht, die ich namentlich nicht mehr zuordnen kann, war wieder grandios. Der letzte Anstieg hatte es dann in sich und ich war froh, nicht den ganz langen Trail gewählt zu haben.
Das lag definitiv nicht an der Natur, sondern daran, dass der Trail es in sich hatte. Aber jeder Höhenmeter hat sich gelohnt. Hier ist nicht nur einer der schönsten Trails der Welt, sondern sich mit die schönsten Strände der Welt und dazu alles andere als überlaufen. Zurück ging es schließlich ab Medlands Bay/ Beach, wo es nochmal einen Smalltalk mit einem Rentner-Pärchen aus Neuseeland gab.
Neuseeland, Du hast mich wieder einmal überzeugt und die Südinsel hat wirklich alles gegeben 😍🥝
08.03.24 – Tag 82 Abel Tasman Nationalpark
Heute stand nur ein sehr kurzer Trail auf dem Programm. Aber dafür dann etwas Jogging am Strand 😎😇
Zu den beiden Felsen ist vermutlich nicht viel zu sagen, denn jeder hat sie schon einmal gesehen. Was ich mich auf dem wohl bekanntesten Bild an diesem Ort in jedem Teams-Meeting frage: Läuft sie im Bild nach rechts oder nach links? Ich bin jedenfalls nach rechts gelaufen.
Ja, heute sind die Bilder mal stark bearbeitet. Ich wollte halbwegs das Licht der bekannten Bilder nachempfinden. Das Selfie zeigt das tatsächliche Licht. So viel Spielerei muss einem IT‘ler bei diesem Bild zugestanden werden 😉
Die Anfahrt ging fast ausschließlich über Serpentinen. Es gab nicht viel auf dem Weg und der Strand ist sehr wenig von Touristen besucht. Die Felsen sehen aber sehr spektakulär aus und der Strand ist an sich sehr schön, auch mit den Dünen dort.
Für mich endet morgen die Zeit auf der Südinsel. Morgen Nachmittag wechsle ich auf die Nordinsel. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet. Sicherlich auch wieder eine faszinierende Landschaft und aber auch eine starke Kultur.
09.03.24 – Tag 83 Picton nach Wellington
Picton wartete auf mich und ich wartete auf die Fähre. Heute ging es noch einmal durch feinstes Serpentinen-Gebiet nach Picton. Von dort aus trat ich die Fährüberfahrt nach Wellington an und damit wechselte ich auf die Nordinsel.
In Picton konnte ich noch in den Fjord bzw in den Queen Charlotte Sound blicken und gleichzeitig Palmen sehen. Verrückt, aber wunderschön, das ist Neuseeland.
Leider bewölkte es sich und begann zu regnen, sodass ich nur auf meine Kabine ging für die Überfahrt. Im Übrigen sollte man es sich überlegen, ob ein Flug von Christchurch nach Wellington nicht besser wäre. Er ist günstiger und schneller. Allerdings ist die Fahrt mit der Fähre aus Klimasicht deutlich besser.
Die Südinsel, um das mal zu resümieren, hat mich jeden Tag begeistert. Es ist allen voran die wundervolle und faszinierende Natur. Es sind aber auch die lockeren Menschen und die – bis auf gestern – klasse Unterkünfte, die für Menschen gemacht sind, die eine kurzfristige Bleibe suchen und nicht für „irgendwen“, der ein Dach über dem Kopf sucht und nicht nur auf dem Boden nächtigen will. Von Menschen für Menschen – klasse!
Von der Nordinsel erhoffe ich mir vermutlich etwas weniger Natur, aber dafür mehr kulturelle Erlebnisse und am Ende dann noch eine Big City-Experience in Auckland. Vor allem aber reicht es jetzt echt mit Regen unter 20 Grad 😎
Dur Unterkunft in Wellington ist auf jeden Fall schon einmal Spitzenklasse 😍
10.03.24 – Tag 84 Wellington
Die dritten Vier Wochen
12 Wochen… und mir kam es vorhin so: in 2 Wochen stehen schon die Fijis an und in 3 Japan ehe es dann eine Zeitreise gibt.
Heute stand Wellington an, der Spitzname ist „windy City“ und das merkt man.
Aber von vorne. Da mir das Hotel so super gefällt, habe ich mir hier direkt das Frühstück mal dazu gebucht. Und es war mal wieder angenehm, ein Käsebrötchen zu essen. Über was man sich so freuen kann
Danach ging es raus und die Stadt erkunden. Der Beehive ist der Regierungssitz. Vor dem Gebäude waren einige Maori-Skulpturen zu sehen. Sehr schön, wenn den Ureinwohnern Platz gegeben wird. Aber auch einen Spielplatz gibt es direkt davor. Ist in Berlin doch auch so…?
Zum botanischen Garten hin musste ich gefühlt den Himalaya überqueren. Aber zurück ging es dann mit dem berühmten Cable Car und ich verbrachte den Nachmittag an der Waterfront. Immerhin gab es auch einige Observatorien und die Space Science Gallery konnte ich nicht einfach so links liegen lassen, zumal draußen schon eine coole Sonnenuhr war
Nun heißt es kurz verschnaufen im Hotel mit Kleinigkeiten in der gemischten Tüte von der gratis Hotel Candy Bar ein bisher toller Tag.
Wellington selbst ist eine LGBTQ+ Hochburg. Es kommt bunt daher und auch sonst kann die Innenstadt überzeugen. Hier wurde auch wieder an den Menschen nicht nur als Konsumenten gedacht. Manche Städte in Deutschland diskutieren ja grad, wie so etwas funktioniert. Schöne Grüße in die Heimat…
Ich habe es dann auch endlich mal geschafft, das Paket in Richtung Heimat zu packen und schließlich zu versenden. Das Safarihemd ist seit Afrika nur noch Rucksackbeschwerer
Wellington gefällt mir richtig gut und da mein Hotel an der Cuba Street liegt, werde ich heute Abend noch einmal gemütlich hier entlang schlendern ehe es morgen schon wieder weitergeht.
11.03.24 – Tag 85 Tongariro Nationalpark Village
Ich bin nun ein gutes Stück in die Nordinsel eingedrungen. Von Wellington aus ging es über 3 Stunden nordwärts in den Tongariro Nationalpark. Bei der Buchung hatte ich mir nicht viel bei dem Ort gedacht.
Letztlich ist er Ausgangspunkt für viele Wanderungen in das nahegelegene Vulkangebiet. Das klingt interessant, sind aber mehrtägige Wanderungen. So bleibt es ein Zwischenstopp auf dem Weg weiter gen Norden.
Einen Trail habe ich mir aber definitiv gegönnt, die Silica Rapids versprachen mal etwas anders als Aussichtspunkte oder Wasserfälle. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Nach ungefähr einer Stunde Wanderung durch wunderbare Natur kam ich an den Stromschnellen an und konnte auf dem Weg noch einiges über verrostete Steine und Mineralien im Wasser lernen.
Nachdem ich die letzten zwei Nächte in einer Luxusunterkunft war, bin ich heute in einer quasi Jugendherberge. So abwechslungsreich wie die Reise ist, so sind es auch die Unterkünfte.
Heute gibt es mal keine Videos, da ich über kein wifi verfüge und meine Daten nicht komplett überlasten will.
12.03.24 – Tag 86 Taupo
Eine kurze Fahrt nach Taupo stand an. Daher konnte ich die heutigen Spots bereits am Vormittag besichtigen und habe nun Zeit für Essen und Laundry
Ich bin nun in der Haka Lodge und die Maori-Kultur ist hier in Taupo deutlich überall sichtbar. Das hatte ich mir ja auch erhofft vom Norden.
Vor dem Checkin ging es zu den Huka Falls, die sehr beeindruckend daherkommen. Türkisblaues Wasser paart sich mit weißem Schaum und bahnt sich laut tosend den Weg. Einfach nur Wow!
Die Craters of the Moon sind eine Gegend voll mit dampfenden Geysiren. Man kennt es aus Island, aber dieses Areal ist noch größer und noch beeindruckender. Auch hier staunte ich wieder über die Schönheit der Natur.
In Taupo selbst gibt es einige Maori-Statuen zu sehen. Insgesamt ist es ein kleines süßes Örtchen. Ich hoffe, es gelingt mir noch die Maori-Felsen zu sehen. Geht vermutlich nur über eine Cruise
13.03.24 – Tag 87 Rotorua
Ich begann ihn – mal wieder – mit einer kurzen Cruise. Heute ging es zu den Maori-Felsschnitzereien nahe Taupō. Ein Maori-Gesicht, das in den Felsen geschnitzt ist. Es ist erst einige Jahrzehnte alt, aber dennoch authentisch.
Danach ging es direkt nach Rotorua. Es war eine im Grunde kurze Strecke. Aber auf eben dieser gab es sehr viel zu sehen. So wechselte ich doch schließlich vom Volcano Highway auf den Geothermal Explorer Highway gen Rotorua.
Der erste Stop war im Wai-O-Topu-Park und der hatte wieder echte Highlights parat. Er wirbt mit „most unreal landscape in the world“ und das hat auch durchaus Hand und Fuß. Die Farben, die dort in den geothermalen Seen zu sehen sind, sind einfach nur spektakulär: Hellgrün, fast schon neon, „normales“ Hellgrün und ein See, der Yellowstone in klein ist. Und überall… war deutsch zu hören, kaum eine andere Sprache nahm ich in dem Park wahr – brauche ich allerdings nicht unbedingt. So zog es sich sogar bis zur Unterkunft am heutigen Tag.
Der zweite Stop war am Whakarewarewa Geothermal Village bzw. mit vollem Maori-Namen Te Whakarewarewa-tanga-o-te-ope-taua-a-Wāhiao (The Uprising of the Army of Wāhiao). Auch hier bot sich eine surreale Landschaft, wenn auch nicht ganz so spektakulär wie im Wai-O-Topu.
Rotorua selbst ist die erste nicht so tolle Stadt hier. Zwar gibt es mitten in der Stadt einen Park mit geothermalen Seen, aber die Stadt selbst bietet recht wenig. Hier bleibe ich zwei Nächte, für morgen habe ich ja noch ein echtes Highlight gebucht
Ein großer Nachteil ist hier in der Gegend der Geruch… wo viel Schwefel ist, bleibt es nicht aus
14.03.24 – Tag 88 Rotorua
Ein kulturelles Highlight stand am Abend an. Und das war es auf alle Fälle. Ich besuchte das Mitai Maori-Village und konnte viel über die Maori-Kultur lernen. Neben vielen Wörtern, die uns beigebracht wurden, haben wir nach traditioneller Hangi-Art gekochtes Essen aus dem Erdofen zum Büffet bekommen.
Es wurde uns aber auch über die Tradition der Maori vieles erzählt. Alle Fragen wurden ausführlich vom Häuptling beantwortet. Auf alle Fälle sind die Maori sehr gut in die neuseeländische Kultur integriert. Hier klappt es noch deutlich besser als in Australien.
Eine Kanu-Fahrt der Krieger konnten wir sehen, ebenso traditionelle Gesänge und am Ende noch eine kleine Wanderung zu den Glühwürmchen. Selbstverständlich fehlte auch der Haka nicht
Der Tag verlief daher recht ruhig mit kurzer Wanderung zu weiteren städtischen Thermalfeldern, einer Runde im Spa und der Frisör wollte mich mal wieder sehen
15.03.24 – Tag 89 Coromandel
Die Fahrt von Rotorua nach Coromandel versprach wieder eine längere zu werden. Ich startete im Regen bei 15 Regen, der Herbst verfolgt mich.
Insgesamt brauchte ich drei Stunden. Die Serpentinen sind wieder da. Aber dafür gab es immer wieder tolle Lookouts.
Der erste Wasserfall war vom Navi nicht aufzufinden. Es navigierte mich immer wieder zu einer – wohl schon länger – geschlossenen Straße. Macht nichts, weiter zum Owharoa Fall. Er war ganz schön anzusehen, erinnerte er mich doch an Hawaii. Aber mein Tagespensum an Schritten bekomme ich mit einem 50m-Trail definitiv nicht erfüllt
Angekommen in Coromandel konnte ich direkt einchecken und dann gestärkt los auf die andere Seite der Halbinsel fahren. Die Cathedral Cove stand auf dem Plan. Da blieb sie auch. Der Parkplatz war – warum auch immer gesperrt – und eine Wanderung durch den Ort vorbei an Cafés für rund 2 Stunden muss ich mir nicht geben. Vom Strand aus fahren Wassertaxis… klingt gut – dachte ich. 80 NZD, eine Stunde Aufenthalt… damit würde ich die Serpentinen im Dunkeln fahren müssen und rund 50€ sind dann doch dezent überzogen. Der Strand war zumindest schön.
Also weiter zum nahegelegenen Hot Water Beach. Hier kann mit einem Spaten einfach ein Jacuzzi gebaut werden. Das Grundwasser wird durch Geothermie auf etwa Körpertemperatur erhitzt. Tolles Schauspiel, es zu beobachten. Und es ist tatsächlich warm wenig erwärmend war die Parkuhr, die ich jetzt erst zum zweiten Mal auf meiner Reise erlebte. Ist das eigentlich was typisch Deutsches?
Die Rückfahrt ging über die „309 Road“. Eine Mischung aus afrikanischen Straßen, der Road to Hana und der Everglades Loop Road. Definitiv nichts für ungeübte Fahrer, die Angst bekommen, wenn der Wagen mal kurz in den Drift kommt.
Schließlich regnet es heute Abend wieder. Ich bin nach rund 6 Stunden auf der Straße in der Unterkunft. Ich spüre, wie ich Lust auf ein neues Land bekomme. Es liegt nicht an meinem geliebten Neuseeland. Ich merke es nur in mir und ich wollte ja auch meine Selbsterkenntnis steigern mit dieser Reise.
16.03.24 – Tag 90 Coromandel
Der Strand hat gerufen bzw. die Strände, denn tolle Strände und Buchten gibt es hier auf der Coromandel-Halbinsel mehr als genug.
Ich hatte die Wahl zwischen längeren Trails oder gemütlichen Strandspaziergängen. Ich muss niemandes Wünsche erfüllen, sondern lediglich meine eigenen. Daher ging es an die Strände Das Wetter lud schließlich dazu ein und die Füße durften gerne mal wieder (außerhalb des Badezimmers) nass werden.
Ich halte es daher heute auch kurz und zeige Euch einfach ein paar der schönsten Aufnahmen vom Kuaotunu Cliff, Otama Beach, Matarangi Beach, der Wyuna Bay und aus Coromandel.
17.03.24 – Tag 91 Snells Beach
13 Wochen auf Tour. Ein paar Ermüdungserscheinungen treten langsam ein. Aber nichts, was mich auf- oder abhält, sondern nur in bestimmten Dingen der Selbsterkenntnis näherbringt.
Auckland ließ heute schon einmal grüßen mit einem tollen Blick auf die bekannte Skyline. Bekannt? Ja, zu Silvester kommt es ab mittags in den Nachrichten, dass Neuseeland als eines der ersten Länder bereits im neuen Jahr ist. Da darf die Skyline nicht fehlen. Und dieser Blick durfte bei mir heute auch nicht fehlen.
Aber Auckland lasse ich zunächst noch links bzw. „unten“ liegen und begebe mich auf den nächsten Highway: „Twin Coast Discovery Highway“. Die erste Station ist Snells Beach. Hier gibt es nicht viel, aber es ist ein sinnvoller Teiler der Strecke bis weiter in den Norden. Immerhin waren es heute wieder 3 Stunden Fahrt und dann noch ein wenig hier die Gegend erkunden.
Zu meiner Unterkunft gehört ein Irish Pub. Dann mal Happy St. Patricks Day
Edit: Kleiner Nachtrag zu heute. Ich bin heute in der 42. von 84 Unterkünften. Es ist also Halbzeit in dieser Zählung…
18.03.24 – Tag 92 Paihia
3 Monate
Der Tag schickte sich an, nervig zu werden. Die Fahrt gen Norden ging Richtung Regen. Anfangs lag er nur „neben“ mir. Da Umleitungen hier jedoch aufgrund des dünnen Straßennetzes sehr großzügig sind, ging es mitten rein. Es könnte besser sein.
Angekommen in Paihia buchte ich mir eine Tour für morgen. Ganz schön teuer hier… also erstmal Mittag essen und dann den Ort anschauen. Das war recht schnell erledigt. Was nun? Hatte ich nicht noch einen Google-Spot irgendwo? Ach, schau an, ein Wasserfall.
Also ab hin, liegt er doch direkt neben dem Parkplatz. Offenbar gibt es aber zwei Parkplätze und ich habe den am 6km langen Waitangi-Trail erwischt. So ging es noch über einen wundervollen Trail zum Haruru-Fall. Dieser fällt in Hufeisenform, was relativ selten ist. Bekannte Vertreter sind bspw. Niagara oder auch ein Teil der Iguazu-Fälle. Dieser hier ist deutlich kleiner, aber dennoch recht schön und der Weg dorthin war absolut lohnenswert.
19.03.24 – Tag 93 Paihia – Bay of Islands
Wieder einmal stand eine eintägige Cruise auf dem Programm. Die heutige war allerdings recht teuer. Sie hatte dafür aber Natur vom Feinsten zu bieten und das endlich bei strahlendem Sonnenschein.
Es ging heute in die Bay of Islands. Ich frage mich, weshalb dieser Ort relativ unbekannt ist. Aber insgesamt steht Neuseeland viel zu oft hinter seinem großen Bruder Australien – völlig zu Unrecht.
Die Bay of Islands ist quasi eine „karibische Ha Long-Bucht“. Ich kenne beides und kann dies daher sehr gut so sagen. Viele kleine Inseln, die an Vietnam erinnern und dazu etliche Traumstrände und alles in einer Kulisse mit türkisblauem Wasser. Es ist einfach atemberaubend schön
Der Trail, den ich zum Stopp in der Mittagspause lief, ist zwar kaum der Rede wert, bot er dennoch viele Aussichten über die Bucht und hatte selbst auch noch tolle Strände zu bieten.
Auf dem Rückweg wären Delfine zu sehen gewesen sein sollten tun täten könnten… waren sie aber nicht. Dafür Haie damit habe ich nun die Big 7 gesehen. Das fand ich daher besser als Delfine
Der Hole in the Rock-Felsen sag bei der Anfahrt aus wie ein Gorilla bei der Fahrt von ihm weg eher wie ein Elephant Rock – wer sieht es noch so?
Morgen steht der letzte große Ausflug in der Natur Neuseelands an. Danach wird es für einige Tage urban, ehe dann bereits schon wieder das Land gewechselt wird.
20.03.24 – Tag 94 Paihia – Cape Reinga
Neuseeland ist eine kleine Weltreise für sich. Hier findest Du alles. Alles außer Wüste. Weit gefehlt, eine kleine Sandwüste mit skurriler Landschaft gibt es hier sogar auch. Spontan auf die Liste gesetzt und der Trip zum Cape Reigna war nochmal ein würdiger Abschluss dieses Roadtrips. Denn es gab nicht nur den Leuchtturm zu sehen.
Angefangen hatte ich morgens mit den Rainbow Falls. Auch diese kamen spontan mit auf die Liste bzw Route. Die Route heute zog sich über insgesamt 6 Stunden, daher war ein Mini-Trail zu den Fällen genau richtig. Sie sind sehr schön anzusehen. Sie erinnern mich an die Kaaterskill-Falls im Bundestag NY.
Die Fahrt zum Cape zog sich und hatte mal sehr viele gerade Streckenabschnitte. Aber mangels Autobahn zog es sich zeitlich. Der Leuchtturm ist einfach zu erreichen und ein typisches Fotomotiv der Nordinsel. Natürlich dürfen die Richtungsschilder auch hier nicht fehlen am fast nördlichsten Punkt Neuseelands
Schon während der Fahrt konnte aber das heimliche Highlight erspäht werden. Es ist nicht der nicht einmal 90km Ninety Mile Beach, sondern die Giant Sand Dunes. Es sind nicht einfach Sanddünen, sondern eine skurrile und gleichsam pittoreske Landschaft mit Felsformationen mittendrin, die einen vermuten lassen, in der Sahara oder einer anderen Wüste zu sein. Wow, Neuseeland, Du hast echt alles
Und heute hat es zum Abschluss des Roadtrips auch noch einmal alles gegeben. Morgen geht es nach Auckland, wo ich dann drei Nächte verbringen werde. Für mich heißt es daher nun auch wieder anders packen und raus aus dem Roadtrip-Modus nach – morgen dann – 24 Tagen.
21.03.24 – Tag 95 Auckland
Über die Umleitung, die mich vor einigen Tagen gen Norden begleitete, ging es heute wieder gen Süden. Ich fuhr nach Auckland.
Das Hotel ist eher mittelmäßig. Ärgerlich, da es über die AMEX gebucht war. Zu hohe Erwartungen…?
Auckland selbst kann mich bisher noch nicht abholen. Die tolle Skyline, die ich vor einigen Tagen sah, scheint bisher das Wahrzeichen von Auckland zu sein. Wofür steht diese Stadt? Was macht sie besonders? Immerhin die mit Abstand größte Stadt dieses wunderbaren Landes.
Es gibt hier sehr viele asiatische Restaurants, aber es fehlt an Flair und Seele. Zumindest was ich nach einigen Stunden beurteilen kann. Morgen werde ich ein paar Parks etc hier erkunden. Manchmal benötigt es etwas länger – ungewöhnlich in Neuseeland für mich. Vielleicht hat sich auch mein Bezug zu Großstädten geändert. Wer weiß, NYC wird es spätestens zeigen…
Zumindest gibt es hier ein tolles Schokoladen-Café, wie so häufig hier in Neuseeland. Da wurde ich doch glatt daran erinnert, dass bald Ostern ist
Das Auto ging heute zurück. Daher konnte ich schon einmal den Flughafen „besichtigen“. Ab jetzt bin ich für ein paar Tage wieder Fußgänger oder Busfahrer – je nachdem. Bei den Spritpreisen hier auch gut so, teilweise über 1,85€ umgerechnet.
22.03.24 – Tag 96 Auckland
Auckland ist ebenfalls recht bunt. Aber auch hier gibt es wieder viele Obdachlose, nicht alles ist schön.
Der Mount Eden soll eines der Highlights hier sein. Also machte ich mich zu Fuß auf den Weg und erklomm ihn… ok, das klingt heroischer als es ist 😉 es führen Wege hinauf und oben ist ein Boardwalk 😎 der Ausblick über die Stadt mit dem markanten Sky Tower ist schon toll.
Der nächste stop war dann Auckland Domain, ein recht weitläufiger Park bzw ziemlich viel Rasen und ein Museum. Beides hat mich nicht so wirklich ergriffen.
Für heute ist nur noch Entspannung angesagt, ebenso morgen. Denn da heißt es definitiv wieder richtig packen.
Ich habe mal noch ein paar Bilder von gestern Abend von der bunten K’Road mit dazugepackt.
23.03.24 – Tag 97 Auckland
Halbzeit
Der letzte Tag in Auckland, der letzte Tag in Neuseeland und es ist Halbzeit der Reise.
Das Wetter ist heute wie meine Stimmung. Es ist ein lachendes und ein weinendes Auge. Neuseeland war einfach traumhaft schön. Auckland zieht mich nicht in seinen Bann. Auch wenn ich heute wieder deutsche Gesellschaft habe, ist Auckland nicht the place to be. Obwohl es besser als mein Heimatort ist, was nicht schwierig ist
Daher ging ich heute im Nieselregen los, spazierte durch den nahen kleinen Myers Park und entlang der Queen Street. Ich gehe es heute alles relaxt an und der Blick richtet sich nach hinten auf ein wundervolles Neuseeland, das ich nun leider verlassen werde. Es richtet sich aber auch nach vorne auf weitere tolle Ziele und Kulturen, die nun folgen werden. Danke, Neuseeland, es war traumhaft!
Tag 97/2 – Es ist Halbzeit meiner 6-monatigen Weltreise. Vor 3 Jahren habe ich das nach meinem kardiologischen Befund niemals gedacht, dass ich so ein Abenteuer angehen könnte.
Hätte ich nur auf die Zweifler und Neider (die es leider auch gibt) gehört, würde ich nun zu Hause sitzen und nicht im Sabbatical und auf dieser einzigartigen Weltreise sein. Ich hätte nicht die Chance, all diese tollen und schönen Orte auf der Welt zu sehen und diese einzigartigen Erfahrungen zu sammeln.
Es hat sich definitiv gelohnt, diese Auszeit zu nehmen. Es ist hier und da mal anstrengend, aber was wäre das Leben in Deutschland? Anders anstrengend und ich könnte nicht diese Freiheit genießen, die ich aktuell genießen kann.
Was vermisse ich? Ich vermisse hier und da mal meine Dusche und mein Bett. Aber vor allem die Wäsche ist auf Reise nerviger. Ich würde sie gerne dann machen, wenn es sein muss und nicht einfach Klamotten in den Wäschesack stecken müssen, weil es grad nicht geht. Und ab und zu vermisse ich ein einfaches Käsebrot mit gutem Brot
Was macht die Reise emotional mit mir? Es gibt und gab Tiefs wie zB in Australien auf dem Roadtrip mal kurz, da ich mich teilweise von den Eindrücken überfordert fühlte. Ich habe gelernt, nicht jeden nur mittelmäßig lohnenswerten Punkt anfahren zu müssen. Und das ziehe ich auch weiterhin so durch.
Ich habe auch gelernt, zuzulassen, mal nichts zu tun. Man verpasst nichts, wenn man mal nichts macht. Vor allem geht es nicht darum, tagtäglich Erwartung großer Stories auf FB & Co zu erfüllen. Ich mache diese Reise für mich. Den großen Rahmen gebe ich alleine vor. Den täglichen Rahmen das Wetter, die örtlichen Gegebenheiten, die Spontaneität und vor allem ein Lächeln.
Mit echter Freundlichkeit geht vieles besser. Hier habe ich sehr viel in meinem Monat in Asien gelernt und diese Floskel wurde mit Leben gefüllt und hat Gesichter bekommen. Dazu hilft Offenheit und Toleranz und weniger Luxus ist auch befreiend. Um Dinge effektiv zu klären, hilft es dann aber auch ab und zu „mal deutsch zu sein“
Ich habe aber auch gelernt, dass ich viel Neues brauche und das auch relativ schnell hintereinander. Allerdings nur, wenn es Highlights und echte Abwechslung sind. Denn sonst brauche ich ganz schnell Me-Time und meine introvertierte Seite will den Ton angeben und die Langeweile, die sich einstellen könnte, nicht zulassen.
Ich bin dankbar und freue mich auf die zweite Hälfte dieser örtlichen und emotionalen Reise um die Welt. Ihr dürft gespannt sein, wie es weitergeht und hier und da kommen natürlich auch wieder Reflexionen und Beobachtungen.
Fidschi
24.03.24 – Tag 98 Transfer /Coral Coast
Oder auch 14 Wochen. Heute stand nur der Transfer innerhalb des polynesischen Dreiecks an. Von Auckland ging der Flug nach Nadi.
An Tag 31 in Neuseeland habe ich alleine die bis vor kurzem noch längste Reisezeit übertroffen. Dazu noch komplett ohne Flug, der erst heute wieder anstand. Es ist Wahnsinn, welche statistischen Superlative (die ich ja liebe) auch mit der Weltreise einfach mal erreicht werden. Weiter geht’s damit, dass ich mit den Fijis heute das 10. Land der Weltreise und insgesamt mein 50. Land bereise. Wahnsinn… und ganz nebenbei bin ich nun nur noch -11h von Deutschland entfernt.
Gestartet bin ich mit der Lounge in Auckland. Kein Highlight, aber etwas essen tat gut, nachdem die letzte Nacht nur 2 Stunden Schlaf bot. Der Bass von der Partymeile in Auckland war zu intensiv.
Die heutigen Erlebnisse auf Fiji waren aber auch schon extraklasse 🥰 schon beim Boarding erklang „your journey home to paradise is ready for boarding now“ – wer hört so etwas nicht gerne.
Angekommen im Paradies war noch vor der Passkontrolle eine kleine Kombo mit Gitarre zugegen und spielte polynesische Klänge. Bei der Passkontrolle selbst gab es dann Smalltalk zu meiner Weltreise. Bisher auch noch nicht erlebt. Bula Fiji! 🌸🐚
Das Auto hatte ich dann abgeholt und nun einen kleinen roten statt des vormaligen großen SUV mit Schnickschnack. Regen kam auf, es wurde dunkel. Ich kann mir besseres vorstellen als in einem fernen Land mit Mietwagen bei diesen Bedingungen zu starten. Gut, dass ich inzwischen Linksverkehr erfahren bin.
Schließlich passierte, was passieren musste. Eine der vielen Kühe am Straßenrand meinte mit ihren Kumpels mein Auto aus nächster Nähe zu inspizieren. Geblendet durch den Gegenverkehr war ich zum Glück recht langsam unterwegs und die „blö… Kuh“ guckte genau so bl*d wie ich. Sie trat wohl nur gegen das Kennzeichen und konnte sich glücklicherweise noch aus dem Staub machen. Schockmoment!
Angekommen im Resort lief grad die polynesische Animation. Kurz auf 27 Grad am Abend umgestellt und beim Abendessen dem Treiben mal zugeguckt. Viel ging nicht mehr. Bei mir heute aber auch nicht bzw. nur noch ich und zwar ab in die Federn. Die Fijis können sehr interessant werden, ich liebe die polynesische Kultur.
25.03.24 – Tag 99 Coral Coast
Strömender Regen ist während der Regenzeit normal. Leider sind hier auf den Fidschis auch Schlaglöcher auf der Straße normal, sodass ich meine Pläne kurzfristig änderte. Der gestrige Schock mit dem Rind war genug. Und in ein nicht erkennbares größeres Schlagloch muss ich nicht rein geraten, ein kleines reichte aus heute früh.
Also den Natadola Beach etwas ausgiebiger genossen und einfach die Seele baumeln lassen. Dafür eignen sich die Fidschis schließlich auch bestens. Die nähere Umgebung ist auch nicht wirklich schlecht anzusehen 😉
Da ein weiterer Strand durch Google nicht aufzufinden war, beschloss ich in aller Ruhe in der Unterkunft zu lunchen und nun den Nachmittag am Pool zu verbringen. Relaxen 😎
Für morgen habe ich mir aber schon eine Tour gebucht und ich hoffe, dass zumindest so wie jetzt etwas Sonne scheint. Aber da es aufs und ins Wasser geht, ist das nicht so entscheidend, wie es das heute gewesen wäre
26.03.24 – Tag 100 Coral Coast
100 Tage
Es ging raus ans Korallenriff – mit einer Cruise natürlich mal wieder da kam dann endlich mal die GoPro zum Einsatz und es sind echt paar gute Aufnahmen dabei.
Die Segel-Cruise war wunderbar. Wieder sehr nette Runde gewesen und die Crew war auch klasse.
Nach einer kurzweiligen Fahrt ging es ans Riff zum Schnorcheln. Es ist leider auch schon schwer von der Bleiche ergriffen. Aber die Unterwasserwelt ist dennoch faszinierend. Die Runde endete auf einer Sandbank mit paar Getränken und Seesterne gab es auch noch zu sehen. Welch wundervoller Schnorchelausflug.
Übrigens gut, dass ich die ums Boot herumschwirrenden Haie erst später sah… schön anzusehen sind sie auf jeden Fall – aus sicherer Entfernung
Abends dann im Hotel angekommen fand grad schon die polynesische Kulturshow statt. Ich kam etwas spät zurück, aber für ein paar Eindrücke während des Essens – mit einem der teuersten Wasser der Welt – hatte es noch gereicht.
Und das beste heute: die Sonne war definitiv nicht drückend heiß und der Regen kam auch erst auf der Rückfahrt. Ein toller Tag
Tag 100/2 – Tag 100 der Weltreise
Mehr als Hälfte ist inzwischen schon rum. Es ist ein seltsames Gefühl, dass ich die Tage nun auch rückwärts zählen könnte, wenn ich es wollte – will ich aber nicht.
Vor drei Tagen war Halbzeit und ich habe euch an meinen emotionalen Gedanken teilhaben lassen. Heute einfach mal der Tellerrand, über den ich hinausgucken will. Es sind ein paar meiner Gedanken – viele Themen, aber einfach mal frei raus.
FREUNDLICHKEIT
Ich habe viele Beobachtungen machen können und typische Floskeln wurden mit Leben gefüllt und haben Gesichter bekommen. Es ist auffällig, dass grad diejenigen Menschen das ehrlichste Lächeln haben, die am wenigsten Materielles besitzen. Gleichzeitig ist auch auffällig, dass das Hautbild bei vielen in so genannten zivilisierten Gegenden schlechter ist als in weniger wohlhabenden Gegenden. Was ist wirklich Reichtum…?
MENSCHLICHKEIT
Ich habe Zutritt überall auch „verratzt“ als Backpacker bekommen, wo ich in Deutschland schräg angeguckt worden wäre. Auch dort, wo ich nicht der Geldbringer als Europäer war. Aber gut, es war häufig eine Touri-Gegend, aber eben auch nicht immer. Es zählt einfach der Mensch.
MITEINANDER
Etwas, das sehr oft gesagt wird, stimmt: die Menschen sind überwiegend freundlich und ihnen ist die Nationalität egal. Niemand will Krieg, es sind die kaputten Regime und einzelne irre Köpfe.
FREIHEIT
Echte Freiheit verspüre ich nicht, wenn es kein Tempolimit gibt (eh nur in Deutschland), sondern dann, wenn ich frei über den Tag entscheiden kann. Freiheit ist die Freiheit zu entscheiden und sich zu frei zu bewegen – örtlich und zeitlich durch den Tag. Es ist nicht der Geschwindigkeitsrausch.
FORMALISMUS
Schilder sind andernorts meist als Bitte und nicht als Verbot formuliert. Deutschland liebt Regelungen und Verbote. Zudem muss nicht alles formal a la „Bitte beachten sie angehängtes Schreiben“ laufen. Im Ausland gehen Buchungen häufig via WhatsApp. Als Wirtschaftsjurist weiß ich natürlich um die Bedeutung, aber da sind wir wieder beim Thema Verbote und Misstrauen. Es sind aber auch Zahlungen, die andernorts mit dem Handy gehen, sei es durch Tapping oder mittels eigener App. Hier ist Deutschland bereits abgehängt.
KULTURELLE STÄRKE
Die westliche Kultur ist stark dominant, aber auch ein Sowjeteinfluss ist in Südostasien klar vorhanden. Die asiatische Kultur dominiert hingegen kulinarisch in Ozeanien. Ozeanien zeigt sich Multi-Kulti und feiert das Chinese new year. Sind wir in Europa in einer kulturellen Arroganzblase?
BÜROKRATIE
Die kommenden Jahre bzw Jahrzehnte werden schwierig in Deutschland, wenn wir an unseren Überregulierungen festhalten. Ein einfaches Beispiel wird die Notwendigkeit von Klimaanlagen in Mehrfamilienhäusern werden… es ist aber auch die Verbissenheit in Deutschland, die nicht gut tut. Es werden Probleme gesucht und dann ausführlich diskutiert und häufig überhaupt erst dadurch gemacht.
TYPISCH DEUTSCH?
In Social Media drehen sich die Postings der Deutschen (fast) nur ums Berufliche und/oder Probleme. Was bedeuten diese Probleme hier am anderen Ende der Welt? Sie sind bedeutungslos… Ich will sie nicht kleinreden, aber wir sollten das mal bedenken und eine etwas bescheidenere Sicht auf so manche Dinge einnehmen. Analog erkennt man Deutsche genau an diesen Themen, andere Nationen wälzen keine bis wenn überhaupt nur wenig Probleme. Probleme sind zum Lösen da und nicht zum ausführlichen Breittreten. Auch das konnte ich erfahren, denn „we found a solution“ ist der beste Weg.
DEUTSCHE AUTOS
Im Bereich Automotive ist es erschreckend. VW ist in Südostasien und Ozeanien kaum vertreten, Mercedes gelegentlich, BMW auch fast nie. Aber da liegt ein Markt, denn auch Südostasien ist nicht unbedeutend. In beiden genannten Märkten dominieren japanische Marken und Elektrofahrzeuge scheinen hier gängiger zu sein – auch und erst recht keine deutschen Marken.
DIVERS
Ein anderes Thema sind Regenbogen-Zebrastreifen. In Deutschland vermutlich ein Problem mit der StVO und Diskussionen im Gemeinde- oder was auch immer Rat. Anderswo sind diese durchaus gängig, vor allem in Ozeanien. Es gibt hier auch sehr viele Büchershops. Vielleicht tut diese Art der Bildung in vielen Punkten einfach mal gut.
Dies war nun etwas Deutschland kritisch. Aber ihr kennt mich, dass ich mit offenen Augen durchs Leben gehe. Vor wenigen Tagen habe ich persönliche Einblicke gewährt, was die Reise bisher mit mir machte und heute möchte ich einfach meine Gedanken über den Tellerrand hinaus teilen.
Ich freue mich, auch weitere 93 Tage Eindrücke aus aller Welt zu sammeln und diese mit nach Hause nehmen und hoffentlich in meinen Alltag einbinden zu können.
27.03.24 – Tag 101 Coral Coast
Es muss nicht alles geplant sein. Daher habe ich heute ganz spontan einen Fahrer gebucht, um die Nadi Area zu erkunden. Wie es sich herausstellte, war diese Entscheidung goldrichtig. Denn schon bei der Buchung wurde ich vor Kühen auf der Straße gewarnt sowie den Schlaglöchern. Mein Fahrer bestätigte schließlich noch mein Bauchgefühl von vorgestern, dass ich die Fahrt nach Suva abgebrochen habe. Die Straßen waren überflutet und entweder kam man nicht nach Suva hin oder steckte dort halt fest. Alles richtig gemacht. Und so auch heute.
Der erste Stopp war das Cultural Village. Die Polynesier hier auf Fidschi waren Kanibalen und mir wurde sehr plastisch erklärt, wie mit Feinden umgegangen wurde gut, dass die Textilien bunt sind und ich auch fröhliche Tänze schon mitbekommen habe
immerhin habe ich die „Feuerprobe“ sogar bestanden
und natürlich sollte ich gleich wieder verheiratet werden
Weiter ging es dann zum Sri Siva Subramaniya Swami Temple. Einer, wie ich ihn aus Kuala Lumpur oder vor allem auch aus Indien kenne. Recht schön anzusehen, aber Fotoverbot im Innern. Und hier musste ich tatsächlich meine Knie verhüllen.
Der botanische Garten „Garden of the sleeping giant“ war nett anzusehen, aber es herrschte eine extreme Luftfeuchtigkeit. Wieder ein Flashback nach KL. Mit Flipflops etwas rutschig gewesen zudem.
Schließlich machte ich noch die Hot Springs und Mud Pools. Endlich mal wieder seit der Kindheit richtig im Schlamm wühlen und sich damit von Kopf bis Fuß einschmieren dass ich in die Pools 1 und 2 gegangen bin, wundert mich noch ein wenig
aber 3 und 4 waren dann wieder klar und es warteten noch 60 Minuten polynesische Massage auf mich. Ein gelungener Tag, ohne Regen und mit viel Kultur.
Ein Mietwagen hier auf Fidschi ist wohl die unsinnigste Buchung gewesen… und die Regenzeit ist nicht optimal, aber dafür ist eben auch alles saftig grün.
28.03.24 – Tag 102 Coral Coast
Heute war/ist nur noch relaxen am Pool bei fast 30 Grad angesagt. Mein Schritteziel werde ich auch heute wieder nicht schaffen. Aber das macht nichts, ab morgen stehen wieder Städte an und da werde ich garantiert wieder ein Vielfaches oberhalb des Ziels liegen.
Fun fact: an der Bar spielten sie einige Weihnachtslieder – an Gründonnerstag
Es sah auch wieder sehr regnerisch aus und es tröpfelte auch. Daher nicht weiter wild, den Tag im Ressort zu verbringen. Es stehen ja noch mehr als 90 Tage Action an
Es ist auch anders Halbzeit…
– Länder 10/22, morgen kommt das 11. Land
– Kontinente-Halbzeit ist bereits jetzt in Ozeanien 3/6
– Kulturkreise 4/9, morgen +1
– Mietwagen 4/8
– Flugbuchungen 13/31, morgen +1
– Fluge gesamt 20/43, morgen +1
– Unterkünfte 45/84
– Tage 102/193
Die Fijis sind sehr schön und die Menschen herzlich. Nicht ganz überzeugen konnten mich die Infrastruktur (schlechtes/langsames Handynetz und die Straßen sind eine Katastrophe) und das Essen ist auch mehr mittelmäßig. Traumhaft waren jedoch die Segeltour und der gestrige kulturelle Tag.
Ab morgen geht es nicht nur in einen völlig anderen und für mich neuen Kulturkreis, sondern ich werde dann auch die Südhalbkugel nach 2 Monaten für den Rest der Weltreise verlassen. Das Überwintern im Süden hat gut geklappt
Japan
29.03.24 – Tag 103 Transfer/ Tokyo
こんにちは 日本, hallo Japan.
Dieser Tag versprach hart zu werden. Er wurde skurril.
Ich startete auf den Fijis und hatte einen 9 Stunden-Flug vor mir. Ich schlief. Juhu, völlig aus dem Tritt und im Jetlag angekommen
Ich schlenderte also durch Tokyos Gassen in Richtung Golden Gai und schaute hier und dort mal rein. Die Lichter verursachten eine völlige Reizüberflutung bei mir. Ich bin in einer Millionenstadt. Aber dennoch geht es ruhig und rücksichtsvoll zu. Es könnte grandios hier werden.
So vergaß ich auch die Zeit und bin richtig im Jetlag. Nicht so gut… egal, schlafen und dann später Sightseeing
30.03.24 – Tag 104 Tokyo
Tokyo will zu Fuß erkundet werden. Na gut, zumindest zu einem gewissen Teil funktioniert es noch. Morgen werde ich definitiv auch die Bahn mit einbeziehen (müssen).
Der Versuch, in den Shinjuku Gyoen Park zu gelangen, schlug fehl. Es war eine schier endlose Schlange am Eingang und Tickets hätten vorab reserviert werden müssen. Ich hatte nicht Sakura und das Osterwochenende bedacht. Ok, eigentlich schon, aber nicht deren Auswirkungen
Also lief ich weiter zu Meiji-Schrein. Er liegt ja auch in einem Park, der an einer Stelle an den Central Park in NYC erinnert, und ist schön anzusehen. Und prompt wurde ich noch Zeuge einer traditionell japanischen Hochzeitszeremonie direkt am Schrein.
Mittags ging es dann in die bekannte und beliebte Harajuka Gyozera. Relativ günstig und schmeckt saugut ich wurde zufällig auf den freien Platz neben einem deutschen Austauschstudenten gesetzt. So war es recht kurzweilig, mal wieder deutsch zu plaudern.
Über die extrem geschäftige Takeshita-Street zog ich per pedes weiter gen Shibuya. Dort steuerte ich natürlich den vermutlich berühmtesten Zebrastreifen bzw. eine ganze Kreuzung der Welt an. Auch ich lief vermutlich zehnmal rüber, das eine Video sieht dann ja schließlich besser aus als das andere… schlimm diese Leute
Damit war das Tagespensum voll erfüllt. Immerhin sind das alleine nachmittags rund 20.000 Schritte zzgl. zu denen heute Nacht. Und abends kommen ja auch noch ein paar.
Was auffällt ist, dass ich nicht einmal angerempelt wurde. Selbst auf der Takeshita Street und der Shibuya Crossing. Und die Hälfte trägt Maske. Auch sonst wirkt alles vollkommen unaufgeregt und rücksichtsvoll. Ich fühle mich echt wohl. Tolle Kultur hier in Tokyo/ Japan.
31.03.24 – Tag 105 Tokyo
Oder auch 15 Wochen. Und heute war mal wieder ein völlig verrückter Tag in Tokyo. Er war so vielfältig, wie man es sich kaum vorstellen kann. Zwei Attraktionen klappten heute nicht: Skytree und team.lab, Skytree war heute Nachmittag dann ausverkauft und die labs sind die kommenden Tage komplett ausverkauft
Ich startete im Rikugi-en, aber noch kurz ein Wort zu gestern Abend. Durch Zufall bin ich wohl in eines der besten Sushis der Stadt „gestolpert“, wie mir die japanische Familie neben mir erklärte: Takara Sushi. Es war ein toller Abend und ich konnte meine wenigen Wörter japanisch direkt mal anwenden. Das Sushi war übrigens exquisit.
Heute dann wie gesagt im Park gestartet und ich hoffte auf die Sakura. Ich sollte nicht enttäuscht werden und es war ein Gänsehaut-Moment. Ich war tatsächlich zur Sakura in Tokyo beim Spaziergang durch den Park kam ich an einem
Teehaus vorbei. Ein Tee in traditionell japanischen Teehaus mit Blick auf einen japanischen Park – im Frühling? Das konnte ich mir definitiv nicht entgehen lassen und hatte wieder einen Moment, den ich vollkommen genießen und aufsaugen konnte.
Ich steuerte danach Yanaka an, was eine Stadt mit alten traditionellen Gebäuden ist und noch einen tollen Schrein bietet. Das Gebiet in der Nähe des Friedhofs sollte ein super Spot für die Sakura sein, leider hatte ich hier Pech. Aber ich machte mich auf den Weg zum Nezu-Schrein. Er ähnelt den 1.000 Schreinen in Kyoto. Traumhaft, nur eben in klein.
Asakusa war mein nächstes Ziel für heute, denn auch dort gibt es eine traditionelle und geschäftige Straße. Einen wohl recht beliebten Snack probierte ich auch dort und schlenderte dann zum Senso-Ji-Tempel. Auch hier war wieder die Sakura inmitten von einem Tempel und einer Pagode. Wow entsprechend viele Touris waren auch dort und plötzlich wurde auch etwas gerempelt.
Im Sumida Park gab es dann zumindest den Skytree von unten mit einem schönen Rahmen aus Kirschblüten einfach schön anzusehen. Den Blick von oben vertage ich…
Den Nachmittag schloss ich dann in der Akihabara Electric Town. Mehrgeschössige Spielhallen und ein sehr buntes Treiben. Ein Freizeitpark quasi mitten in einer Stadt. Auch viel Maid Cafés gab es, wovon ich eines direkt mal ansteuerte. Völlig verrücktes Treiben darin.
Mir schossen heute etliche Gedanken zur japanischen Kultur durch den Kopf. Aber der heutige Beitrag ist ja schon viel zu lang vielleicht ja nochmal separat.
Ach ja, frohe Ostern.